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15.06.09 - Ti-Tree" Roadhouse  - -22.13137, 133.41711
 

 

Ich sitze im "Ti-Tree" Roadhouse im Restaurant.


Das ist nördlich von Alice Springs am Stuart Highway.
Da ich in Alice Springs, einer Stadt zwischen felsigen Bergen, bei Beaurepair einen meiner Reservereifen habe ersetzen lassen und ausserdem vor Dunkelheit einen Platz für die Nacht gefunden haben wollte, bin ich nicht so weit gefahren, wie an den Vortagen. Den Reservereifen mußte ich irgendwann sowieso ersetzen, da in Wiluna für die Canning Stock Route auf die Schnelle kein genau passender - sondern ein Reifen einer anderen Marke / ansonsten auch passend provisorisch aufgezogen wurde. Bei dieser Gelegenheit habe ich mir zeigen lassen, wie technisch mittels eines Tyre Repair Sets die Reifendecke herunter genommen und der Schlauch ersetzt wird. Das war mir wichtig, falls im Falle eines Platten einmal wieder kein weiterer kompletter Reservereifen verfügbar sein sollte ..

Im Ti-Tree Restaurant hatten an meinem Tisch zwei Frauen und zwei Männer mit Platz genommen, eine davon Aboriginee Community Managerin. Alle waren - wie sich herausstellte - mit der Betreuung von umliegenden Aboriginee Communities nördlich von Alice Springs befasst. Da sie sich untereinander intensiv über einzelne Fälle und Vorkommnisse verständigten, war nur begrenzt möglich, a) die sehr interessanten Abo-Gesprächsthemen sprachlich mitzubekommen (im Übrigen nicht für mich bestimmt) und b) am Gespräch teilzunehmen. Letzteres fand dann schon noch statt. Es stellte sich heraus, dass sie zunächst behaupteten, es gäbe kein Aboriginee Problem. Sicher hatten sie mich missverstanden. Auf Halls Creek und dem dortigen Alkohol-Verkaufstopp mit dramatischen Folgen beantworteten sie mit "Hier gibt es in den Communities keinen Alkohol". Evtl. wollten sie mir als Ausländer gegenüber die "Fragestellungen" herunterspielen / weniger dramatisch darstellen.

Immerhin, soviel kam dabei heraus:
Ein weiterer Aspekt bzgl. Aboriginees ist die Feststellung der Abo-Community Managerin mir gegenüber, dass die Aboriginee Frage eine Money Making Industry für Weisse geworden ist. Das für die Aboriginees vorgesehene Geld landet nicht bei den Betreffenden, sondern versickert in bürokratischen Kanälen der Weissen, die sich daran bereichern.

Es tauchen vor Ort angebliche weisse Spezialisten von Büro xy auf, die
niemals in einer Community waren. Dieselben Spezialisten treffen dann
Entscheidungen über den Einsatz von Regierungsgeldern, rein auf der Grundlage ihrer eigenen "Weissen"-Sicht ohne vernünftige
Grundlage und ohne die Traditionen der Abo Kultur studiert zu haben und ggf. berücksichtigen zu können.

 

Zu bemerken war, dass die Abo Managerin - konträr zu teils gar nicht zum Lachen passende Gesprächsgegenstände - ständig am Lachen war, egal welches Abo-Thema sie selbst oder ihre Gegenüber gerade am Wickel hatten. Sie scheint vom Verhalten der Abos amüsiert zu sein, so mein Eindruck .. oder sie überspielt mit dem Lachen, das sie evtl. auch den Abos gegenüber als Werkzeug einsetzt, Unsicherheiten.
Es wurde von Lerneinheiten berichtet, die Nutzung vom BMX bikes betreffend, die den Kids zur Verfügung gestellt wurden. So wurden Rennen veranstaltet a) Fussgänger gegen BMX Radfahrer, dies um den Kids zu zeigen, um wieviel man per bike schneller sein kann. b) dann bike gegen bike und schliesslich c) die Benutzung von Luftpumpen, wenn aufgepumpt werden muss. Auch defekte Räder, die irgendwann herum lagen, sollten die Kids lernen zu reparieren.

Hunde der Aboriginees waren Thema. Abos lieben Hunde. Und sie bekommen Geld (300A$?), wenn sie sich einen Hund kaufen. Auch für das Hundefutter .. bekommen sie Geld von der Regierung. Die Managerin erklärte nebenbei, in einer Community einen Pet-Schönheitswettbewerb zu planen oder gemacht zu haben ... Wenn es zu viele Hunde geworden sind, dann ist es problematisch, die Anzahl zu reduzieren. Speziell die Abo Frauen wollen das nicht und sprechen dann von ihrem lieben xyz (Kosename für betreffenden Hund).
Hört sich fast so an, als bräuchten die Abos Animationen und Wettkämpfe, um überhaupt zu wissen, was sie tun sollen, oder um Ehrgeiz zu lernen?


Aboriginees bekommen Geld vom Staat .. für alles mögliche - ohne Gegenleistung, ohne Verantwortung.  Angeblich hat Geld von jeher schon keine Bedeutung (klar, sie kamen mit dem aus, was sie in der Natur fanden) ... und dies wird dadurch bestätigt / verstärkt, da man das Geld einfach so bekommt, ungefähr so wie man die Luft die man atmet, ja auch nicht besonders wertschätzt ....

Kevin "bloody" Wilson hatte folgen Witz:
A white one asks: Eh blackfellow, why are the aboriginees not becoming that old?
The aboriginee: because the government is not giving it to us.

Die traditionelle "Kultur" der Aboriginees ist bis zum heutigen Tage so verschieden / weiter entfernt von unserer Kultur als jede andere in der Welt - so die Ti-Tree Aboriginee Betreuer. Das macht die Beurteilung aus Sicht unserer Kultur schwierig bis unmöglich.
 

 

18.06.09 - Renner Springs -

-18.31951, 133.79636
 

 

I moved to a place northward, called "Renner Springs". Einem Roadhouse am Stuart Highway. Vor dem Campground des Roadhauses ist ein 60-10m kreisförmiger Pool, incl. einer von Enten und Gänsen besetzten kleinen Insel

Bis Katherine sind es lt. Navi-System noch 512 km. Vielleicht komme ich morgen bis dort hin ...

Das Fahren auf dem Stuart Highway ist ziemlich eintönig und langweilig. Es gibt zwar unterwegs einige felsige Formationen insbesondere bei Alice Springs, aber meistens geht es schnurgeradeaus bis zum Horizont. Oft sind seitlich leichte Zäune, damit die Rinder von den hier entlang wohl häufigen cattle stations nicht so leicht auf den Highway laufen können.  

 

ERFREULICHERWEISE erlaubt der Staat Northern Territories im Gegensatz zu Western Australia eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. In WA sind es max. 110 km/h, was manchmal von Deutschland herkommend als Zumutung empfunden wird. Ich persönlich glaube nicht, dass das einschläfernde Tempo von 110 kmh auf schnurgerader Strasse bis zum Horizont bei nahezu NULL Verkehr die Häufigkeit von Unfällen auf dergleichen Strecke herabsetzt. Das einzige Argument, was ich gelten lasen würde, ist der geringere Spritverbrauch - davon ist in Australien aber meines wissens nicht die Rede.

Hatte mir unterwegs ein halbes Hähnchen beim "Red Rooster" per Drive
Through geholt und beim nächsten roadhouse vertilgt. War kanpp damit fertig, da kam ein langer schlanker junger Mann mit Hund "Jack" vorbei. Jack roch den Braten schon von weitem und kam schwanzwedelnd auf mich zu. Vergeblich versuchte der Besitzer per Zuruf Jack zurückzupfeifen. Der hatte nur EIN Interesse ...
Ich fragte den Mann, ob sein Hund Chickenreste vertilgen würde. "That
dog eats everything" entgegnete der Mann. Wegen der spitzen chicken
bones brauchte man sich keine Sorgen machen, damit könnte er umgehen. Da es nicht nur die restlichen Knochen, sondern auch die Haut, einiges an fettigem Zeugs und eine darin befindliche Reis-Füllung war, hatte das Päckchen einen respektablen Umfang. Der Mann nahm das Päckchen und verzog sich mit Jack zu seinen Auto. Als ich abfuhr und mich aus dem Autofenster heraus verabschiedete, sagte er mir, es sei Weihnachten für den Hund. Wie mir schien, aß aber auch der junge Mann aus der Tüte ... Jetzt fiel mir erst auf, wie abgerissen er eigentlich aussah ... vielleicht auch Weihnachten für ihn???

Bin derzeit ja in einer auch von Wohnwagen und Wohnmobilen
befahrenen Gegend. Da ist allerhand unterwegs: Heute hatte ich
Gelegenheit, zu beobachten, dass die Australier so ab 16:00 eifrig
bemüht sind, die Übernachtungsparkplätze (auch ausserhalb von
Campgrounds bei Roadhäusern) ansteuern.
Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn man selbst dann bei Einbruch der Dunkelheit auf einen solchen Platz kommt, und kaum noch einen vernünftigen Platz findet. Die Australier gehen sehr früh schlafen. Manche verschwinden gegen 20:00 - auch kein Licht mehr in deren Wohnwagen. Nach 21:00, spätestens 22:00 Uhr hörst Du nur noch schnarchen. Ich bin manchmal um 24:00 oder 01:00 Uhr über dem Lenkrad hängend wieder aufgewacht ...
Dafür sind die Jungs morgens rasch verschwunden. Bin oft ... wenn ich
mich so umsehe, der Letzte, der morgens abfährt ...
Haben die Australier das besser drauf als ich?

 

 

19.06.09 - Nitmiluk NP --14.31817, 132.42102
 

 

Bin heute im Nitmiluk National Park, bei Katherine angekommen

 

Die Fahrt auf dem Stuart Highway ... eher boring.
Die vielleicht einzigen zwei besonders bemerkenswerten Dinge waren zum einen die "Devils Marbles", eine Granitsteinkugel-Landschaft. Hier sieht es so aus, wie wenn der Teufel mit seinen Murmeln gespielt hat. Als eine kleine Reisegruppe eintraf, sass ich auf einer der Murmeln oben drauf. Ich begrüßte sie mit: "I'm the devil, these are my marbles". Sie zeigten sich amüsiert, im übrigen aber unbeeindruckt ... kein Respekt mehr, nicht mal vor dem Teufel persönlich ...

Zum zweiten war heute die nordwärts kommend sichtbar sich verändernde Vegetation bemerkenswert. Heute früh noch eher offene
Graslandschaft ... manchmal bis zum Horizont, dann mehr und mehr Buschwerk und Bäume - keine weite Sicht mehr. Mindestens ist das klimatisch bedingt, vielleicht auch vom vorhandenen Boden. Und in Mataranka bei der heissen Quelle die reinste Tropenlandschaft. Habe dort im Pool, in mehr als 30 Grad warmen Wasser gebadet.
Ursprünglich wurde die Quelle von Aboriginees benutzt, zur Zeit des 2ten Weltkriegs von Offizieren der australischen Armee, die die Nordküste gegen eine Invasion der Japaner verteidigen sollten.

Vielleicht ist der Stuart Highway aber auch eher der Normalfall bei Reisen in Australien ... Du fährst und fährst 100 km und weitere 100 km und irgendwann gibt es mal wieder was zu sehen. Die Abstände zwischen den Sehenswürdigkeiten entlang der Hauptstrassen sind grooooß.
 

 

 

22.06.09 -

Jim Jim

 

Habe mein Lager dicht an den Jim Jim Waters aufgeschlagen. Es war nachts sehr laut rundherum. Viele Tiere, im Wasser und an Land machten richtig Lärm. Welche? Keine Ahnung.

 

Bin abends gegen 11:00 Uhr an den Fluss, an eine Bootsrampe gegangen. Immer wieder sprangen Fische aus dem Fasser, vermutlich auf der Flucht vor den Salzwasserkrokodilen, die es hier in genügender Anzahl gibt. Als ich mit der Lampe ins Wasser leuchtete, sah ich direkt vor der Rampe ein Krokodil lauern. Vielleicht hoffte es, daß einer der Camper/ich(?) näher ans Wasser kommen würde... Habe ihm DEN Gefallen aber nicht getan ... Würde gern mal salti croc Fleisch essen, aber doch nicht umgedreht!!!!!

Bzgl. Nachttemperaturen - heute Nacht habe ich das erste mal richtig geschwitzt - obwohl der Schlafsack auf voller Länge geöffnet war und ich alle Klamotten ausgezogen hatte. Es blieb warm ...
What can I tell You ... weiter südlich in eher Wüstengegenden mit nächtlich klarem Himmel war es nachts und auch noch morgens bitter kalt. Hier im eher tropischen Norden ist  es nachts anders sein.

 

22.06.09 - Jabiru -

-12.66211, 132.83681
 

 

Mit Jabiru ist der überwiegend weiße Vogel mit dem gekrümmten Schnabel gemeint, der meistens auf dem Boden herumspaziert. Er ist bis zu 1,20 m groß, mit einer Flügelspannweite von ca. 2,60 m. Sein Schnabel misst bis zu 30 cm. Meine heutige Position „Jabiru“ wurde nach diesem Vogel benannt.

Bin nochmals zum Ubirr Rock gefahren, das sind ca. 40 km von Jabiru. Dabei habe ich festgestellt, das ausser dem Hauptweg dorthin im Prinzip alle anderen Nebenstrassen und -tracks gesperrt sind. "Aboriginee-Gebiet", "permission from the traditional owners needed". Langsam fällt mir was auf ... Ähnliches gibt es auch in der Karibik, wo Superreiche es sich leisten können, ganze Inseln zu kaufen und den Zutritt zu verweigern. Oder ... Teilstrecken der Oberitalienischen Seen ... privat ... Zufahrt verboten ..
Hatte gestern eine ältere weiße Frau, die in einem Kakadu NP Roadhouse Service machte, gefragt, ob Aboriginees ein Permit benötigen, wenn sie durch Sydney oder eine andere australische Stadt fahren wollen ... die Frau schien von der Frage irgendwie unangenehm berührt. Sie warf mir einen prüfenden Blick zu ... aber eine richtige Antwort gab sie nicht. Wollte eigentlich hinzufügen ... zum doppelten Permit-Wucherpreis für einen Weißen, wenn er das Arnhemland befahren will.
Das Permit Unwesen, dass sich hier in Australien ausgebreitet hat, ist
meiner Meinung nach unerträglich. Ich hätte eigentlich für das Befahren
des Great Central Highways ein Permit haben müssen ... ist doch ein Witz sowas. Ich akzeptiere, wenn in den Alpen für eine Tunneldurchfahrt oder die Golden Gate Bridge eine Gebühr erhoben wird, die für die aufwendige Erhaltung des Tunnels bzw. der Brücke erforderlich ist. Rippoff akzeptiere ich nicht.
Wozu die bei Befahren von Abriginee Gebiet durch Genehmigungen eingenommenen Gelder speziell dienen, ist mir hinreichend unklar.

Am Ubirr Rock hat sich nichts geändert, der gleiche berühmte Regenbogen als Aboriginee Art ist, neben vielen anderen beeindruckenden Malereien nach wie vor vorhanden. Dessen Hintergrund ist Unzufriedenheit von Kindern. Wenn Kinder den ganzen Tag herumschreien und kein Erwachsener sich um sie kümmert, dann erscheint der Regenbogen am Himmel. Damit soll den Erwachsenen klar gemacht werden, dass sie sich um die Kinder kümmern sollen.

 

 

 

23.06.09 -

-12.43649, 130.91650
 

Darwin

 

Bin in Darwin, 12 km vom Stadtzentrum, aber mit mächtig vielen Firmen rundherum und dort auf dem Campground „Hidden Valley gelandet. Eine Kabine mit einem „richtigen“ Bett, fließend Wasser, Fernseher, saubere Handtücher und gelieferter Seife. Bin das garnicht mehr gewohnt. Nur für das bereitgestellte Kaffeepulver der Marke „Nescafe“ kann keine Begeisterung aufkommen. „Richtiger“ Kaffee ist in Australien nur schwer zu bekommen.

 

Habe bei Britz nachgefragt, ob meine Kiste aus Perth angekommen ist. Natürlich nicht. John hat sie a) zu spät losgeschicht, und b) nach Broome, anstatt nach Darwin. Von Broome war sie dann wieder zurückgeschickt worden und wird wohl irgendwann hier in Darwin eintreffen, wenn ich jedoch bereits wieder unterwegs bin. So ein Ärger!

 

Verbringe die nächsten Tage mit dem Sortieren der Kisteninhalte. Nix aufregendes also.

 

 

 

 

 

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