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26.06.2009 - Darwin

Heute morgen um 4 Uhr sind meine Partnerin Kerstin und ihre beiden Kinder Nina und Nils in Darwin gelandet.  Wir werden die nächsten Wochen gemeinsam durch das Kimberley Gebiet reisen.

 

Die ersten 2 Nächte verbringen wir in einem Hotel in Darwin im 18. Stockwerk, um etwas Zeit zum relaxen zu haben. Schwimmen im Freiluftpool im 10. Stockwerk, Ballspielen, Spaziergänge stehen auf dem Programm. Die Polizei empfahl jedoch, nicht abends/nachts im Park in Darwin spazieren zu gehen. Dort würden viele betrunkene Menschen „herumhängen“ und auch Raubüberfälle verüben. Das ist der Nachteil der Städte, in Deutschland, in Darwin und wohl überall in der Welt.

 

 

28.06.2009 - Nitmiluk

Heute reisen wir in Darwin ab. Die erste große Aufgabe besteht darin,  das Gepäck, welches Kerstin aus Deutschland mitgebracht hat, auf und in dem Auto zu verstauen.

 

Bereits als ich allein unterwegs war, war das Auto im Prinzip voll. Nun mußten noch 3 weitere Personen mit 2 Reisetaschen und Handgepäck Platz finden. Und siehe da: es geht, irgendwie. Naja, einen Teil meiner Sachen, die ich in den nächsten  Wochen nicht unbedingt benötige, habe ich in der Britz Niederlassung in Darwin eingelagert.

 

Der Dachgepäckträger ragt nun ziemlich in die Höhe, und auch innen ist jetzt jeglicher Platz belegt. Das hat für die Zukunft zur Folge, dass man, wenn man an eine Sache herankommen muss, 4 weitere erst einmal ausräumen muss.  

 

Unterwegs, und das blieb so für die Dauer der Reise, zog unser Gefährt immer wieder die Blicke anderer Personen auf sich, bis wir verstanden warum. Denn selbst für australische Verhältnisse war ein so bepacktes Auto wohl ungewöhnlich. Eine Frau fragte uns schliesslich, ob wir noch für irgendetwas Platz im Auto hätten. Kerstin antwortete mit einem Grinsen: „Ja, für uns.“ Trotzdem war der Wagen, auch bei etwas schwierigeren Straßenverhältnissen, Situationen recht stabil in der Strassenlage.

 

Das Ziel unserer heutigen Tour liegt nur etwa 250 km weiter südlich von Darwin, bei Katherine, und zwar im Nitmiluk-Nationalpark. Wir quartieren uns dort auf dem Camping-Platz ein. Der erste gemeinsame Aufbau des Zeltes ging recht problemlos vonstatten. Alle, auch die Kids packten prima mit an und hatten ihren Spass dabei. Es schien so, als hätten wir das Zelt bereits 100 mal aufgestellt.

 

Dieser Park ist mir vom letzten Jahr her bekannt. Der Nitmiluk-Nationalpark ist ein 2921 km² großer Park und gehört zu den Northern Territories. Er wurde vor einigen Jahren an die Aboriginees zurückgegeben und wird nun von den Jawoyn Ureinwohnern in Zusammenarbeit mit der Regierung der Northern Territories nach den traditionellen Gesetzen der Jawoyns verwaltet. Der Campingplatz liegt direkt an der Katherine Gorge (Schlucht), die vom Katherine River über einen Zeitraum von einer Milliarde Jahre teilweise bis zu 70 m tief in den Sandstein eingeschnitten wurde. Die Gorge ist ein 12 km langes System mit 13 Schluchten. In und kurz nach der Regenzeit stürzen z. T. dramatische Wasserfälle über die Felswände in den Katherine River.  Nitmiluk bedeutet in der Sprache der Jawoyns „Zikade“ oder „Ort der Zikade“. Und tatsächlich lebt in diesem Park eine Zikadenart (der Leichardt Grashopper), die es nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Für die Abo`s ist dieser Ort ein spiritueller. So gibt es z. B. eine Stelle, der für die Abos Fruchtbarkeit bedeutet. Springt eine junge Frau an dieser Stelle von den hohen Klippen in das Wasser, kann sie viele Kinder bekommen.  

 

Das Schluchten-System lädt zu vielerlei Unternehmungen ein. Man kann sich zu Fuss auf den Weg machen, muss dann aber ausreichend Wasser und viel Sonnencreme mitnehmen, auch darf man nicht hitzeempfindlich sein, da es ziemlich heiss in den Felsen werden kann. Man kann die Gegend aber auch mit dem Hubschrauber, per Bootstour oder mit dem Kanu erkunden. Es gibt Natur pur, Malereien der Aboriginees oder einfach nur Entspannung zu erleben

 

 

29.06.2009 - Nitmiluk

Wir haben uns für eine 5-h Tour mit 2 Kanuten entschieden. Wasser, eine Tüte Nüsse und Sonnencreme sollen uns versorgen. Wir starten um 12:00 Uhr mittags. Die Sonne steht fast senkrecht und es ist entsprechend „warm“. Kühlung verschaffen wir, in dem wir unsere Hüte mit Wasser füllen und über uns laufen lassen. Ansonsten ist es traumhaft und meistens sehr still, außer, ein anderes Boot/Kanu zieht an uns vorbei.  Zu hören und natürlich auch zu sehen sind Vögel. Neben den hohen Felswänden links und rechts von uns gibt es traumhafte Sandstrände, die jedoch nicht betreten werden dürfen, da Süsswasserkrokodile dort ihre Nester haben. Süsswasserkrokodile gelten zwar als ungefährlich, aber nur, solange man sie nicht in die Enge treibt, bedroht oder ihren Nestern zu nahe kommen.

 

Wie unglaublich schnell diese Tiere sein können, haben wir übrigens hier erfahren dürfen. Ab und an sahen wir Krokos in Ufernähe, die jedoch meistens schnell abtauchten, als sie glaubten, wir wären so nah an sie dran, dass ein gutes Foto gelingen könnte. Dann entdeckten wir aber eines, das gemütlich auf einem Stein lag und sich sonnte. Kerstin wollte es fotografieren. Dabei trieb die Strömung das Kanu auf das Kroko zu. Als die Entfernung zwischen Boot und Kroko noch etwa 6 m betrug, war es dem Tier zu viel. Blitzschnell hatte es sein Maul aufgerissen, gab einen lauten, tiefen Drohlaut von sich und war schon im Wasser verschwunden. Kerstin hatte zwar gerade den Auslöser gedrückt, sich aber so erschrocken, dass das Bild verwackelte. Schade! Wirkliche Gefahr bestand auch nicht, weil ein Baum, der im Wasser (6 m vor dem Kroko) lag, das Kanu gestoppt hatte.

 

Ein Salzwasserkrokodil hätte vermutlich sofort angegriffen. Die gibt es in diesem Flussabschnitt zu dieser Jahreszeit jedoch nicht. Höchstens nach der Regenzeit, dann werden sie jedoch herausgefischt und woanders wieder ausgesetzt. Eine Falle für die Salzies steht während der gesamten Saison im Flussabschnitt.

 

Mit Saison ist die Trockenzeit gemeint. Während der Regenzeit werden die Boote aus dem Fluss geholt und der Tourismus kommt zum erliegen. Der Grund sind a) die oft heftigen Regenfälle und das Anschellen des Flusses um viele Meter. Der Höchste Pegel, der in den Schluchten erreicht wurde stand bei 16 m.

 

Ein weiteres Highlight, vor allem für Kids gibt es an diesem Ort.

Abends, vor allem aber nachts bevölkern Kangurus, oder besser: Wallabies den Campingplatz und durchwühlen den Platz incl. Vorzelte nach (fr)essbaren Resten. Man hört dann das Rascheln von Plastiktüren und das Grunzen der Kangurus, wenn ein ranghöheres Kanguru die Funde eines rangniedrigeren Kangurus für sich beanspruchen möchte. Auch sind sie schon über die Zeltschnüre gestolpert. Für die Kinder sind Begegnungen dieser Art einfach fantastisch. Wer kann schon sagen, jemals ein Kanguru als Gast am Abendbrotstisch gehabt zu haben. Wenn diese Tiere dann versuchen, etwas Futter zu erheischen, bemerkt man manchmal, wieviel Kraft diese Tiere haben. Um, z. B. An trockenes Brot (frisches, weiches Brot darf man keinesfalls verfüttern, da dieses zu ernsthaften Verdauungsbeschwerden und im schlimmsten Fall zum Tode des Tieres führen kann) zu kommen, legen die Wallabies ihre Pfoten auf unsere Arme. Ohne, dass ihnen dieses bewusst ist, krallen sie sich mit unvorstellbarer Kraft in die Unterarme. Wenn ihre Arme bereits über so viel Kraft verfügen, wie muss dann die Kraft der Beine sein, die die Kängurus über viele Meter nach vorn katapulieren? Man hört manchmal, dass z. B. die roten Riesenkängurus einen Feind/Angreifer mit ihren Krallen an den Füssen aufschlitzen können. Dieses ist nach unseren  Erfahrungen jedenfalls absolut glaubwürdig.

 

Ein Bower-Bird-Männchen haben wir gefunden, welcher gerade dabei war, eine Laube für seine zukünftige Angebete zu bauen und dekorieren. Diese Vögel bauen aus Ästen sehr sorgfältig eine Laube und dekorieren den Platz davor mit allem, was sie finden, das aber in einer bestimmten Farbe. So sammelte dieses Männchen weiße und silbrige Gegenstände. Sonnengebleichte Knochen, Alufolie, Plastikdeckel, Plastikgeschirr, eine Perle, Spielzeugreste, etc. Alles in weiß.  

 

 

 

30.06.09-02.07.09 - Mataranka

Es geht weiter, Richtung Mataranka. Wir sind etwas spät aufgestanden (Jet-lag)und haben erst einmal gefrühstückt, was ein Fehler war.

 

In der Zwischenzeit wurde es nämlich bereits sehr warm. In Australien geht die Sonne morgens gegen 6 Uhr auf (und gegen 6 Uhr auch wieder unter). Obwohl wir mit dem Zelt im Schatten unter Bäumen standen, lud sich das Zelt regelrecht mit Hitze auf. Schweisstriefend machten wir uns nach dem Frühstück an den Abbau des Zeltes, pressten wir die Luft aus den Luftmatratzen, rollten sie zusammen, verstauten Decken, Kissen, Kuscheltiere und Luftmatzratzen auf dem Dachgepäckträger und im Auto, Packten die Reisetaschen und Kisten und verluden sie.  Noch einmal kurz im Pool schwimmen und unsere Weiterfahrt konnte losgehen, ca. 100 km in Richtung Süden nach Mataranka.

 

Wir haben uns bei den Rainbow Springs auf einem Camping Platz einquartiert. Hier war der Aufbau des Zeltes nicht ganz so einfach, da der Untergrund recht steinig war und wir einige Häringe verbogen, bis das Zelt endlich stand. Auch sonst wirkt der Platz etwas verwahrlost. Gras gibt es nicht, weil kaum gesprengt wird, obwohl Wasser im Überfluss vorhanden ist. Auch die Bäume, die rundherum wachsen, und angenehmen Schatten bieten, lassen bereits die Blätter hängen.  Leckende Wasserleitungen am Waschhaus, keine Möglichkeit sein Geschirr mit warmen Wasser abzuwaschen, trotz großer Solaranlage. Das Waschhaus selbst hat auch schon bessere Tage erlebt, aber es wird erfreulicherweise regelmäßig gereinigt.  

 

In Mataranka steigen Quellen aus über 100 m Erdtiefe an die Erdoberfläche, täglich 30,5 Millionen Liter. Durch die Erdwärme aufgeheizt, tritt das Wasser mit ca. 34 Grad Celsius zu Tage. Es durchfliesst einen kleinen Naturpool, bevor es in den Roper River eintritt. In diesem Naturpool kann man rund um die Uhr baden. Das Wasser ist glasklar und schimmert bläulich, wie ein Aquamarin. Wenn man aus dem Wasser herauskommt, erscheint einem die Umgebungstemperatur anfangs recht kühl, aber angenehm. Nur sehr wenige Fische und Frösche sind in der Lage in diesem, mineralstoffarmen Wasser zu überleben, dennoch wimmelt es rundherum vor Leben. Viele Vögel, Schlangen, Spinnen,  Echsen, etc. leben hier

 

Da an dieser Stelle Wasser im Überfluss vorhanden ist, hat sich rund um den Pool ein richtiger kleiner Urwald, hauptsächlich aus Palmen bestehend, gebildet. In dem Urwald sieht es recht chaotisch aus. Die Ursache dafür sind kleine Fledermäuse (Flying foxes), die im Oktober in grosser Zahl (bis zu 250.000 Stück) hierherkommen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Im Mai verschwinden fliegen sie dann wieder fort. Die Fledermäuse brechen die Palmenwedel regelrecht ab,  (wenn mehrere 100 auf ihnen landen).

 

Dennoch sind sie gern gesehene Gäste, weil sie die Pflanzen in der Umgebung bestäuben und damit für ihr Fortbestehen sorgen. Auch brechen nur bereits altersschwache Palmenwedel ab und sorgen damit für mehr Lichteinfluss auf dem Boden, wodurch junge Pflanzen eine bessere Überlebenschance erhalten und der Wald sich dadurch immer wieder selbst erneuert.   

 

03.07.09 - Timber Creek

 

Wir übernachten am Highway in Timber Creek. Hier gibt es nicht viel besonderes. Ein kleiner Fluß, gleich nebenan, mit einer ebenso kleinen Insel, auf der viele Flughunde Unterschlupf in den Bäumen suchen. Man kann sie regelrecht riechen, wenn man über eine Metallbrücke auf die Insel geht. Im Fluss selber leben Süsswasserkrokodile. Ein Warnschild, dass auch Salzies hier leben, und ein Bad nicht genommen werden sollte, ist im Prinzip überflüssig, da das Wasser, welches recht langsam fließt, ziemlich brackig ist.  Ein Campingplatz, gut genug für die Durchreise, sauber und gepflegt.  Wir mieten uns in einer „Cabin“ ein, um am nächsten morgen gleich früh weiter fahren zu können, ohne das Zelt erst auf- und dann abbauen zu müssen. Wir wollen weg von der Zivilisation und den Highways.

 

04.07.09 -El Questro

Heute haben wir die Northern Territories verlassen und die Grenze nach Westaustralien überquert. Dieser Grenzübertritt hat nichts mit unseren Grenzübertritten gemein, obwohl auch hier eine strenge Kontrolle stattfindet. Kontrolliert werden mitgeführte Lebensmittel, gebrauchte Rasenmäher, alte Obstkisten, und alles, was Schadinsekten, wie z. B. Die Fruchtfliege oder die berüchtigte Aga-Kröte, welche in Westaustralien nicht erwünscht ist, beinhalten könnte. So ist es verboten, Frischfrüchte und -Gemüse, Honig, offene Obstkonserven oder Tüten mit Nüssen, Obstkisten, etc. nach Westaustralien einzuführen. Da heisst es dann, alles, was vorhanden ist, vorher zu verzehren, einzukochen, zu verschenken, wegzuschmeissen, bzw. damit es nicht dazu kommt, oder entsprechend vorher (nicht) einzukaufen. Ob dieses Vorgehen wirklich den Einmarsch dieser Schädlinge verhindert, ist fraglich. Vielleicht verzögert es die Verbreitung zumindest.

 

Die nächste Stadt, mit natürlich hervorragenden Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel ist Kununurra. Hier besuchen wir die Zebra-Rock-Gallery,  in der aus bunten, originellen Steinen allerhand Gegenstände angefertigt werden. Eine Spezialitäten sind Gegenstände aller Art aus Zebra-Stein. Dieser feste Sandstein kommt ausschliesslich am Lake Argyle vor, nirgendwo sonst auf der Welt und hat tatsächlich die Musterung eines Zebras. Schwarz-weiss, lila-weiss, braun-weiss, je nachdem. Aber auch aus anderen Steinen werden Flaschenhalter, Untersetzer, Uhren, Schmuck, Teller, Schalen, usw. angeboten. Es lohnt sich, hier einmal vorbei zu schauen.

 

Etliche Kilometer hinter Kununurra biegen wir auf die Gibb River Road ein und fahren damit das erste mal auf einer unbefestigten Strasse. Schon lange, bevor die Abzweigung zu dieser Strasse kam, konnten wir sehen, wo die Gibb River entlang führte, und zwar an der Staubsäule, die über der Strasse hing.

 

Und tatsächlich ist es so, dass man beim Fahren eine lange Staubfahne hinter sich herzieht, die teilweise so dicht sein kann, dass entgegenkommende Fahrzeuge, oder Fahrzeuge, die zu wenig Abstand zu ihrem Vordermann halten, nichts mehr sehen können, als wären sie im dichtesten Nebel. Scheinwerfer sollten daher in jedem Fall auch tagsüber eingeschaltet sein.

 

Die Gibb River gilt, wie wir bisher hörten, als berüchtigt. Aber sie ist, im Gegensatz zu vielen anderen Offroad-Strassen breit, so dass bequem Platz für 2 Autos nebeneinander ist. Sie wird öfter von einem Grader instand gehalten, so dass tiefe Auswaschungen oder gar Löcher, hoch aufragende Steine praktisch nicht vorhanden sind. Die Flussdurchfahrten sind meist asphaltiert, so dass man hier nicht stecken bleiben kann. Eines hat sie aber mit allen anderen unbefestigten Strassen gemein: Die Corrugations. Bodenwellen im Abstand von ca. 30 – 50 cm. Diese Wellen sorgen dafür, dass das Auto und die Insassen ordentlich durchgeschüttelt werden. Wie sind sie am besten zu überfahren? Hier streiten sich die Geister. Einige fahren lieber langsam, bei Tempo 30, bekommen aber jeden Schlag deutlich mit. Andere wiederum überfahren sie mit Tempo 70. Dabei springt das Auto praktisch von einer Erhebung zur nächsten. Das ist oft bequemer, außer die Wellen sind zu hoch oder zu hart. So manch ein Fahrzeug oder gar Anhänger verkraftet keine dieser Varianten lange und bleibt mit Achsbruch oder anderen Defekten liegen. Auch platzen gern mal Reifen, oder Teile des Inventars gehen gern mal zu Bruch, wie z.B. Glasgeschirr, Eier, etc., wenn man diese Dinge nicht gut verpackt oder z.B. bei Geschirr lieber Plastikteller, -gläser, etc. verwendet. Aber auch anderes geht kaputt. So fiel bei unserem Toyota einer der zusätzlich eingebauten Scheinwerfer ab. Er hing noch am Stossdämpfer, gehalten von 2 Elektrokabeln und leuchtete traurig auf den Boden unter ihm.

 

Auch kann es passieren, wenn man Kurven fährt, dass das Fahrzeug durch die geringere Bodenhaftung einfach aus der Kurve herausfährt, unlenkbar wird, wenn man zu schnell fährt.

 

Unser Toyota Landcruiser hat uns während der 5 Wochen jedoch nicht einmal im Stich gelassen.

 

Wir fahren durch eine grandiose Landschaft. Steil aufragende Berge, neben flachem Buschland, und lockerem Waldbewuchs.

 

Unser Etappenziel ist der Campingplatz El Questro, an der Cockatoo Lagoon, der auf einer 400.000 Hektar großen Rinderfarm liegt. Dieses Wasserloch, von einem Fluss gespeist, trocknet so gut wie nie aus.

 

Als wir ankamen, war es bereits dunkel geworden. Ich fragte daher an der Rezeption nach, ob wir eine Cabin bekommen könnten, damit wir das Zelt nicht im dunkeln aufbauen mussten, doch alles war ausgebucht. D.h. der 2. Zeltaufbau musste bei Lampenlicht erfolgen. Schnell war das Gepäck vom Dach abgeladen, aber irgend etwas fehlte. Was war das nur? Oh Schreck,  die Tasche mit dem Zelt fehlte, musste irgendwann/irgendwo vom Auto gefallen sein. Wie das passieren konnte, war uns schleierhaft, da wir das Gepäck auf dem Dach mit 8-9 Spanngurten befestigten. Was nun? Im Freien wollten wir, nach meinem Erlebnis mit der Schlange unter dem Kopfkissen, keinesfalls schlafen. Ich ging also zur Rezeption zurück, und fragte, ob wir uns in einem der Zelte des Campingplatzes (aufgebaute Zelte, die Touristen gegen Entgeld zur Verfügung gestellt wurden) einnisten könnten. Das war möglich und ich war gerade dabei, den Vertrag auszufüllen, als ein weiterer Camper dazukam und eine Tasche auf den Tisch wuchtete, mit der Ansage, er hätte sie ein paar Kilometer vor dem Platz, am Fluß, den wir überquert hatten, gefunden.

 

Ich erkannte die Tasche sofort und sagte zu dem Mann: „You are MY man!“ So viel Glück kann man haben. Hätten wir die Tasche 50 oder 100 km vor unserem Ziel verloren, hätte niemand geahnt, wo der Besitzer übernachtet hätte, und das Zelt wäre perdue gewesen.

 

So kam ich gut gelaunt und fröhlich zu Kerstin und den Kids zurück, mit dem Zelt in der Hand. Der Aufbau ging rasend schnell, dank eines freundlichen Nachbars, der uns seine Stableuchte lieh, weil unsere durch die Rappelei auf der Gibb River Road kaputt gegangen war. Schnell noch ein Abendessen und wir gingen müde ins Bett.

 

 

 

 

05.07.2009 - El Questro

 

Ich hatte eine scheussliche Nacht hinter mir. Irgendetwas bekam meinem Magen/Darm nicht und ich fand kaum Schlaf in der Nacht. Am nächsten Morgen gab es nur ein minimales Frühstück für mich. Die anderen waren wohl auf. Vögel (der australische Rabe, Billy Butcherbird und Willy Wagtail umrundeten unseren Platz, auf der Suche nach Fressbarem. Sobald wir einen Brotkrumen fallen liessen, zankten sich die Vögel darum. Zeit genug, diese Tiere aufzunehmen.

 

Nach dem Frühstück wollte ich mich nur noch hinlegen. Rollte den Swag aus, um darauf ein Nickerchen zu machen, doch der Platz war schon belegt. Eine fast handtellergrosse Spinne hatte die Nacht in dem Swag verbracht. Wir fingen sie ein und fotografierten sie, bevor wir sie in die Freiheit entließen, wie wir dachten. Wir setzten sie ein paar Meter von unserem Platz auf dem Gras aus. Das war ein Fehler, denn nur wenige Sekunden später stürzten sich die Vögel auf das Tier und fraßen die Spinne auf. Diesen Fehler würden wir kein zweites mal begehen, denn töten wollten wir das Tier nicht.

 

Während ich mich ausruhte, erkundeten Kerstin und die Kinder die Umgebung. Nur ca. 50 m von unserem Platz entfernt befand sich die Cockatoo Lagoon. Es gab hier keine Krokodile, das wurde uns von mehreren Seiten bestätigt. Der Sand in der Lagoon glitzerte überall. Gold? Oder doch nur winzige Quarzsplitter? Egal, es sah wunderbar aus. Zwei Flussarme fliessen in die Lagoon, sowie zahlreiche Quellen, die einfach aus dem Boden hochsprudelten. Genügend Steine, Pflanzen und Fische, die bestaunt werden wollen. Die Kinder waren in ihrem Element und baggerten, klopften Steine, bauten Dämme, was das Zeug hält.  

 

06.07.2009 - El Questro

 

Mir geht es wieder gut, und wir unternemen einen Ausflug durch die Gegend, mit dem Ziel Pigeon Hole. Tiefe Flussdurchfahrten standen an. Wichtig ist, hier nicht stecken zu bleiben, weil hier Salzwasserkrododile leben. Aussteigen aus einem liegengebliebenen, oder gar abgetriebenem Fahrzeug ist also lebensgefährlich. Glücklicherweise lief alles glatt. Nur ein paar erstaunte Rinder standen vor uns im Wasser, machten aber Platz, als wir anfingen mit der Kamera (Bilder) zu schiessen.  Es ist erstaunlich, wie vielfältig die Landschaft ist. Wir fuhren in der Ebene los, um nach wenigen Kilometern auf Serpentinen zu stossen, die schmal und extrem holprig sind, steil einen Berg hinaufführen. Oben auf dem Berg angekommen, bietet sich ein grandioser Anblick auf weitere hohe Berge, weite Ebenen und Flüsse, die noch viel Wasser führen. Die Gesteinsschichten in den Bergen sind scharf abgegrenzt. Granit auf Sandstein und umgekehrt.

 

Wir sind dann irgendwann runter, zu einem Fluss gefahren, dem wie wir dachten, Pigion Hole. Tiefer, weicher Sand erwartete uns, nach einer extrem steilen und mit tiefen Löchern, recht hochen Steinen gepflasterten Strasse. Fahrspuren führten durch den weichen Sand nach links und rechts. Wir parkten lieber, um uns bei einer Weiterfahrt nicht festzufahren, und machten uns zu Fuß auf den Weg, kamen bald an dramatische Felsen, Wir folgten einem sehr schmalem Pfad, natürlich ohne Geländer, bis es nicht weiter ging. Viele Meter unter uns nichts, als einem großen Fluß, der Salzies beherbergen sollte, über uns steile Felswände. Die Felsen waren beige, lila, weißlich, klar abgegrenzt, grandios. Wir warfen große Äste ins Wasser, von Krokodilen aber keine Spur, obwohl wir im Sand, vorher, Spuren von ihnen sahen.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir zurück, ohne bis dahin zu ahnen, dass wir das Pigion Hole gar nicht erreicht hatten. Das erkannten wir später, auf einer weiteren, viel detailgenaueren Karte, die wir erhielten. Aber egal, auch das Pigion Hole war von Kroks bevölkert, baden also unmöglich. Nur die smaragdgrüne Farbe des Wassers hätte uns interessiert…

 

06.07.2009 - El Questro

 

Einen weiteren Tag verbrachten wir in El Questro. Erforschten den Fluss, wuschen Glitzerpartikel aus dem Sand, beobachteten Vögel, die Kinder bauten ein Krokodil im Sand. Ein sogenannter „fauler“ Tag, an dem ich aber auch den abgefallenen Scheinwerfer wieder montierte.

 

 

 

 

 

 

 

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