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02.06.2009

Halls Creek

Jetzt, nach Beendigung der CSR ist der Toyota kaum wieder zu erkennen. Er ist völlig verdreckt, teils mit dicken roten Krusten versehen. Auch hat er einige Kratzer abbgekommen, da die Büsche auf der Route oft in den Track hineinragten und ein Ausweichen nicht möglich war. Selbst in dem Wagen liegt überall eine rote Staubschicht. Ich hatte schon gehört, dass Staub im Auto nicht vermeidbar ist, aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

 

Wenigstens von aussen wollte ich den Wagen hier, auf dem Campingplatz ein wenig waschen. Allerdings erfuhr ich schnell, daß das garnicht erlaubt ist. Halls Creek leidet unter starkem Wassermangel. Mit diesem Rohstoff muß hier sparsam umgegangen werden. Autowaschen mit einem Wasserschlauch ist verboten. Mit einem Eimer voll Wasser durfte ich mich an die Arbeit machen.  

Auf mein verzweifeltes und hoffnungsloses Bemühen hin, nannte Otto mir eine Adresse in Perth, wo er seine Wagen nach Offroad-Routen reinigen und aufpolieren lässt. Dort sollen die zeigen, was sie können. John von der Autovermietungsstation würde bestimmt einen Herzinfarkt bekommen, wenn er sein fast nagelneues Auto in diesem Zustand zu sehen bekommt.

 

Otto ist noch 2 Tage in Halls Creek und wir werden gemeinsam zu Abend essen, vielleicht auch Frühstücken. Er hat hier noch einiges zu erledigen, bevor er sich auf den Heimweg nach Perth macht. Von dort steht demnächst eine weitere Tour an. Normalerweise fahren aus Rentabilitätsgründen immer mehrerer Autos. Von dieser Tour, nur mit mir hat Otto aber auch profitiert. Er ist in Gebiete gekommen, die er sonst, mit mehreren Teilnehmern nicht befährt. Auch sind wir, dank des Fugawi-Navigationsgerätes Tracks gefahren, die Otto nicht kannte, weil sie auf den meisten Karten garnicht verzeichnet sind. So waren diese Tracks auch beschaffen. Teilweise von Büschen bewachsen.

04.06.2009

Derby

Ich befinde mich nach Beendigung der "Canning Stock Route" Tour auf dem Rückweg
nach Perth. Dort wird das Auto wieder zurückgebaut und ich lade meine, bei John Guilbert, dem Branch Manager der Autovermietung eingelagerten Sachen wieder ins Auto.

in Halls Creek, meiner letzten Übernachtungen ist seit 2 Wochen fast totales Alkoholverkaufsverbot. Dieses wurde als nötig erachtet, nachdem die Alkoholorgien und Nebenerscheinungen unerträglich geworden waren. Die größten Probleme verursachten wohl, wie zu hören war, die Aboriginees. Da saßen dann mal eben 100 Aboriginees neben der Strasse im Grünen und soffen sich voll. Anschließend soll es  dann zu aggressiven Ausfällen hauptsächlich zwischen den Ureinwohnern, inzwischen aber auch gegenüber den Weißen gekommen sein. Aus diesem Grund ist/war Halls Creek unter Reisenden  "verschrieen".


Nun hat sich durch das Verbot etwas geisterhaftes ereignet:  der Ort leert sich - lautlos. Da die meisten Einwohner "blackfellows" sind und  es keinen Alkohol mehr gibt, verschwinden sie aus der Stadt. Da sie vorher Kunden im (z.B.) Supermarkt waren (Geld bekommen sie ja vom Staat), fehlen sie  dort nun als Kunden. Wohin sie gehen / fahren? Genau weiß man das im Einzelnen nicht.
Sie setzen sich teilweise einfach aus Frust in den Busch ab (wohin auch immer). Die Meisten fahren angeblich in die nächstgelegenen Städte Kununurra und Derby / Broome, wo sie weiterhin Alkohol bekommen. Von Letzterem konnte ich mich persönlich in Derby überzeugen.
 

Manche Aboriginees haben Autos, aber oft keinen Führerschein. Fahren tun sie aber trotzdem ... meist (wie bei Wiluna) mit schrottreifen  Kisten ohne Papiere auf side tracks, sozusagen neben der
öffentlichen Strasse. Man wundert sich, wenn manchmal jemand neben dir ... scheinbar im Busch ... an dir vorbei brettert. Bleiben vor Ortschaften mit dem Auto stehen und gehen den Rest zu Fuss. Sie
wissen offenbar genau aus Erfahrung, was nicht geht - da suchen sie genau die Lücke. Haben sie keinen Sprit mehr, dann lassen sie sich welchen  von Bruder x geben oder lassen das Auto einfach an Ort und Stelle stehen. Ggf. zerstören sie es noch oder kippen es aufs Dach.

Ein mir persönlich bekannter ca. 50% Aboriginee übervorteilt seinen "relative", einen älteren 1/8 Aboriginee systematisch in für zumindest meine Verhältnisse völlig inakzeptabler Weise. Dabei geht es z.B. um ausgeliehenes Geld in nicht unerheblichem Maße, das nie zurückgezahlt wird. nicht der geringste Denkansatz dazu vorhanden. Da wird das Auto des Älteren für einen Tag ausgeliehen und (freundlicherweise) nach 1,5 Wochen zurückgegeben, mit einem zerfetzten Reifen (nächtliche Kängurujagd per Auto). Dazu sei vermerkt, dass der Ältere 15km außerhalb des Ortes wohnt und ohne sein Auto dort festgenagelt ist / nicht wegkommt ... Auch hier ... keine Absicht erkennbar, den am geliehenen Gegenstand verursachten Schaden zu ersetzen. Diese vorstehenden zwei Punkte sind nur auszugsweise – ich könnte weitere Beispiele nennen. Es wurde mir versichert, dass dgl. orkommnisse unter Aboriginees und Abo-Mischlingen gang und gebe sind.

Meine Meinung / Haltung gegenüber den Aboriginees wird mit der Zeit immer unklarer. Wo soll es hier eine Lösung geben? auf Tasmanien sind sie ganz ausgerottet, in Australien gab es noch 30.000. Jetzt sind sie wieder auf 500.000 angewachsen und das "Aboriginee-Problem" wird immer größer. Die australische Regierung finanziert aus meiner Sicht das Größerwerden dieses Problems.

 


Den Aboriginees wurde Land "zurückgegeben". Was machen sie damit? Nichts. Cattlestations, die ihnen finanziert wurden, zerfallen nach kurzer Zeit. Das einzige was sie versuchen ist, die betreffenden Gebiete für Weiße zu sperren,  um sie dann, gegen Entgeld mit einem Permit ins Land zu lassen. Von diesem  Geld kaufen sich dann mit Abstand die meisten wiederum Alkohol.

Australien steht am internationalen Pranger vor Leuten, die selbst nie vor Ort waren, und von den tatsächlichen Verhältnissen keine Ahnung haben. Jetzt wird, wie zu hören ist, dort wo die Abo's Selbstverwaltung hatten, hart durchgegriffen bis hin zu Enteignungen (aktuell im Umfeld von Alice Springs, wo die Selbstverwaltung zum Bankrott geführt hat) und Polizeiverwaltung. Es  schien nichts anderes mehr denkbar, nachdem umfangreicher KINDESMISSBRAUCH  festgestellt wurde. Auch Gewalt unter den Aboriginees bis hin zur Anwendung  alter Todesstrafen (Speeren) waren / sind mit der australischen Verfassung  nicht vereinbar. Die Aboriginees SIND SEIT 1949 australische Staatsbürger. als  solche können sie nicht darauf bestehen, irgendwelche steinzeitlichen Riten  wieder einführen zu können. dies gilt nicht nur für das früher im nördlichen  Queensland (Cairns und nördlich) übliche Menschenfressen.

 

Mit Stammesältesten  - die angeblichen Anführer der Abos kann man zwar reden, es ändert sich  angeblich aber meist nichts. Man diagnostiziert in Australien, dass die Abos nur Geld wollen, sich aber nicht integrieren lassen WOLLEN. Bzgl. Geld wiederum wird den Aboriginees bescheinigt, dieses bis heute wertmäßig nicht wirklich zu kennen. Zumindest der Outback-Aboriginee soll 10 Cent von 20A$ kaum unterscheiden. Gibt man ihm 200 A$ gibt er sie sofort im gleichen Laden komplett aus - solange, bis er nichts mehr bekommt. Zukunftsplanung ist nicht existent. Er lebt das Heute und jetzt. Vorsorge bei Autofahrten durchs Outback - Fehlanzeige. Es wird kein Reservekanister Benzin und kein Ersatzreifen mitgenommen ... mit allen dazu gehörenden Folgen. Ggf. wird auf drei Reifen und einer Felge weitergefahren ... Weiße halten inzwischen wegen Sinnlosigkeit nicht einmal mehr an, wenn zum 50ten mal eine Abo-Familie seit gestern am Straßenrand steht.


Dies scheint mit den alten kulturellen Dingen, die in unseren Augen und nach unserer Gesetzgebung aber keine Kultur ist, sondern Barbarei, nicht vereinbar zu  sein. Angeblich wird von verantwortlichen Aboriginees Geld vom Staat und den Minengesellschaften in großem Umfang genommen und unbekannt verschoben. Es  soll sehr reiche Aboriginees geben. die "Communities" - Ansiedlungen
von  Aboriginees, erhalten viel Geld, aber sie verfallen trotzdem. Häuser werden  mutwillig zerstört, "es gibt ja neue". Teils werden weiße "Verwalter" eingesetzt, die aber in so einer Community eigentlich an Weisungen der Stammesältesten gebunden sind. Wer bei den Aboriginees jeweils Stammesältester wird, also im Namen der anderen sprechen und handeln können soll, ist den
Australiern unklar.

Diese Sichtweise drängt sich einem auf, der fast direkt mit den negativen Seiten der Aboriginees konfrontiert wird und mit weißen Australiern Kontakt hat, die wiederum negative Erfahrungen gemacht haben.

Die andere Seite, von der ich eigentlich nicht abweichen möchte:  Die Aboriginees haben den Kontinent lange vor den Weißen bevölkert, und zwar seit mind. 40.000-50.000 Jahren. Sie haben eine jahrtausende alte Kultur gebildet, älter, als z.B. die der Ägypter, Chinesen und andere Völker. Sie lebten im Einklang mit der Natur und achteten sie. Durch natürliche Auslese kam es nicht zur
Überbevölkerung, wozu wir "Zivilisierten" neigen, weil wir es gelernt haben, uns aus allem den bestmöglichen Vorteil / die höchstmögliche Rendite zu erwirtschaften, auf Kosten der Umwelt,
Gesundheit, Zufriedenheit, etc.

 

Sie benötigten, um überleben zu können,  das ganze Land, waren aber jeweils alle
2 Monate nur dort, wo es - nach deren 6 Jahreszeiten Rhythmus - genügend Nahrung und
Wasser  gab.

 

All das, was die Abos ausgemacht hatten, wurde ihnen genommen. Eine Zeitlang,
bis in die 70er Jahre hinein, sogar ihre Kinder, damit sie bei den "besseren" Weißen aufwachsen. Drastisch ausgedrückt: der Sinn und Inhalt ihres Lebens.

 

Communities wurden gegründet, und ihnen wird Geld gegeben. Mit Geld hatte der Staat ihre Freiheit oder besser: ihre Seele versucht zu kaufen. Was den Abos nicht gegeben wurde, ist Verantwortung, Anerkennung, eine Perspektive. Was man nun sehen kann, sind die Blüten, die all dieses getrieben
hat. Man versetze sich mal in ihre Lage. Es ist noch gar nicht so lange her, als sie offiziell überhaupt als Menschen anerkannt wurden, und nicht mehr als Tier. Dennoch lehnen viele (nicht alle) Australier sie kategorisch ab, so mein persönlicher Eindruck. Ich habe - passend dazu - von Australiern den Rat bekommen, durch anwesende Aboriginees "hindurch zu sehen", sie nicht zur Kenntnis zu nehmen und keinesfalls mit ihnen zu diskutieren. Wie  besch... müssen sie sich fühlen. Kein Wunder, dass sie das alles mit Alkohol  und Drogen zu betäuben versuchen, wie es auch die nordamerikanischen Indianer tun, denen ähnliches widerfahren ist. Dadurch entstehen natürlich wiederum neue Probleme.  Gewalt, Missbrauch, etc.

Abseits - in sehr abgelegenen Gebieten (z.B. in der Gibson- und Great Victoria Desert südlich und nördlich des Great Central Highways) - soll es bis heute Aboriginee Tribes geben, die jeden Kontakt
mit Weißen ablehnen und auch mit "domestizierten" (kulturell den Weißen angenähert / von ihnen abhängig geworden) Aboriginees nichts zu tun haben wollen. Auch leben die im Outback befindlichen Aboriginees noch sehr traditionell - vielfach unter Einbeziehung alter Riten.

Es braucht noch einige Generationen und einiges an ernsthaftem Bemühen,  um dieses "ins Lot" zu bekommen. Aber man kann auch heute schon sehen, dass es anders geht. So manche Aboriginees können sich sehr wohl anpassen, lernen, studieren, sind z.T. sehr gebildet (habe auch eine Aboriginee dieser Kategorie kennen gelernt). Bekommen anerkannte Jobs und können sich gut
anpassen.

Ich will das ganze nicht schön reden oder irgendetwas verurteilen.  Die Weißen haben große Fehler gemacht, die Abos agieren, reagieren. Um ernst genommen zu werden, soll man sich an den Fakten orientieren, aber vor allen Fakten kommt das Gefühl für diese "Sache": Mir kommen fast die Tränen, wenn mir die für sehr lange Zeit weiterhin bestehen bleibende Chancenlosigkeit der mit Abstand meisten Aboriginees klar wird.

 

 

 

Auf dem Weg nach Derby sind mir die hier erstmals aufgetauchten Boab- oder Flaschenbäume aufgefallen.

Die Wissenschaftler sind sich nicht ganz sicher über seine Herkunft. Lange Zeit glaubte man, dass diese Baumart vor langer Zeit von Madagaskar aus über den indischen Ozean nach Australien kam. Es mehren sich aber die Hinweise, dass dieser Baum schon vor 65 Millionen Jahren im Großkontinent Gondwana, als Australien mit dem heutigen Südafrika verbunden war, in dieser Region wuchs.

Die Australier erzählen sich eine andere Geschichte über diesen Baum. Er habe den anderen Bäumen gegenüber derart mit seiner Schönheit geprahlt, daß darüber die Götter erzürnten. Kurzerhand rissen sie ihn samt seiner Wurzeln aus der Erde und pflanzten ihn zru Strafe verkehrt herum wieder ein.

Der wohl berühmteste Flaschenbaum (Boab) steht 7 Kilometer vor Derby. Er diente, wie viele andere mächtige Bäume dieser Art, im 19. Jahrhundert als Gefängnisbaum (Prison Tree) für Straftäter oder betrunkene, bis sie später von der Polizei zu einem Gefägnis überführt wurden. In dem Baum in Derby konnten bis zu 20 Männer in dem hohlen Stamm eingesperrt werden. Er hat einen Stammumfang von 14 Metern. Den größten Flaschenbaum findet man allerdings in Wyndham. Er verfügt über einen Stammumfang von 20 Metern und ist 25 Meter hoch. Sein Alter wird auf über 2.000 Jahre geschätzt. Die Aboriginees verehren diesen Baum als Heiligtum.

Ausgehöhlt wurden die Bäume damals von Viehtreibern, die ihren Rindern mit dem weichen, stark wasserhaltigem Inneren Futter und Feuchtigkeit gaben, wenn sonst rundherum nichts anderes verfügbar war. Denn der dicke Stamm dient in erster Linie als Wasserspeicher für Trockenzeiten.

Auch sonst ist der Baum in vielerlei Hinsicht nützlich: Er diente z. B. als Schattenspender, als Wasserquelle, lieferte Fasern und sogar Klebstoff konnte man herstellen. Seine proteinreichen Früchte mit hohem Vitamin C Gehalt dienten/dienen als gesuchtes Nahrungsmittel. Die Ureinwohner schwören auf die heilende Kraft der Rinde bei Gastritis. Die Schale wurde als Trinkgefäß benutzt und wird heute noch zu Souvenirs verarbeitet. Aus den dünnen Ästen lassen sich noch Kordeln basteln. Die Blüten sollen bei Depressionen und Kontaktproblemen mit der Umwelt helfen.

Mit Karl, dem Radfahrer, aus Brisbane, den ich in dieser „kleinen“ Welt auch mal wieder traf, habe ich unterwegs einen Kaffee getrunken und den Zustand des Weltalls besprochen.

Dann tauchte, während ich mit Karl gerade plauschte, ein großer Wohnwagen auf, ein Mann stieg aus und ... versuchte uns dann davon zu überzeugen, dass Gott die Welt 4.000 vor BC (Birth Christi) geschAFFEN hat ... Ein Merkblatt dazu hat er uns auch gleich in die Hand gedrückt. Darin stand, dass die Dinosaurier nicht ca. 60.000.000 vor BC ausgestorben sieien, sondern, dass man
Reste von Dinos gefunden hätte, deren Fleisch ganz frisch gewesen sein soll.  Das stimmt natürlich nicht, und ich sagte ihm das natürlich auch. Aber der Mann glaubte, bescheid zu wissen. Richtig böse bin ich geworden und habe ihm gesagt, dass er Verbrechen begeht, wenn er Kindern solchen Blödsinn lehrt und deren Gehirne verbiegt. Darauf sagte er, das würde er täglich tun. Darauf habe ich ihm versichert, dass er dafür in die Hölle kommen wird. Die Adern an seiner Stirn hättet ihr sehen sollen, er wäre fast geplatzt vor Wut. Glücklicherweise habe ich von Karl hat sachlich kräftige Unterstützung erhalten.

05.06.2009

-18.327813, 122.080400

 

Bin heute im "Ecobeach wilderness retreat" gelandet bzw. reingeschneit. Das liegt ca. 1 Autostunde südlich von Broome am Indischen Ozean. Am Highway stand ein Schild "Ecoretreat".
Gleich zu beginn des Tracks war ein Gatter, welches per Kette / Draht zu gehalten wurde. Da muss man doch mal sehen, was dahinter
steckt, oder?
Nach Begegnung mit ca. 10 davonhüpfenden Kängurus fand ich ein vor einer Woche eröffnetes Villa- / Zelt- / Restaurantresort. Da es schon relativ spät war, dachte ich: Ja, hier bleibe ich über Nacht, und ich wurde nicht enttäuscht.  Das Auto bleibt entfernt auf einem Parkplatz stehen, man wird per Elektromobil samt dem Gepäck zu einem zugewiesenem Zelt gebracht. Zelt ... was heißt Zelt... 5 x 5 m und vom Feinsten. Das Zelt kostet, wie die Cabin in Perth auf dem Central Campground 11,50 A$/Tag. Ein super Sonnenuntergang, begleitet vom Wellenrauschen, der mich später auch in den Schlaf wiegen wird. Nur baden kann man hier nicht gut. Ein paar km nördlich tummeln sich(wirklich) Krokodile - Salties - im Fluss. Von November bis April gibt es hier auch die Stinger im Wasser. Ob auch Haie - weiß man nicht - die Angestellten schwimmen hier aber nur brusttief und nicht weiter, raus ... Die Internet Adresse dieser tollen Übernachtungsmöglichkeit: www.ecobeach.com.au.

06.06.2009

-21.17449, 119.74489

Bin heute bis in die Dämmerung hinein bis Marble Bar gefahren ... durch eine interessante Berg-/Felslandschaft. Bleibe heute Nacht im Caravan Park Marble Bar.

Auf dem Weg dorthin habe ich wen getroffen? Klaus aus Bielefeld mit seinen beiden Kamelen Snowy und Willi. Er war gerade aus der "Boreline Road" (gravelroad) auf den Great Northern Highway eingebogen, als ich dort in die Boreline Road abbiegen wollte. Wir haben ein kaltes Bier zusammen getrunken. Ein junger Mann namens THOMAS war gerade dabei, Klaus zu interviewen. Thomas ist Australier .. ursprünglich aus Dänemark kommend. Wie klein doch die Welt ist...

07.06.2009

-23.45511, 119.79859

 

Capricorn Roadhouse .. my desire, reached about at 4 pm. I still have the valuable key for the sanitary house - 50 A$ deposit, den ich damals vergessen habe abzugeben. Die wissen, warum sie 50 $ nehmen ... eben weil ...viele vergessen, den Schlüssel wieder abzugeben.

Hier in der Gegend sieht man unheimlich viel Minenarbeit. Was wird hier wohl gesucht? Weiß nicht ob immer Gold, aber diese Gegend "stinkt" danach.

 

Von diesem Roadhouse aus wird neuerdings auch wieder Diesel an die Canning Stock Route geliefert. Das war ja eine Zeitlang nicht möglich, weil der LKW, der die Fässer früher lieferte, ausgebrannt ist.

Morgen will ich in Wiluna sein. Noch einmal, wohl das letzte mal, will ich DON treffen. Bringe ihm eine Kiste EMU DRY (Bier) mit.


 

08.06.2009

Wiluna

Reached Wiluna today & met Don at his place.
His place is about 15km north outside Wiluna.

Schlafe heute in Don`s Campingwagen. Das ist möglich, da Don das daneben stehende Haus renoviert / bewohnbar gemacht hat, und nun selbst darin schläft. Da es im Campingwagen nachts empfindlich kalt wird, schlafe ich im Swag auf Dons`s Bett. Das passt gerade so eben. So brauche ich sicher nicht frieren.

Don hat mich nunmehr zu seinem Bruder erklärt, wozu vermutlich die Box mit 30 cans EMU Bitter beigetragen haben. Ansonsten fühlt er sich in "seinem" Haus wohl, will nirgends anders hin und läßt seine handwerklichen Fähigkeiten walten, wobei das Haus keinen Mangel an Gelegenheiten dazu aufweist - mit anderen Worten ... absolut NICHTS ist einfach so in Ordnung in dieser Bude...
Die Frau, der das Haus gehört, hat ihm erklärt, er könne darin nach Belieben wohnen - es kostet ihn nichts / keine Miete. Da kann Don nur hoffen, dass es dabei bleibt. Ich habe den Eindruck, die Besitzerin ist froh, JEMANDEN darin wohnen zu haben, der es handwerklich in Ordnung bringt und hält, weil es ansonsten völlig verfallen und im Laufe der Zeit - leerstehend - ausgeplündert und völlig wertlos würde. Das Haus gehört einer Dame, die hier in der Gegend (Wiluna) nicht wohnt, der aber auch sowas wie eine Farm und ein Haufen alter Autos hier gehört. Für die gegenüber auf der anderen Strassenseite liegende Farm mit Orangen,
Hühnern, Gänsen, Truthähnen usw. führt Don gelegentlich kleine Dienstleistungen aus, sozusagen als Kompensation.

Man arrangiert sich nachbarschaftlich, formlos ... was einer für den anderen ohne viel Aufwand tun kann, das ird gemacht. Heute z.B. hat er - als ich ankam - mit einem Toyota Pickup, mit knapp 300.000 km auf dem Tacho, Müll abgefahren auf den rabish tip gebracht - eine Müllkippe mitten in der Landschaft. Bin mitgefahren um das sehen zu können. Es gibt hier wohl keine öffentliche Müllabfuhr. Auf meine frage, was mit dem hingekippten Müll künftig passieren würde, murmelte er etwas von Bulldozer und irgendwo unter die Erde schieben. .. Vielleicht in 10 Jahren?


In der Zwischenzeit hat ein Mitarbeiter der Farm die auf Don's eigenem Wagen befindlichen Wasserbehälter gefüllt ... Don hat in seinem Haus derzeit kein fliessendes Wasser. Momentan erzeugt er seinen Wasserdruck mittels Kompressor, der Luft in den jeweiligen
Wasserbehälter bläst... Auch hat er jeweils nur EINE Sorte Wasser - heiß ODER kalt. Er will sich künftig einen Hochbehälter hinstellen, dann wird der Kompressor nicht mehr gebraucht und er hätte dann zwei Wassersorten heiß UND kalt .. zum Mischen. ...

Auf der Farm fallen für ihn, wenn er mal dort ist .. wie heute .. schon mal 20 Orangen ab .. wovon ich diesmal ebenfalls profitiere.
Vorrat für die Fahrt nach Perth.

Don sucht entfernt keine Arbeit. Wie er sagt, gibt es Möglichkeiten für ihn, für eine 15km entfernt liegenden Mine zu arbeiten ... er könnte dort den "Grader" fahren, mit dem die Gravelroads flottgemacht werden (Corrugations raus, etc.). Er hat dort schon mal 2 Tage gearbeitet und zeigte mir stolz sein nagelneues farblich auffälliges Unfiorm-Jakett mit Minenfirmen-Emblem und seinem Namen drauf. In der Mine wird Zink gefördert.

Was ihm schon lange Sorgen macht, ist ein unerträglicher Husten, der ihn besonders nachts quält ... stammt von einer Arbeit, bei der mit Asbest gearbeitet wurde ... Hört sich an, wie härtestes Astma - auch heute wieder, deutlich aus dem Haus herüber im Caravan deutlich zu hören.

Einmal jährlich läßt er sich von einem amerikanischen Spezialisten in erth behandeln, wobei dieser Spezialist angeblich mit seiner Behandlung in der gesamten Weltgeschichte unterwegs ist und an vielen Plätzen regelmäßig für Betroffene seine Künste anbietet. Angeblich mit gutem Erfolg ... aber wenn ich den armen Don husten höre ... Vielleicht wäre 4 x jährlich eine Behandlung hilfreicher ...

Wenn ich morgen früh wegfahre, wird Don vorher zum Frühstück einen heißen Kaffee zubereitet haben. Wahrscheinich werde ich ihn nicht nochmals wiedersehen, dieser Ort liegt weitab von anderen möglichen zukünftigen Zielen und in Wiluna möchte ich nicht einmal begraben werden.


Er ist auch mit so gut wie nichts anderweitig aus der Ferne zu erreichen. Sein Handy .. ausgeschaltet oder nicht benutzbar aus verschiedenen Gründen. Andere Medien gibt es nicht. Ich traue mich nicht, Fotos zu machen - es sieht alles um ihn herum bei allem Optimismus, den er zeigt, so schrottig / trostlos aus ... Er stimmt mich traurig und hat nicht einmal die lt. Postchef Sandstone für ihn wichtige Post (Registered / Einschreiben) abgeholt, bzw, dafür gesorgt, dass sie ihm nachgesandt wird.

Er ist eben wirklich ein "Bushi", wie er von sich sagt. Auffällig ist - neben seinen handwerlichen Bemühungen - die Ordnung in den Hausbereichen, in denen er lebt. Kommt vielleicht von seiner Miitärzeit? Ein prima Kerl. Schön, dass ihn kennenlernen durfte.

 

 

Bin wieder in Perth gelandet. Alles in allem bleibe ich hier wohl 2 Tage, bis alles erledigt ist.

Einen kleinen Luxus werde ich mir hier auch zulegen. Und zwar eine Pumpe mit Schlauch und Duschkopf, sowie eine transportable, faltbare, undurchsichtige Duschwand. Damit kann ich überall, wo Wasser verfügbar ist, aber keine öffentlichen Duschen, duschen. Habe das auf der CSR, dank Otto zu schätzen gelernt. Grins....

 

13.06.09

-30.77314, 121.44182 - Kalgoorlie
 

Zur info wo ich mich herumgedrückt habe:

Perth - Northam - Conderdin - Tanimin - Kellerbirin - Merredin - Southern Cross - Quardanoolagin - Bullabulling - Coolgardie - Kalgoorlie, der Ortschaft in der Kevin bloody Wilson seine Laufbahn begann und 15 Jahre lang hier spielte. Kevin bloody Wilson ist ein Liedermacher, der alles in und um Australien herum auf die, gemäß seinen Worten „fu..ing“ Schippe nimmt. Das „ck“ habe ich ausgelassen, grins.

 

Bin heute also einen ganz schön weiten Satz ostwärts gehüpft. Morgen geht es weiter.

 

Morgen nordwärts über Menzies und Leonora nordöstlich Richtung Laverton .... Ab dort auf die "Great Central Road" - einer Gravelroad .... noch gaaaaz weit zur Northern Territory Grenze. Diese liegt genau auf E 129.000000. Der Grenzübergang ungefähr bei -24.5800000.

 

Bis dahin muss ich meine Äpfel und Mix-Nüsse weggefuttert haben. Meine Mix-Nüsse kommen
eingepackt/eingeschweißt aus Victoria...

 

14.06.09 - Tjukayida Roadhouse  -27.15479, 124.57455
 

Bin ab Laverton auf der Gravelroad, breit und gut zu befahren -
manchmal pur verfestigter Sand, manchmal Schotter. Schliesslich ist das der "Great Central Highway"! Wobei Highway in diesem Fall heißt, dass öfter mal ein Grader darüber fährt, um die corrugations auszubügeln ... zwischendurch hat es im Wageninneren ganz schön gescheppert...

Kurz hinter Laverton stand ein Auto am Strassenrand. Aboriginee Mann @ Frau. Winkten um mich anzuhalten. Erklärten mir, seit gestern dort ohne Petrol zu sitzen / hätten am Strassenrand übernachtet. Klamotten lagen herum wie bei einem Nachtlager ..Ob ich Petrol hätte? Habe ich im
Prinzip nicht - da Dieselfahrzeug. Der Mann bat mich, bei der nächsten Aboriginee Community namens "Cosmo Newberry" reinzufahren und seinem Bruder bescheid zu sagen. Dieser sollte möglichst morgen früh etwas Benzin vorbeibringen ... Wie sein Bruder heissen würde ... Dudly
Wongawoll, er selbst sei Geoffry Wongawoll.  Wie ich ihn finden würde ... Die Hauptstrasse, die als Bypass an Cosmo Newberry vorbeiführt, verlassen und in die Community hineinfahren, dort jemanden fragen. Nach ca 3/4 h war ich dann in der Community. Und habe zwei Leute getroffen.


1) Ein Mädchen ca 15 Jahre alt - schwarz wie die Nacht und mit Inlineskatern über der Schulter. Sie kannte Dudly Wongawoll sofort und ich solle doch weiter hinten in den Ort fahren, dort würde er arbeiten. Habe sie noch gebeten, dafür zu sorgten, dass er von seines Bruders Situation erfährt,falls ich Dudly nicht finden sollte. Das wollte sie jedenfalls tun. Die kleine Aboriginee sah übrigens nett aus (Gesichtsausdruck) und gab sich uneingeschränkt aufgeschlossen selbstbewußt zugewandt. Keine schüchternheit, keine Spur ängstlich.

 

2) einen Weissen, der gerade Kleinholz auf seinen Anhänger lud. Ein ehrer der Community. Es entspann sich interessante Unterhaltung mit ihm... Über Aboriginees. Zunächst mal holte er seine Frau, die Dudly kannte und dafür sorgte, dass dieser (telefonisch!) becheid bekam. dann erklärte er mir, dgl. wie im konkreten Fall würde sich laufend ereignen. Die Bewohner der Community würden auch mit Autos in den busch fahren, ohne irgendwelches Reifenflickzeug / ohne Ersatzreifen. auch ansonsten hätten sie kein Verhältnis zu vielen unserer Werte. So müßte man davon ausgehen, wenn ein Abo einen um etwas bittet, dass er das nicht zurückgeben und auch nicht zu bezahlen gedenkt. Ob 5 oder 20 A$ etws kostet, interessiere sie nicht, da Geld für sie nie eine Rolle gespielt hat und heute, da das Government alles zahlt, weiterhin irrelevant bleibt.

Auf die Herausgabe von Wechselgeld wird regelmäßig verzichtet, manchmal würden die Kassierer(innen) das Wechselgeld für die Kinder verwalten ...
Die Abos nehmen sich eine Ware und halten Geld hin. wenn die Verkäuferin damit d'accord geht, ok. wenn nein, holen sie mehr Geld aus der Tasche, sofern vorhanden, wenn nicht vorhanden, versuchen sie die Ware trotzdem mitnehmen zu dürfen - zu einem niedrigeren Preis. Manchmal haben sie dabei sogar Glück.


Der Lehrer sagte, die letzten "Tribes" dieser Gegend wären erst vor ca. 0 Jahren mit dem Bau des Great Central Highway mit weissen und deren Kultur in Berührung gekommen. Diese Zeit wäre viel zu kurz ... "kulturell" gesehen. Die Aboriginees "hier im Outback" würden noch sehr
traditionell leben ... inkl alter Riten.

zurück auf den Great Central Highway: So ca. 20 Kamele kamen mir nach und nach in mehreren Familiengruppen - Höcker oben - entgegen geschaukelt. War schon zu dunkel für Aufnahmen
... alles verwackelt.

 

 

Diese Route ist auf der Google Map in orange dargestellt

 

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