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07.07.2009 - Drysdale River

 

Wir wollen hoch in den Norden. Fahren, bis auf Pausen, die dann doch immer recht ausgedehnt sind, weil es so viel zu entdecken, beobachten gibt, bis zur Drysdale Station und übernachten dort. Die Drysdale Station gehört ebenfalls zu einer Rinderfarm in Drysdale National Park. Da wir in der Dunkelheit ankommen und hier nur eine Nacht verbringen, sehen wir nicht viel von der Farm. Die Fahrt in der Dunkelheit war jedoch recht ereignisreich. Nie liefen uns so viele Rinder und Kängurus vors Auto wie hier. So manches Tier verstand die Gefahr, die ein herannahendes Auto darstellte, gar nicht. Die Tiere liefen nach links, Richtung Gebüsch, um dann doch wieder über die Straße nach rechts zu laufen. Manche fingen an, sich vor dem Auto zu zanken, Kopf an Kopf. Ein Kalb fand uns wohl lustig und vollführte eine ganze Reihe wilder Bocksprünge vor dem Auto und lief dann noch eine Weile neben dem Fahrzeug her,

 

Am nächsten Tag heißt es auftanken, einkaufen uns weiter. Nur, war der Shop an der Station recht leer. Kein Fleisch, Käse oder Wurst, gerade mal das in Australien so beliebte weiße Toast und Milch, Wasser, zwei Trocken-Fertiggerichte, Marmelade und Süßigkeiten waren vorhanden. Wir kauften, was möglich war und fuhren weiter zum „King Edward River“, etwas ratlos, weil in den nächsten Tagen keine Einkaufsmöglichkeiten haben würden.

 

08.07.09 - King Edward River

 

Die Zufahrt war wirklich gewöhnungsbedürftig. Eine schlechte, schmale Straße, teilweise mit Löchern versehen, und großen Steinen, die aus dem Boden herausragten, die mal eben den Unterboden des Autos beschädigen könnten, sowie starken Corrugations, und zwischendurch tiefer, weicher Sand. Die lange Fahrt gestaltet sich als recht eintönig. Von den Kimberleys hatte ich mir hohe Berge, tiefe Täler, etc. vorgestellt. Aber es ging nur durch plattes Land, was irgendwie immer gleich aussah. Eukalypten, Büsche, hin und wieder ein paar magere Grasbüschel.

Dafür entschädigte uns jedoch der Campingplatz am Kind Edward River. Der Platz bietet, außer einer Toilette keinerlei Facilities, bot sonst aber eine Menge, dazu aber weiter unten mehr.

 

Schnell das Zelt aufgebaut, und los ging es zum Holz sammeln, denn das erste Lagerfeuer stand an. Am besten zieht man dafür Handschuhe dabei über, um nicht versehentlich von einer Spinne o.ä. gebissen zu werden, oder sich Dornen/Splitter in die Finger zu rammen. Auch eine Säge ist hilfreich. Sonst kann man entweder nur kurzes, dünneres Astholz sammeln, welches zu schnell herunterbrennt, oder aber lange Baumstämme, die man einzeln jeweils hinter dem Auto anbindet und zum Platz bringt, dann wieder zurückfährt, um den nächsten Stamm zu holen.

 

Ein Feuer anzufachen ist kein Problem, da das Holz zu dieser Jahreszeit knochentrocken ist. Etwas trockenes Gras und Reisig genügen, um dann etwas dickere Äste in Brand zu setzten. Dann die dicken Äste, oder Stämme hinterher schieben. Feuer wird immer in einem (z.B. durch Steine) abgegrenztem Bereich angemacht, um einen möglichen Flächenbrand zu verhindern. Auch sollte das Feuer, bevor man sich schlafen legt, gelöscht werden. Dazu schaufelt man einfach so viel Sand über die Glut, bis von ihr nichts mehr zu sehen ist. Oft genug sind durch ein unsachgemäß entfachtes Feuer, oder aber ein unbeaufsichtigtes, Waldbrände in aller Welt entstanden. Ein plötzlich aufkommender Wind, reicht, um Funken oder Glutteile durch die Gegend fliegen zu lassen, bis zum nächsten Grasbüschel, Busch, welcher dann wiederum…

 

 

09.07.09 - King Edward River

 

 

Wir hatten uns vorgestellt, in den Mitchell NP, und anschließend an die traumhaften Strände weiter im Norden zu fahren. Die einzige passable Zufahrt führt in die Kalumburu Aboriginee Community. Um Zugang zu der Stadt dieser Community zu erhalten, benötigen wir ein Permit, welches dummerweise im voraus zu beantragen ist. Man kann also nicht einfach zu der Community fahren, und fragen, ob man hinein darf. Ist man einmal in der Community, benötigt man ein weiteres Permit, um sich innerhalb des Gebietes bewegen zu dürfen, also z.B. an den Ozean zu fahren. Diese Erlaubnis ist dann auch kostenpflichtig.

 

Da unsere Lebensmittel für diese Tour nicht ausgereicht hätten und wir gnädigerweise ein Permit via Fax in der Drysdale Station erhalten konnten, entschieden wir uns, erst nach Kalumburu zu fahren, dann in den Mitchell Park. Also machte ich mich heute auf den Weg nach Drysdale, erhielt dort mein Permit und plünderte noch einmal den Lebensmittelshop. Dieser Laden war so leer gekauft, weil die letzte Warenlieferung ausfiel. Erst in 3 Tage wurde die nächste Lieferung erwartet. Ich „erbettelte“ aus dem Restaurant noch etwas Fleisch, Margarine, etc. und zurück zum King Edward River. 6 h war ich dafür insgesamt unterwegs.

 

Kerstin und die Kids nutzten die Zeit, um die Gegend zu erkunden. Nur 50 m neben unserem Zelt floss der Kind Edward, inmitten eines großen Steinplateaus. Glattgeschliffene Felsen, in verschiedenen Farben (rot, braun, schwarz, beige), neben gewaltigen Felsbrocken ergaben ein fantastisches Bild. Die Kinder turnten über die Felsen und standen bald vor Löchern inmitten des Plateaus. Während der Regenzeit hatten sich über Jahrmillionen z.T. tiefe Löcher (durch so genannte Steinmühlen in die Felsen gegraben. Einige Löcher waren 2-3 m tief, bei nur ca. 50-60 cm Durchmesser. Wenn hier jemand hineinfällt, würde es sehr problematisch werden, ihn wieder zu bergen.

 

Mehrere Pools und ein ca. 10 m hoher Wasserfall luden zum baden ein, Salzwasserkrokos gab es nicht. Dafür entdeckten wir einen Waran, ca. 60 cm lang. Er ließ die Kinder ganz nah an sich heran, hatte sich wohl an die Touristen gewöhnt. Geduldig wartete er, bis wir unsere Fotos gemacht hatten, und verschwand dann im Gebüsch.

 

 

12.07.09 - Mitchell Plateau

 

Fahren nun doch nicht mehr in die Kalumburu Community, zu sehr hatte ich mich über diese Bürokratie und die lange Fahrt geärgert. Unser Futter reicht für ca. 3 Tage, also auf zum Mitchell Plateau.

 

Der Camping Platz war sehr einfach, aber gut gepflegt. Toiletten gab es, Duschen nicht.  

 

13.07.09 - Mitchell Plateau

 

Da wir nun nicht mehr an die Traumstrände fahren, wollen wir sie dennoch sehen. Wir überfliegen in einem Hubschrauber das Mitchell Plateau, bis hinauf an die Meeresküste. Der Flug dauert exakt 48 Minuten. Dort zeigen sich uns grandiose, weiße Strände, türkisblaues Wasser, Wattgebiete (hier herrscht ein Tidenhub von ca. 8 m) eine üppige Flora. Einfach genial. Allerdings hätte man, wären wir an die Küste gefahren,  wegen der Krokos nirgendwo ins Wasser gehen dürfen. Auch sonst war der Flug imposant. Schroffe Felswände, z.T. glasklare Flüsse, in denen man selbst aus einigen 100 m Höhe auf den Grund sehen konnte, Dünen, Felsen, ach, man muss das einfach selber gesehen haben. Auch abseits von Flüssen und dem Meer war es noch recht grün. Das liegt am Kalkgestein, welches hier vorherrscht. Das speichert während der Regenfälle viel Wasser.

Genial auch die Wasserfälle des Mitchell Rivers. Über 80 m stürzt das Wasser hier in 3 Stufen in die Tiefe, aber das wollen wir morgen aus der Nähe betrachten.

 

Nach dem Flug wollen wir uns im Mertens Creek erfrischen. Ca. 1 km Fußmarsch, ein bisschen Kletterei und wir gelangen an einen versteckten Pool, in den ein kleiner Wasserfall stürzt. Auf dem Weg dorthin sehen wir noch ein paar Malereien der Abo`s,  Es gibt zwar nahe des Campingplatzes einen winzigen Pool, der ist aber eher mit einer Badewanne vergleichbar. Nur knietief, 5 m² in der Oberfläche. Den wollen wir nicht…

 

14.07.09 - Mitchell Platerau

 

In der Nacht hören wir Dingos heulen (an Fledermäuse, die in den Bäumen rascheln hatten wir uns längst gewöhnt), ganz in der Nähe. Von 2 Seiten kommt das Geheule. Am nächsten morgen sehen wir ihre Fußspuren auf dem Campingplatz, sie waren also hier. Gut, dass wir uns an die Tips des Platzes gehalten haben, Schuhe und Hüte zu verstauen. Diese werden, wie vorher schon einmal beschrieben, gern als „Kauknochen“ von den Dingos entwendet. Auch Essenreste versuchen sie zu erbeuten, welche wir ebenfalls verstaut hatten.

Müll und Essensreste sind sowieso und überall gut zu verstauen, weil nämlich auch die Raben  gelernt haben ihr Futter bei den Menschen zu „organisieren“. Sie sind dabei sehr geschickt, öffnen Behälter, versuchen, Knoten zu öffnen, zerreißen Plastiktüten, plündern, wo es etwas zu plündern gibt.

 

Der Wasserfall, den wir gestern aus der Luft gesehen haben, ist auch zu Fuß zu erreichen, was wir heute auch unternehmen werden. Ausgestattet mit viel Wasser, belegten Broten, festem Schuhwerk sind wir früh gestartet, und kamen bei noch angenehmen Temperaturen gut voran.   

 

Nach 2 h waren wir dann am Mitchell River. Ca. 4 km Fußmarsch entlang des Little Mertens Creek, durch unterschiedlichstes Gelände. Die Landschaft wechselt ständig, von leichtem Wald, zu Urwald, mit traumhaften, üppigen Palmen, Spinnifex „Wiesen“, großen Felsen, die zu überwinden waren, hohe Schluchten rundherum. Die Strecke ist schon eine kleine Herausforderung, wenn auch gut zu meistern. Am Ende werden wir durch den Wasserfall belohnt. Wir stehen direkt an der Kante, an der der Wasserfall in die Tiefe stürzt. Wir schauen 40 m in die Tiefe. Nur ein Schritt, und wir wären, wie das Wasser, tief gefallen, ohne Geländer, einfach so stehen wir da und schauen den Wassermassen hinterher, die sich nach dem freien Fall mit dem Wasser eines tiefer gelegenen Pools vermengen, um anschließend noch weiter in die Tiefe zu stürzen, und dann noch einmal das gleiche.

 

Zur Entspannung wollten wir dann in einem Naturpool vor den Fällen baden. Dazu mussten wir erst einmal durch den Fluß waten. Nasse Füße bekamen wir alle, aber das machte uns nichts aus. Es war ja warm, und die Schuhe würden schon wieder trocknen.

 

Anschließend rutschen wir, uns vorsichtig tastend, in den Pool, denn die Steine am Poolrand sind recht glitschig. Das Wasser selber ist dann fantastisch. Nicht zu kalt, am Anfang flach, dann tiefer. Nichtschwimmer und Schwimmer kommen auf ihre Kosten.

 

Kurz vor Einbruch der Dämmerung fahren wir Feuerholz sammeln und sehen eine, von einem Auto überfahrene Schlange auf der Straße liegen. Es ist ein Taipan, ca. 1,60 m lang. Der Taipan zählt zu den giftigsten Schlangen der Welt und kommt nur im nördlichen Kimberley vor. Leider ist der Bestand bedroht, da sie früher, sobald sie gesichtet wurde, auch gleich getötet wurde.

 

 

 

15072009 - Drysdale

 

Wir übernachten noch einmal an der Drysdale Station, um am nächsten Morgen unsere Vorräte aufzufrischen und weiter zu fahren. Glücklicherweise ist inzwischen der Shop aufgefüllt worden, und wir konnten das Notwendige einkaufen.

 

16.07.2009 - Mount Elizabeth

 

16 25 8.01 S, 126 6 9.74 E

 

Wollen weiter, Richtung Halls Creek. Da der Weg an einem Tag nicht zu schaffen ist, kehren wir unterwegs in die Mount Elisabeth Station ein. Mount Elisabeth ist eine Rinderfarm auf/um den gleichnamigen Berg. Ca. 5.000 Rinder grasen hier auf 200.000 Hektar, gesehen haben wir aber nur ca. 50.

 

Neben dem Farmbetrieb wird ein Zeltplatz betrieben, sowie ein paar Cabins zur Übernachtung bereitgestellt. Auch Frühstück und Abendessen kann man, nach Voranmeldung bekommen, aber man hat sich dabei an feste Zeiten zu halten. Frühstück um 7:30 Uhr, Abendessen um 17:30. Auch die Farmmitarbeiter essen zu dieser Zeit, wenn auch getrennt von den Gästen. Alles ist sehr sauber und gepflegt.

 

Als wir ankamen, wurden wir von 3 Hunden begrüßt, die uns sofort zum spielen aufforderten. Brachten Stöckchen, wenn sie z.T. auch noch so klein waren und legten sie, wenn man nicht reagierte, nachdrücklich auf unsere Füße. Die Mitarbeiterin, uns auch gleich entgegenkam, sagte jedoch, dass wir keinesfalls mit den Hunden spielen sollten „They get mad, can`t stopp playing!“

 

Kerstin hat dann doch, als keiner der Mitarbeiter in der Nähe war, mit einem Hund Stöckchen geworfen. Der Hund, ein echtes Kraftpaket, sah aus wie ein Kampfhund und hatte betimmt auch mind. 50% Kampfhundblut in sich, wurde dabei tatsächlich wild, aber nicht bösartig. Konnte es nicht abwarten, wenn sie den Stock aufnehmen wollte, er schnappte sofort danach und hat dabei sicherlich auch schon die ein oder andere Hand erwischt. Kerstin nahm dann zwei Stöcke, warf den einen, und wenn der Hund ihn zurückbrachte und ablegte, sofort den anderen, um den ersten dann in Ruhe aufheben zu können. Das funktionierte.

 

In dieser Nacht haben wir alle gefroren. Es war bitterkalt bei 1,5 Grad Celsius auf dem Thermometer.

 

Wir bleiben nur diese eine Nacht, obwohl das Gebiet für Erkundungen sehr lohnenswert wäre. So gibt es wohl traumhafte Gorges, Malereien von Aborigines und, und, und. Aber alles können wir nicht ansehen.

 

17.07.09 - Inglis Gap

 

Unsere Fahrt führt uns durch das King Leopold Gebirge. Steile Felswände scheinen auf die Straße stürzen zu wollen, die sich teilweise wie Serpentinen um die Flanken windet. Die Felswände wirken zerknautscht, als hätte jemand versucht, sie wie ein Taschentuch zusammen zu drücken. Hier muß vor langer Zeit eine unglaubliche Tektonik/Drücke am Werk gewesen sein. Vor 560 Millionen Jahren wurde das King Leopold Range gefaltet, im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Wir übernachten an den Ausläufern des Gebirges, am Inglis Gap. Wir stellen uns 30 m abseits der Straße in Busch, direkt an der Flanke eines Berges. Ein großer Geister-Eukalyptus, gewachsen an der steilen Bergwand bewacht uns. Schnell haben wir ausreichend Feuerholz beisammen, improvisieren unser Lager (Kerstin und Nina schlafen im Auto, Nils und ich quetschen uns in den Swar) her und essen zu Abend.

 

Als die Kids bereits lange schliefen, und wir gerade verabschieden wollten, kam ein Auto die Straße entlang gefahren. Bereits vorher hatten wir in dieser verlassenen Gegend Stimmen gehört. Wir fanden es gruselig, hier, weitab von allen Ortschaften Stimmen zu hören, ohne dass ein Zeltplatz in der Nähe war.

 

Jedenfalls: Das Auto kam die Straße entlang und stoppte direkt auf Höhe unseres Platzes – die Insassen sahen wohl unser Feuer, bzw. die übrig gebliebene Glut. Wir hörten erst gegröle. Dann rief jemand laut „Wawa?“ zu uns herüber. Nach einer Weile wieder „Wawa?“ Eindeutig betrunkene Aborigines. Schnell holten wir unser Pfefferspray heraus und begannen dann, das Feuer mit Sand zu löschen. Noch zweimal wurde „Wawa“ gerufen, dann fuhr das Auto glücklicherweise weiter. Offensichtlich, so überlegten wir, suchten diese Aboriginees jemand bestimmtes. Sie wollten uns nicht belästigen. In dem Moment war uns trotzdem unheimlich zumute, konnten nicht einschätzen, was passieren würde. Im großen und ganzen kommt es zu keinen Übergriffen seitens der Abos gegenüber den Weißen, aber wir hatten, gerade weil sie betrunken waren, trotzdem kein gutes Gefühl, so weitab von jeder möglichen Hilfe, wenn….

 

  

 

18.07.09 + 19.07.09

 

Fitzroy Crossing

 

 

Am nächsten Tag führt uns unsere Fahrt in Richtung Fitzroy Crossing an einem uralten, aufgeschobenen Riff entlang. Es ist das Devonian Reef, welches vor ca. 270 Millionen Jahren, als das Kimberley Gebiet, welches damals noch als separate Rieseninsel gegen Australien geschoben wurde, aufgetürmt wurde. Über viele zig Kilometer ist dieses Riff als scharfkantige, graue bis weiße Gesteinsmasse zu sehen. Man kann dort z.T. Versteinerungen von Korallen, Röhrenwürmern, Nautilen, etc. finden. Grandios, wie sich dieses hochgeschobene Riff, teilweise als 30-50 m hohe Wand neben einem erhebt.

Heute halten wir hier nicht, da wir die Gegend bereits von unserem letzten Aufenthalt in Australien her kennen. Trotzdem sollte jeder, der dieses Land besucht, auch dieser Gegend seine Aufmerksamkeit schenken. Interessant ist u.a. die Winkjana Gorge und der Tunnel Creek. Der Tunnel Creek ist eine langgezogene Höhle, z.T. stockfinster, in der man temporär durchs Wasser waten muss, um hindurch zu kommen (während der Regenzeit nicht begehbar, da überflutet). Man kann dort in den Seitengängen und auch sonst an vielen Stellen, die sehr eng sein können, Tropfsteingebilde sehen. Die Decke der Höhle glitzert z.T. fantastisch.

 

Als wir dort waren, lag in dem Fluß in der Höhle ein Süßwasserkrokodil. Es war während der letzten Regenzeit dort hineingeschwommen und fand den Ausweg nicht mehr. So musste es dort dort bis zur nächsten Flut verharren. Im Prinzip können Krokodile mehrere Monate auf Nahrung verzichten, ohne zu verhungern. Ob es diesem Exemplar gelang? Wir erfahren es nicht mehr.

 

Auf einer gebuchten Tour erfährt man auch Geschichten, die um das Riff und auch um den Tunnel Creek herum stattfanden. So z.B. von dem jungen „Don Demarra“ (o.ä.), einem Aboriginee, der für die Freiheit seines Volkes kämpfte und daher von der Polizei verfolgt wurde. Er versteckte sich während einer Verfolgungsjagd in dem Tunnel Creek. Die Polizei wusste von dem Ein- und von dem Ausgang der Höhle und positionierte sich dort, um „Don Demarra“ auszuhungern und dann abzufangen. „Don Demarra“ kannte jedoch eine Stelle in der Höhle, wo die Decke eingestürzt war. Dort kletterte er heraus, band die Pferde der Polizisten los, verjagte sie und begab sich selber auf die Flucht, entkam so seinem Tod. Leider wurde er dennoch einige Jahre später in der Felswand des Devonian Reefs erschossen. Diese Geschichte wird immer noch erzählt und ist auch Inhalt einiger Bücher.

 

Die Straße ab Devonian Reef bis zur Abzweigung zum Fitzroy River war sehr rauh. Tiefer Sand, harte Corrugations und Löcher, bzw. aufragende große Steine in der Straße wechselten sich ab. Hier brach sogar der Scheinwerfer durch die Erschütterungen Teile des Metalls an der Befestigung am Bullenfänger heraus, obwohl wir die Stöße durch vorher untergelegte weiche Schaumstoffe versuchten abzufedern. Die Glühbirnen gingen durch die Rüttelei z.T. ebenfalls kaputt.

 

Auch waren viele Rinder auf der Straße. Hier sah man ganz deutlich die vergeblichen Versuche des Menschen, die Gegend urbar zu machen. Riesige fast baumlose Gebiete links und rechts neben der Straße. Trocken und schattenlos. Offenbar wurde erkannt, dass das Land dadurch austrocknete und unbrauchbar wurde, denn z.T. sprießen zaghaft wieder Bäume, die offenbar nun stehengelassen werden und wachsen dürfen.

 

In Fitzroy Crossing angekommen, buchen wir eine Cabin. Durch ein Versehen in der Rezeption verfügen wir über zwei, miteinander verbundene Räume, mit 2 Badezimmern, großem Wohnzimmer, 2 Fernsehern, großer Balkonterrasse, eigener Waschmaschine; und alles zum Preis für eine 4-Bett-Einheit. Auch ein Pool befindet sich auf dem Platz. Leider ist der so kalt, dass man nicht hineinsteigen kann. Gefühlte -5 Grad. Das ist natürlich übertrieben, aber er war so kalt, dass man nur reinspringen, sich erschrecken konnte, um dann sofort wieder herauszukrabbeln. Kein Spaß dabei, aber das Gefühl, als würden 1000 Piranhas an einem knabbern. Der Grund dafür mag das Tarp über dem Wasser sein, welches vorbildlich vor den starken Sonnenstrahlen schützt, aber eben auch der Sonne keine Möglichkeit gibt, das Wasser anzuwärmen.

 

Unabhängig von dem Pool ist dieser Ort eine echte Erhohlungsmöglichkeit.

 

Der Campingplatz in Fitzroy River sauber, geräumig, mit Tennisplatz, hervorragendem Service. Viele Touren können hier gebucht werden. Direkt am Platz liegt der Fitzroy River.

 

Aber auch hier wurden wir deutlich auf die Probleme des Alkoholismus, gerade der Aboriginees, mit der Nase gestoßen. Alkohol wird hier zwar verkauft, aber unter strengen Regelungen, siehe Bilder.  Mehrere Ausschreibungen wurden ausgehängt, mit Verhaltensregelungen, die a) von den Gästen erwartet wurden, und b) Sanktionen, die dem Personal drohen, wenn sie betrunkenen Gästen Alkohol verkaufen würden, oder Alkohol außer Haus verkaufen würden.

 

 

20.07.09 - Halls Creek

 

Über die „A1“, eine gemütliche Teerstraße fahren wir nach Halls Creek. Hier merken wir deutlich, wie ermüdent lange Fahrten auf Teerstraßen eigentlich sind. Wir hatten diesbezüglich keinerlei Probleme auf den Offroad Straßen, wohl, weil alle Sinne stets gefordert waren.

 

In Halls Creek wollen wir 2-3 Tage bleiben, um a) den Scheinwerfer zu reparieren und b) die Gegend zu erkunden.  

 

Der Campingplatz hat alles, was man braucht. Ist nicht so luxuriös, wie in Fitzroy, doch absolut ok. Halls Creek wirkt sehr aufgeräumt. Es ist sehr warm. Das mag an der fast geschlossenen Wolkendecke liegen, die keine Abkühlung erlaubt, auch nicht nachts. Trotzdem hat es hier vor ca. 7 Monaten das letze mal geregnet. Weiterer Regen wird „mit Glück“ erst im November/Dezember erwartet.

 

Noch vor wenigen Monaten gab es hier wohl sehr große Probleme mit Aboriginees und deren Alkoholkonsum, bzw. den Folgen dessen. So herrschte hier ein absolutes Alkoholverkaufsverbot, welches mittlerweile ein wenig gelockert wurde. In Restaurants und Bars kann man, bis zu einem gewissen Grad wieder Alkohol kaufen. Die Hotels werden von Aufsichtspersonal und eingebauten Toren vor unerwünschten Besuchern, die vormals von Abos vor Wut über diese Maßnahme schon einmal mit Steinen beschmissen wurden, bewacht. Hinein kommt nur, wer erwünscht. Die Stadt hat sich seitdem um viele Abos geleert, die anderswo nun ihren „Stoff“ kaufen, hatte vormals dazu schon etwas geschrieben. Immerhin ist weitestgehend Frieden und Sicherheit eingekehrt.

 

21.07.09 - Wolfe Creek Crater

 

Heute steht der Besuch des „Wolfe Creek Craters“, nur ca. 145 km südlich von Halls Creek an. Er ist der zweitgrößte Krater, bei dem Bruchstücke  eines Meteoriten gefunden wurden (der größte befindet sich in Arizona/USA). Der Krater hat eine Durchmesser von ca. 880 m und ist sehr gut erhalten, trotz Erosion und Sandverwehungen. Der Einschlag erfolgte vor ca. 300.000 Jahren. Teile des Meteoriten fand man in einem Umkreis von bis zu 4 Kilometern. Die Wucht des Einschlages schichtete das vorhandene Gesteinmaterial (Quarzit und Laterit) z.T. um.

 

Ursprünglich hatte der Krater eine Tiefe von ca. 120 m. Durch Verwehungen und Abspülungen durch Regenfälle beträgt die Tiefe heute nur noch ca. 50 m. Der Kraterrand ist mit seinen 25 m Höhe hingegen noch sehr deutlich zu erkennen. Rund um den Rand findet man an sehr vielen Stellen auch immer noch angeschmolzene eisenhaltige Gesteine, welches auf unglaubliche Hitzeeinwirkung durch den Einschlag hinweist. Der Meteorit hatte immerhin eine Geschwindigkeit von 15 km/Sekunde. Im Krater selbst ist die Vegetation recht grün, viele Pflanzen blühen, während rund um den Krater herum alles trocken erscheint. Das hängt vielleicht mit der größeren Nähe zum Grundwasser zusammen? Auch sieht man überall Spuren von Kängurus, Eidechsen, Schlangen, Vögel, u.a.

 

„Natürlich“ sind wir hinab gestiegen, was, gerade für Erwachsene nicht immer ganz einfach und sicher war, da alles unbefestigt, und zum Teil recht Steil war. Die Kinder hatten irgendwie keine Probleme. Munter turnten sie vor uns her. Im Krater selbst herrschte eine Gluthitze, kein Lüftchen bewegte sich. So sind wir bald wieder „geflohen“.

 

22.07.09 - Old Halls Creek

 

Heute steht der Besuch des „Wolfe Creek Craters“, nur ca. 145 km südlich von Halls Creek an. Er ist der zweitgrößte Krater, bei dem Bruchstücke  eines Meteoriten gefunden wurden (der größte befindet sich in Arizona/USA). Der Krater hat eine Durchmesser von ca. 880 m und ist sehr gut erhalten, trotz Erosion und Sandverwehungen. Der Einschlag erfolgte vor ca. 300.000 Jahren. Teile des Meteoriten fand man in einem Umkreis von bis zu 4 Kilometern. Die Wucht des Einschlages schichtete das vorhandene Gesteinmaterial (Quarzit und Laterit) z.T. um.

 

Ursprünglich hatte der Krater eine Tiefe von ca. 120 m. Durch Verwehungen und Abspülungen durch Regenfälle beträgt die Tiefe heute nur noch ca. 50 m. Der Kraterrand ist mit seinen 25 m Höhe hingegen noch sehr deutlich zu erkennen. Rund um den Rand findet man an sehr vielen Stellen auch immer noch angeschmolzene eisenhaltige Gesteine, welches auf unglaubliche Hitzeeinwirkung durch den Einschlag hinweist. Der Meteorit hatte immerhin eine Geschwindigkeit von 15 km/Sekunde. Im Krater selbst ist die Vegetation recht grün, viele Pflanzen blühen, während rund um den Krater herum alles trocken erscheint. Das hängt vielleicht mit der größeren Nähe zum Grundwasser zusammen? Auch sieht man überall Spuren von Kängurus, Eidechsen, Schlangen, Vögel, u.a.

 

„Natürlich“ sind wir hinab gestiegen, was, gerade für Erwachsene nicht immer ganz einfach und sicher war, da alles unbefestigt, und zum Teil recht Steil war. Die Kinder hatten irgendwie keine Probleme. Munter turnten sie vor uns her. Im Krater selbst herrschte eine Gluthitze, kein Lüftchen bewegte sich. So sind wir bald wieder „geflohen“.

 

23.07.09 - Ord River

 

Hier haben wir, an einem 24h-Parkplatz eine tolle Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Direkt neben einem Flussbett, welches während der Regenzeiten gewaltige Wassermengen aufnimmt. Der Fluß wird dann von 0 m bis zu 100 m breit. Überall sieht man, welche Wucht die Wassermassen dann haben werden. Bäume wurden fast waagerecht über den Grund gebogen, Gras- und Blätterreste findet man hoch über einen in den Ästen hängen. Aufgespülte Sandbänke, Steine und Felsen, mit denen die Fluten eine zeitlang gespielt haben, dann achtlos liegen gelassen haben.

 

Da der Fluß nun fast ausgetrocknet ist, sieht man an vielen Stellen gegrabene Löcher, aus denen der Sand feucht schimmert. Känguruhs haben hier nach Wasser gegraben und sind auch fündig geworden.  Wir haben unser Lager direkt unter einem fast perfekt gewachsenen, noch recht jungem Flaschenbaum aufgeschlagen. Da wir lange im Flussbett waren, dann Feuerholz gesammelt hatten, als es bereits dunkel wurde, haben wir unser Lager wieder improvisiert, heißt, im Auto und Swag geschlafen. Vorher, zum Abendessen gibt es im Feuer gebackene Kartoffeln und Steak, mit Gemüse.

 

24.07.09 - Bungle Bungles

 

Hier haben wir, an einem 24h-Parkplatz eine tolle Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Direkt neben einem Flussbett, welches während der Regenzeiten gewaltige Wassermengen aufnimmt. Der Fluß wird dann von 0 m bis zu 100 m breit. Überall sieht man, welche Wucht die Wassermassen dann haben werden. Bäume wurden fast waagerecht über den Grund gebogen, Gras- und Blätterreste findet man hoch über einen in den Ästen hängen. Aufgespülte Sandbänke, Steine und Felsen, mit denen die Fluten eine zeitlang gespielt haben, dann achtlos liegen gelassen haben.

 

Da der Fluß nun fast ausgetrocknet ist, sieht man an vielen Stellen gegrabene Löcher, aus denen der Sand feucht schimmert. Känguruhs haben hier nach Wasser gegraben und sind auch fündig geworden.  Wir haben unser Lager direkt unter einem fast perfekt gewachsenen, noch recht jungem Flaschenbaum aufgeschlagen. Da wir lange im Flussbett waren, dann Feuerholz gesammelt hatten, als es bereits dunkel wurde, haben wir unser Lager wieder improvisiert, heißt, im Auto und Swag geschlafen. Vorher, zum Abendessen gibt es im Feuer gebackene Kartoffeln und Steak, mit Gemüse.

 

25.07.09 - Nitmiluk

 

Hier haben wir, an einem 24h-Parkplatz eine tolle Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Direkt neben einem Flussbett, welches während der Regenzeiten gewaltige Wassermengen aufnimmt. Der Fluß wird dann von 0 m bis zu 100 m breit. Überall sieht man, welche Wucht die Wassermassen dann haben werden. Bäume wurden fast waagerecht über den Grund gebogen, Gras- und Blätterreste findet man hoch über einen in den Ästen hängen. Aufgespülte Sandbänke, Steine und Felsen, mit denen die Fluten eine zeitlang gespielt haben, dann achtlos liegen gelassen haben.

 

Da der Fluß nun fast ausgetrocknet ist, sieht man an vielen Stellen gegrabene Löcher, aus denen der Sand feucht schimmert. Känguruhs haben hier nach Wasser gegraben und sind auch fündig geworden.  Wir haben unser Lager direkt unter einem fast perfekt gewachsenen, noch recht jungem Flaschenbaum aufgeschlagen. Da wir lange im Flussbett waren, dann Feuerholz gesammelt hatten, als es bereits dunkel wurde, haben wir unser Lager wieder improvisiert, heißt, im Auto und Swag geschlafen. Vorher, zum Abendessen gibt es im Feuer gebackene Kartoffeln und Steak, mit Gemüse.

 

26.07.09 - Darwin

 

Die letzten Tage verbringen wir in Darwin, auf dem Campingplatz „Hidden Valley“. Noch ein wenig relaxen, letzte Besorgungen machen, die Zeit rekapitulieren und packen.

 

27.07.09 - Darwin

 

Heute fliegen Kerstin, Nina und Nils wieder nach Hause. Wir hatten eine wirklich schöne Zeit. Trotz vieler Entbehrungen (z.T. ohne Dusche, eingeschränkte Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel, Platzmangel (viel Gepäck auf engstem Raum), der Notwendigkeit Hand in Hand miteinander anzupacken, gab es keine Momente, in denen man sich auf die Nerven ging. Es war einfach prima, wie alle als Team zusammenwirkten.

 

Zum Abschluß gehen wir heute in das Aquarium und Terrarium von Darwin. Ein kleiner, aber interessanter Zoo, der spannend die Schlangen, Insekten, Spinnen, Fische und Krokodile Australiens präsentiert. Ein letztes Highlight, und ich bin wieder allein. 2 Monate bleiben mir nun noch, in denen ich allein Australien erforsche.

 

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