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15.05.2009

Das Auto ist umgebaut und vollgetankt, zu 1,169 Aus. Dollars, incl. der Reservekanister. Um 8:00 morgens kommt Otto, und wir beide starten die Canning Stock Route. Diese Route, über ca. 1.900 km wurde früher von australischen Cowboys für den Viehtrieb (Rinder) von Halls Creek Richtung Süden (Perth) benutzt. Für die Tiere war dieser Transport eine Strapaze, da sie teilweise durch Wüstengebiete führte, aber auch eine Art Auslese. Nur die starken, gesunden Tiere überlebten. Heutzutage werden die Rinder per LKW transportiert.

 

Die Route gibt es aber immer noch. Sie stellt nun eine Herausforderung an Touristen/Urlauber dar. Nur die starken kommen durch (Ein Scherz, aber irgendwie auch nicht). Das Besondere an dieser Strecke: Man ist auf sich allein, bzw. die Tourteilnehmer, gestellt, da es keinerlei Ortschaften an der Strecke gibt, bis auf eine Community von Aboriginees. Nur dort gibt es auch die Möglichkeit zu tanken, bzw. Lebensmittel zu kaufen. Allerdings zu exorbitanten Preisen. Frischwasser muss in ausreichender Menge mitgeführt werden, oder kann aus den alten, soweit noch vorhandenen Brunnen bezogen werden. Geduscht wird allenfalls alle 3 Tage mit Brunnenwasser, und das möglichst wassersparend. Man muß gut überlegen, was man auf diese Tour mitnimmt. Wird das Fahrzeug zu schwer, bleibt man leicht in den Sanddünen stecken. Trotzdem müssen genügend Treibstoff, Lebensmittel, Wasser, sowie mindestens 2 Reservereifen, Ersatzteile für die nötigsten Reparaturen, Sandbleche, Schaufeln, etc.  mitgeführt werden. Ein Balanceakt also. Starke Nerven sind gefragt, damit man sich unterwegs nicht auf die Nerven geht, oder womöglich sogar die Beherrschung verliert, gerade, wenn jemand sich das 5. Mal am Tag festgefahren hat, die Mikrowelle, oder  einfach nur das TV-Abendprogramm vermisst, und dabei den grandiosen Blick auf den Abendhimmel  verpasst.

 

Trotzdem zähle ich diese Tour zu den Highlights. Wenn man all die o.g. „Kleinigkeiten“ vergisst, und sich nur auf sich besinnt, und auf das, was um einen herum passiert, muß das wunderbar sein.

 

Wer ist Otto? Otto ist mein Tourguide. Er hat früher Forscher auf ihren Expeditionen geführt, begleitet. War dabei in Gebiete gekommen, in denen sich sonst niemand „verirrtt“, weitab von allen Straßen und der Zivilisation. Später hat er sich selbständig gemacht, mit seiner Firma „OTTO TOURS“ und bietet nun begleitete Trips, wie u.a. die  Canning Stock Route. Wer mit Otto fährt, kann sicher sein, jemanden bei sich zu haben, der sich sich mit dem Land, der Tier- und Pflanzenwelt auskennt. Auch sonst weiss er immer Rat, wenn es Probleme, Pannen, oder was sonst auf solchen Touren auftreten kann, gibt. Ich fühle mich, um das vorweg zu nehmen, immer gut aufgehoben, und nie im Stich gelassen.  

 

16.05.2009
Wiluna

Sind heute bis nach Wiluna, über Sandstone und dem Lake Mason gekommen. Ich hatte für diese Strecke vorher 2-3 Tage gebraucht. Otto ist da halt viel routinierter. Auch schaut er nicht mehr so viel nach links und rechts. Kängurus, Emus und Steine sind für ihn alltäglich. Bei der Anreise von Sandstone nach Wiluna ist mir dann doch tatsächlich der dritte Reifen kaputt gegangen.
Es war schwierig, in Wiluna (bei Jim, der sonst Samstag nachmittags nicht arbeitet, einen ungefähr passenden Ersatzreifen zu finden, denn mit nur einem Ersatzreifen fährt man nicht auf die CSR.
In Wiluna wollte ich eigentlich Don noch einmal treffen. Leider war er nicht da.  Er wohnt dort jetzt etwas abseits in einem Wohnwagen. Hoffentlich findet er noch irgendwo einen Job.

 

17.05.2009

Gestern ist mir auf der Tour die Frontscheibe des Wagens gerissen ... so auf 20cm Länge mit erzweigungen. Habe den Riss mit Klebeband von innen und aussen fixiert. Leider wanderte der Riss aber an beidn Seiten weiter. Dieses habe ich erneut überklebt - ganz freie Sicht vorne raus ist nun nicht mehr gegeben. Die Scheibe war vermutlich durch Steinschlag auf den Hauptstrassen an Tagen zuvor beschädigt worden. Durch die Fahrzeugverwindungen auf der CSR, die sich auf die Frontscheibe
übertrugen, entstand dann der Riss.

 

 

18.05.2009

Der Swag, das Einmannzelt nach Hundehüttenart kleinsten Kalibers hat sich bewährt. Ruckzug ist er aufgebaut, ein Band am Kopfende wird am Fahrzeug festgemacht, ein Band am Fußende wird mittels Häring fixiert. Ungeziefer und Schlangen können nicht hinein.

 

 

22.05.2009
-22.54522, 122.27479

 

Wir haben temporär die CSR verlassen und kommen in 4 tagen wieder an die  Stelle zurück, wo wir abgefahren sind.
Am Freitag sind wir in Perth losgefahren. Heute ist wieder Freitag. also eine Woche
unterwegs. davon seit Sonntag beginnend in Wiluna auf der CSR unterwegs.
Es geht gut ... inkl der wirklich beeindruckenden Dünen, die überquert werden. Auf den Dünenkämmen liegt oft feiner Sand, das Auto wühlt sich im ersten gang bei 3-4.000 Touren hindurch. Zwischen Otto und mir steht es 7:7,  d.h. ich habe es 7 x nicht geschafft, eine Düne hochzukommen und bin unterwegs hängen geblieben. Und Otto ebenfalls. Wir zählen aber nicht mehr weiter. Eventuell nehmen wir die letzten 40 Dünen, die zu überqueren sind, gegen Ende der Tour, als Wettkampf. Wer sich weniger häufig festfährt hat gewonnen. Die Erfahrung, die dazugehört, habe ich nicht, aber mit Otto's Ratschlägen gelingt mir vieles immer besser.

Habe mit Otto entschieden, einen 4-tägigen Abstecher von der CSR in den Rudall River National Park vorzusehen.Komme also 4 Tage später als geplant bei Halls Creek raus.

Kurz vor dem Park haben wir Quartier bezogen. Morgen früh ab 8 Uhr können wir in der Aboriginee Community tanken - erstmals seit Wiluna. vielleicht gibt es dort auch frische Nahrungsmittel wie Wurst und Käse, sowie Milch.

S'ist 11 Uhr abends, das lagerfeuer glimmt noch vor sich hin. Krieche jetzt in meinen
swag, mir fallen die Augen zu.
 

 

 

23.05.2009

-22.31352, 121.56225

Sind am Currun Currun Rockhole angekommen. Es ist sogar Wasser drin. im Gegensatz zu den umliegenden creeks, war dieser streckenweise so stark überwachsen, dass selbst Otto meinte, der Track ginge nicht weiter und wollte umkehren. Scheint wohl nicht oft befahren zu werden.
Wir fahren am Montag auf die CSR zurück und kommen dann bald an die höchsten Dünen, die es auf der Tour zu überqueren gilt. Ein Heidenspass wird das ...

 

24.052.009

Haben heute eine Abstecher gemacht und fahren erst morgen weiter durch den Rudall River NP und nachmittags zurück
auf die CSR.
Haben heute mittels der Fugawi Karten von Jens einen neuen Verbindungstrack gefunden, den Otto nicht kannte und von dem er behauptete, es gäbe ihn
nicht....

 

 

Kunawarritji Community
-22.32930,
124.72786
 

 

Heute früh um 4:30 Uhr wachte ich in meinem Swag auf und hörte „draussen“ das Prasseln von Regen. Der Regen, incl. komplett grauem Himmel blieb bis nachmittags  gegen 15:00 Uhr, als wir in der Kunawarritji (Aboriginee) Communuity einrollten. Den ganzen Tag über Regen .. das hatte Otto seitdem er die Canning Stock Route befährt noch NIEMALS gehabt. Deshalb war auch fraglich, wie das Befahren der verschiedenen Tracks sein würde, zumindest für mich. Und es ging überraschend gut(vielleicht, weil der trockene Boden das Wasser gierig aufsog?), besser als über trockene Dünen. Sanddünen werden schwieriger zu befahren, je trockener sie sind; bei steinigen Strecken : kein unterschied.
Aber clay pans = Lehmpfannen - sind irgendwann nicht mehr befahrbar, nämlich dann, wenn sie vom wasser zu tief
aufgeweicht sind. So viel Regen war aber nicht gefallen, sodass wir gut durchkamen.

 

In der Community erfuhren wir vom Verwalter, dass ein, zu dieser Jahreszeit ganz ungewöhnliches Tief von der Küste ins Inland, Richtung Alice Springs zieht und bis heute
nachmittag dann auch durchgezogen sein sollte. Und es stimmte. Pünktlich um 16:00 präsentierte sich ein blauer Himmel am Horizont.

 

Um unsere nassen Klamotten, insbesondere die Swags zu trocknen, schlafen wir heute in einer "cabin", die außer 5A$ für die heiße Dusche nichts kostet. Das ist günstig. Weniger günstig ist hier der Treibstoff.  Diese Community bietet derzeit die einzige Möglichkeit, auf der CSR zu tanken und Lebensmittel zu kaufen. Das lassen die Leute sich hier auch gut bezahlen. So kostet ein Liter Diesel 3,20 A$. Otto und ich tankten zusammen 228 Ltr. Zur Erinnerung: in Perth haben wir für 1,169 A$/Ltr. getankt.

Es gibt in Aboriginee Communities, wie dieser hier, mehr Hunde als Menschen, den Eindruck bekommt man jedenfalls. Aboriginees lieben Hunde und lassen sie sich ungebremst vermehren. das Resultat sieht und hört man.

 

 

28.05.2009

-21.94304,

125.51214

Heute standen VIELE Dünenüberquerungen auf dem Programm. Ziemlich einfach, weil die Dünen / der Sand vom gestrigen Regen und teilweise auch Gewitter, feucht waren, und damit fester.  Schwieriger ist es, wenn der Sand trocken und somit lose ist. Dann fährt man sich schon einmal schnell fest.
 

Auf unserem heutigen Weg begegnete uns u.a. ein einzelnes Fahrzeug. Die Insassen waren ein Ehepaar mit 2 Kindern, im Alter von 3 und 4 Jahren. Die Kids erzählten mir, dass sie GERN im Sand spielen würden. Die Familie war allein unterwegs. Otto ist natürlich nicht begeistert von dergleichen. Eigentlich ist es auch unverantwortlich, allein diese Route zu bereisen, und dann noch mit so kleinen Kindern; aber diese Leute schienen zu wissen, was sie tun.  Sie wollen auch nur die halbe Strecke fahren, heißt, beim Rudall River NP die Route verlassen. Es  gibt mehrere Möglichkeiten,  auf Gravel Roads die CSR zu verlassen.

 

Später  begegnete uns Russel Worthington. ein Supersportler.Seine Mission: 10 Wüsten per Fahrrad zu durchqueren. Sein Bike ist mit extradicken Rädern ausgestattet, um möglichst problemlos durch losem Sand zu kommen.  Einen Anhänger, mit dem Nötitigsten zieht er außerdem.  Bei seinem Anspruch und seiner Kondition schafft er es sicher, die CSR zu bewältigen. Er hat mirch irgendwie an Kai Gilbert, einem Triathleten erinnert. Fotos folgen später, bei dem nächsten Hotspot.
 

Für weitere Infos schaut Euch einfach Russel`s Homepage an: www.10deserts.com.
 

Übrigens, ein paar Stunden vorher trafen wir seinen Vater, der Russel in mehr oder weniger in WEITEM Abstand begleitete.  

 

Wir übernachten zwischen Well 38 und Well 39. Kaum hatten wir das Feuer angemacht, gegessen und den Swag hingelegt, da fing es an zu tröpfeln. ... hoffentlich wird es nicht mehr.

 

 

29.05.2009
-21.12433,

125.58249
 

 

Regen und Gewitter, ein für diese Jahreszeit, an diesem Ort ungewöhnliches Wetter. Hätte aber lieber Sonne und Wärme.

 

Das Fahren macht bisher keine Schwierigkeiten. Nur die Durchquerung des Tobin Lake, der eigentlich knochentrocken ist, drohte problematisch zu werden. Er hatte jetzt Schlammlöcher, das Wasser spritzte, bei Fahrt im 3. Gang und 40 km/h über das Auto. Die Gefahr besteht darin, die Richtung zu verlieren, oder gar steckenzubleiben. Wir sind, Dank Otto`s Infos (der Mann weiss einfach alles) durchgekommen.

 

Geschlafen wird heute im Auto, da das Swag klatschnass ist.

 

Der Natur tut die Extraportion Regen nur gut.  Otto hat mir einige Pflanzen gezeigt, deren Stängel mit vielen Knoten versehen waren. Die Pflanze saugt sich nach dem Regen prallvoll mit Wasser. Hunderte erbsengroße Wasserbehälter, für Trockenzeiten, an einer Pflanze.

 

 

30.05.2009
-20.383071
126.171426
 

Heute ist der 30te Mai und es scheint, dass das Regengebiet endlich abzieht. Kein Regen heute, und die Wolken werden weniger. Wir sind durch Wasserlöcher gefahren, die vom Regen der letzten Tage übrig blieben. Da bestand locker die Gefahr einmal stecken zu bleiben .... aber .. wir sind ja Profis  haben Kurs gehalten ...
Swag ist während der Fahrt heute auf dem Autodach zu 95% getrocknet. Schlafe heute nacht wieder darin. Meine Wäsche, auch die Wechselwäsche ist allerdings durchnässt. Die Alukisten sind bei Fahrt nicht wasserdicht. Ärgerlich!


Otto hat heute die Dünenprüfung von mir abgenommen. Eine Unzahl von Dünen (100?) waren per schnurgeradem Track zu überfahren ... es war der reinste spass .. alle Dünen im 2ten Gang mit ca. 2.000 Touren (U/min) und ca. 30km/h überfahren. Das war nur möglich, weil der Sand noch feucht war. Dann lassen sich die Dünen gut fahren.


Meine Position heute nacht ist Well 46 & wie an der Höhe der Ziffer erkennbar, sind wir bald am Ziel in Halls Creek. Wann wir genau ankommen, hängt noch vom eigentlich trockenem Lake Gregory ab, den es zu überqueren gilt. Sollte der See passierbar geblieben sein, sind wir übermorgen nachmittag in Halls Creek. Sonst verlängert sich die Tour um bis zu 3 Tagen.  

 

01.05.2009

 

-20.19792, 126.98650

my position this morning .. its 1st of June: -20.19792, 126.98650.  das ist kurz hinter Brunnen 50 - unter einer großen Wüsteneiche.

Der Platz am well 50 stand so weit vom Weg her unter Wasser, dass wir verzichtet haben dort reinzufahren. .. Wir hatten keine Lust, uns heute noch einmal wieder festzufahren.

 

Otto ist das gestern passiert. Er wollte versuchen, einen Weg, der unter Wasser stand, nicht mittig zu fahren, sondern mit einem Räderpaar in der Mitte des Weges und mit dem anderen Vorder- und Rückrad auf dem Seitenstreifen. Sein Pech dabei: der Seitenstreifen war völlig aufgeweicht. So blieb er stecken.

 

Ohne fremde Hilfe hätte er sich wohl nicht befreien können, hätte warten müssen, bis der Schlamm getrocknet wäre. Habe ihn da herausgezogen.

 

In Australien verwendet man zum Abschleppen sogenannte „snap straps“, dicke, flache Taue, die sich beim Anzug durch das abschleppende Auto bis 30% dehnen. Das Auto, das feststeckt, kommt dann wie von einem Flitzebogen geschossen, aus dem Dreck heraus.

Wenn auf einem Weg Wasser stand, haben wir schon immer mit einem Stock geprüft, wie tief er unter Wasser steht, bzw. Ob der Untergrund sehr schlammig ist. Dann galt es, möglichst schnell diese Stelle zu durchfahren. Je schneller das Auto, desto eher kommt man durch. Allerdings spritzte das schlammige Wasser über die Motorhaube, auf die Frontscheibe. Sicht hatten wir dann kaum noch, die Scheibenwischer konnten so schnell keine „klaren Verhältnisse“ schaffen.

 

Es sind jetzt noch 230 km Luftlinie bis Halls Creek. Mal sehen, wie es sich heute fährt.

 

01.06.2009

Halls Creek

Wie ihr seht, wir sind doch bereits in Halls Creek angekommen. Die Strassenverhältnisse waren ok. Hier scheint es weniger geregnet zu haben. Unterwegs haben wir noch ein älteres Ehepaar getroffen, die mit einem Auto und kleinem Wohnwagen auf die Canning Stock Route gefahren waren. Es heißt, dass diese Route keinesfalls mit Anhänger befahrbar ist,, und auch nur im Convoy gefahren werden soll.  Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie das anders gefahrlos möglich sein sollte. Entweder ist sie, wie im Moment zu matschig, oder aber die Dünen, die überfahren werden müssen, sind zu sandig. Jedenfalls gibt es genügend Möglichkeiten, sich festzufahren oder, liegenzubleiben. Wir haben häufiger zurückgelassene Anhänger auf der Tour gesehen. All deren Besitzer, die die Warntafeln in den Wind geschlagen hatten, wurden eines besseren belehrt

 

Mir hat diese Tour unheimlich viel Spaß gemacht, sie hätte gern auch noch länger sein können. Ein großes Danke an dieser Stelle auch noch einmal an Otto. Ich habe so viel gelernt und erlebt. Nach und nach wird einiges davon auch noch in diese Homepage eingebunden.

 

Diese Route ist in der Google Map in gelb dargestellt

 

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