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19.08.09

Letzte Nacht war es mir zeitweise unheimlich. Ab 22 Uhr waren wiederholt "Schüsse" zu hören, wie mit einem Kleinkalibergewehr.
Nun muss man sich vorstellen, dass ich wirklich ganz weit weg bin von jeder menschlichen Siedlung o.ä. Niemand kann hier theoretisch im weiten Umkreis sein. Im südlichen Teil des Rudall River NP liegt die Punmun / Cotton Creek - Aboriginee Community; mehrere Std mit dem Auto entfernt - kann mir nicht vorstellen, das von dort Abos nachts hier oben im nördlichen Teil des NP im Dunkeln herumfahren. Nächstgelegen wäre die Telfer Mine, aber die befindet sich mehrere Stunden Fahrzeit entfernt ausserhalb des NP in nördlicher Richtung. Nun kann ich mir drei Möglichkeiten abschließend vorstellen:
Entweder irgendwelche "Verrückten" Arbeiter der Telfer Mine sind da nachts unterwegs und ballern durch die Gegend (wegen der Entfernung eigentlich nicht wirklich vorstellbar) oder es sind Sprengungen der Telfer Mine, die bis hierher zu hören sind (weiß nicht, ob dort nachts gesprengt wird und ob das so weit zu hören wäre) – ist aber unsinn. Schliesslich bleiben noch Meteoriten, die mit Knall runter gekommen sind (und das gleich mehrere, na ja ...) – also auch unsinn. Also nichts von den Dreien? Aber was war es dann? Heute im Laufe des Tages war nichts dgl. zu hören. Bin gespannt, ob heute nacht wieder geschossen wird. Wenn man ganz allein in der Pampas ist und in der Nähe Schüsse hört, schlägt das Gehirn Alarm, dann gehen irgendwelche Hypothalamus Sirenen los und du rollst den großen Stein vor deinen Höhleneingang!!!

Machte mich spätnachmittags auf zur „Goldsuche“, bzw. erkunden des Geländes,  ausgerüstet mit Suchgerät, Schaufel und dem langen Nageleisen.
Zurück kam ich im Dunkeln, hatte natürlich nicht daran gedacht, eine Kopfleuchte mitzunehmen oder Licht am Lagerplatz zu machen, habe glücklicherweise trotzdem zurückgefunden....
Gefunden habe ich zunächst nichts .... gar nichts. Sodass ich gelegentlich mein 4gr Nugget auf den Boden geworfen habe, um zu hören, das das Gerät überhaupt was sagen KANN! Es kann - laut und deutlich! auf dem Rückweg den Berg herunter an der gegenüber liegenden Bergflanke mitten im Schutt des Bruchgesteins heulte das Gerät dann unvermutet auf (hatte schon mit nichts mehr gerechnet und war mehr in Sorge in der Dunkelheit noch über die Steine zu stolpern ...) und identifizierte mit Mühe 4 Steine jeweils ca. 5-7 cm Durchmesser als Ursache. Die Steine sehe ich mir morgen an / zerlege sie ... Äußerlich nichts Verdächtiges, soweit im Lampenschein sichtbar - wahrscheinlich ist wieder nur Eisen oder anderes Metall drin.

 

Die Stelle, wo die Steine relativ dicht beieinander lagen, habe ich mir per Peilung zum nächstliegenden Berg hin gemerkt und mit einem Steinhaufen markiert - obenauf ein hell leuchtender Quarz!!! Wie habe ich das gemacht??? Kluges Kerlchen?? Dös muss I mir morgen noch mal ahhsehe .. wos dös für oa Ploatz is ..
Wenn da schon Eisen o.ä liegt, wer weiß ....?

Zum Queens Bath war ich heute wieder ein Mal und habe zwei weitere Eimer Wasser geholt. Die zwei kleinen Tauchenten waren wieder da, verzogen sich weiter hinten auf der Wasserfläche, tauchen auch mal ab. Sind nicht wirklich scheu. Nur für die Dauer meines Eimer-Wasser-Schöpfens geben sie diesen Teil des Pool für mich frei. Außerdem war ein Ibis dort, der sich bei meinem Erscheinen fluchtartig in die Luft erhob ...

Die Trinkwasseraufbereitungskonstruktion hat, wie schon am Mitchell Plateau über Nacht ca. 2-3 Liter Wasser gefiltert, sodass ich heute Nacht dasselbe weiter mache, eigentlich kontinuierlich auch tagsüber. So habe ich derzeit lfd. frisches Trinkwasser, ohne meine übrigen Vorräte anzapfen zu müssen.

War heute lange mit persönlicher Körperpflege  beschäftigt, inkl. rasieren (war ganz schöne Arie, weil die Stoppeln sehr  lang geworden waren).

Bzgl. "andere Leute", zwei Tage & Nächte war ich allein. Heute um 11:00 Uhr trudelt ein Fahrzeug ein, danach noch eines, danach noch 4 Stück --- eine Party von 6 Fahrzeugen a zwei Leuten drin, macht 12 Leute ... all Australian according to their slang. Alle haben beim Einrollen freundlich gegrüßt. Noch habe ich mit keinem gesprochen ... kommt aber
unweigerlich noch. Denn wenn sie zum Desert Queens Bath wollen, dann müssen sie über meinen Claim ...
Inzwischen sind 4 von den sechs Zweier-Parteien an mir vorbei marschiert, die anderen beiden fuhren mit dem Auto die 100m (wie bequem) bis zum Fusspfad. Alle Fussgänger mit small talk. Die Leute kommen aus Perth und sind südlich in den Rudall River NP eingefahren.
Eigentlich ist das fossicking (Mineralien-/Goldsuche) im NP verboten, ob von denen das jemand weiß?
Wo ich gestern abend die Steine gefunden habe, das liegt bei denen den Hang hoch ... Ich muss ja nicht heute da hoch, aber wenn sie morgen noch hier bleiben sollten ...
Die gefundenen Steine ... ist irgendein Metall drin, vielleicht Uran, Kupfer oder Zink. Das Metall ist glitzernd grau und daneben auch gelblich. Habe alle Steine per Hammer zerlegt und ein paar besonders lautstarke Bruchstücke heraus selektiert.

 

Die 12 Leute mit ihren 6 Fahrzeugen sind nach Besichtigung der ganzen Gorge rauf bis zum 6ten Pool gefahren, um an einem Platz weiter nördlich zu übernachten. So spät habe ich noch keine Australier wegfahren sehen. Jetzt war ich doch enttäuscht ... warum bloss? Also bin ich wieder mutterseelenallein.

Habe den dicken Baumstamm, den ich eigentlich für den letzten Abend meines hierseins in diesem Tal zum Verbrennen vorgesehen hatte, aufs Feuer gepackt. Der ist soo dick, dass er garnicht anbrennen will. Aber er muss ... zumindest teilweise, denn der kann gar nicht an einem Abend allein verbrennen.

 

Bin irgendwie innerlich unruhig. Soll das heißen ich will hier wegfahren?
Bzgl. der nächtlichen Knallerei ist Ruhe an der Front. Von Otto habe ich per email erfahren, dass nach Dunkelheit nicht mehr gesprengt wird. Telfer Mine als Verursacher fällt also aus. Es waren wohl definitiv Gewehrschüsse. Von wem auch immer und was man hier um 22 - 23 Uhr jagen kann ... Kamele, Esel, Dingos, ...

Die Canning Stock Route wieder rauf zu fahren, anstelle tagelang asphaltierte Strassen zu fahren, reizt mich mehrfach. Heute habe ich mich deshalb entschlossen ... Was immer ich auch inzwischen in den bis dahin verbleibenden 3 Wochen machen werde, z.B.

- hier im Umfeld Rudall River NP bleiben (meine Lust dazu sinkt) oder
- weiter westlich von hier aus bisher von mir bisher nicht besuchte WA-Geheimplätze aufzusuchen und dabei gelegentlich in trockenen Creeks oder Rivern Gold finden ... oder
- bis an die Küste fahren und den Horizont des Indischen Ozeans anlächeln ... wäre auch eine Option oder
- xyz, etwas was mir bisher noch gar nicht eingefallen ist.
Das alles ist völlig offen. Wozu ich aber entschlossen bin: Ab 11. Sept. bin ich bei oder nördlich von Georgia Bore auf der CSR und schließe mich Otto's
September-Karavane hinten / noch in UHF-Hörweite an und fahre mit denen die CSR nordwärts bis Halls Creek.
 

 

20.08.09 DQB

Heute war ich mit dem Auto unterwegs und habe sowohl im größeren Flussbett unten im Tal, in kleineren Creeks und gegenüber des Tales unterhalb der Felsen gesucht und .... nichts, absolut nichts gefunden. Bin mit dem Landcruiser sogar ein Stück weit im Flussbett flussabwärts gefahren, bis es nicht mehr weiter ging ...   Es ist ganz einfach --- kein Gold da. Das Goldsuchen ist schlimmer als Angeln. Du weißt, was für ein passionierter Angler ich bin ... Beim Angeln musst du den Fischen wenigstens nicht hinterherlaufen ...
Die Steine, die ich per "Motion" gefunden hatte, kann ich auch anderswo hier finden. Da ist nichts drin in den Steinen, was mich wirklich interessiert. Irgendein Metall, aber kein Eisen. Muss(???) woanders suchen ... ganz woanders.

 

21.08.09

Parngurr – Cotton Creek
-22.817315, 122.597640

War heute um 9 Uhr nach Parrngurr = Cotton Creek abgefahren.
Hauptsächlich zum Diesel-Tanken sowie "etwas" (Milch, Bratwürstchen, Palette Cola) einkaufen. Hat alles geklappt und bin gegen 16:30 zurück gewesen in DQB. Der gute Mann (Manager von Cotton Creek Community) hat mich von seinem Wohnhaus aus für 15-20min zu seinem Büro geschickt. Er würde dann dort hinkommen (hat wohl gerade geschlafen). Nach 1/2 Std. kam er dann. Dafür habe ich den Sprit für ca 3,76 A$/Ltr bekommen (93 Liter für 350 A$ - Wahnsinn!!).

 

Morgen, packe in aller Ruhe zusammen und fahre zunächst gen Norden, wo ich vor ein paar Tagen hergekommen bin und biege halbwegs vor der Telfer Mine nach Westen ab. Befahrbare Tracks und Gravel Roads führen gemäß Karte und Infos von anderen Reisenden Richtung "Nullagine", einem Ort, der südlich von "Marble Bar" im PILBARA legt. Irgendwo zwischen DQB und Nullagine liegt etwas (kein Ort mit Häuser usw., sondern eine Wasserpfütze) namens "Eel-Pool", o.ä. Den steuere ich für morgen an - soll besonders "schön" & wasserreich sein.

 

22.08.09

Eel Pool

Bin am "Eel-Pool", o.ä. angekommen Hier ist ab frühem Abend und dann fast die ganze Nacht der Jupiter zu sehen ... mit drei Monden in einer Linie zum Jupiter. Dies habe ich sooo nie beobachten können. Mit meinem 14x Fernglas mit Stabilisator ...  insbesondere sind Monde des Jupiter exzellent sichtbar.  Der Jupiter, der grösste Planet unseres Sonnensystem, verfügt nach heutigen Kenntnissen über 63 Monde. Auf Jupiter findet fast täglich eine Sonnen- oder Mondfinsternis statt. Die grossen vier Monde  (Io, Europa, Ganymed, und Callisto) werfen einen auch mit kleineren Fernrohren gut zu beobachtenden Schatten auf Jupiter. Ihr Auftauchen und Verschwinden im Jupiterschatten (=Mondfinsternis) gehört zu den ersten grossen  Himmelsereignissen, die ein frisch gebackener Amateur durch sein neues Fernrohr  sieht.

Die vier grossen Monde sind eigene Welten, die den aus
Wasserstoff und Helium bestehenden Riesen Jupiter umkreisen.

 

Manchmal passieren einem Dinge im Leben, bei denen man sich nur an den Kopf fassen kann. Durch Unachtsamkeit kann des ganz schnell zur Katastrophe kommen. Mir ist heute so eine Unachtsamkeit passiert. Habe mich heute abend fast selbst in die Luft gesprengt.
zunächst hatte ich ein winziges Feuer mit vielen kleinen Holzstückchen angemacht. Habe aber schnell gemerkt, dass so ein kleines Feuer 5 x mehr Arbeit macht, wie ein größeres mit dickeren Ästen. Man muss ständig nachlegen, weil die kleinen Stückchen schnell heruntergebrannt sind.

Schnell also ein paar dickeren Ästen (bereits im Dunkeln) gesucht und ein „richtiges“ Feuer angeheizt.
Als das dann so schön brannte, packte ich, wie immer, eine Tüte mit verschiedenem Müll in die Glut (in Australien verbrannt man selber seinen Müll, wenn man im Outback ist), da wo sie am heißesten war.
Dabei habe ich absolut nicht mehr daran gedacht, dass dort nicht nur Papier-/
Plastikmüll und leere Coladosen, sondern auch ein "leerer" Antimücken-Spraybehälter drin war. Das war wirklich ein Fehler.

Zufällig war ich gerade bzgl. der Feuerstelle hinter einer Autotür, da gab es einen Donnerschlag - wirklich zum umfallen - und die ganze Feuerstelle flog im Umkreis von 10m Feuerwerk auseinander. DAS Feuer war zunächst mal ausgeblasen - wie wenn
"Red" mit seinem Nitroglyzerin die in Brand geratenen Ölquellen auspustet ...
und überall lagen die brennenden Teilchen aus dem Feuer herum - auch auf meinen Lochmatten und dem 5m entfernt bereits fertig dastehendem Swag. In den Swag ist nicht viel
reingebrannt, soweit im Dunkeln zu erkennen. Wohl aber in die Matten - dicke Löcher. Bin mit Handfeger und Brechstange herumgelaufen um Schlimmeres, wie ein Ausbreiten des Feuers  zu verhindern.

Nicht auszudenken, wenn ich neben dem Feuer gestanden hätte - Trommelfell(e) weg
und Kleidung in Brand oder sonst was hätte passieren können.
Der Fehler ist schon früher passiert: Keine Druckbehälter in die Mülltüte werfen, die man verbrennen will.

Separat sammeln und entsorgen. DEN Fehler mache ich nicht noch einmal.

 

23.08.09Cool bra Pool - -22,16534, 121,97723

so ca. 54km Luftlinie SSW der Telfer Mine.

Next tire is flat. Hatte gerade mal 30km gefahren, da war es wieder einmal so weit ...
Die Geister der Wüste konzentrieren sich - Gott sei dank - auf die Reifen.
Offensichtlich wollen sie mir nur ein kleines bisschen Training verpassen. Recht haben sie ....
Dies ist nun mein 7ter (SIEBTER) platter Reifen, davon 5 irreparabel, d.h. Decke zerrissen. Bei den letzten beiden Reifenschäden inkl diesem hier .. war nur der Schlaúch kaputt. Mache ich irgendwas falsch, oder: Nimmt man den Trend, dann wird es besser...

Habe mich bereits nach insgesamt 50km auf den mir früher positiv aufgefallenen schönen "Coolbro Pool" Platz gestellt, den niemand kennt .. auch Otto nicht. Am Nord-Süd Track sind zwar deutlich sichtbare Ein-/Ausfahrspuren, es steht aber kein Hinweis am Rand - und so brettern alle in 100m Abstand vorbei an diesem Gemstone! Inzwischen habe ich eine Notiz darüber in der 4WDRIVER Zeitschrift gefunden. Dort heißt er "Coolbra Pool" - eine 500m lange Gorge mit jeder Menge Wasser und Wassermelonen auf der anderen Seite. Infolge des Wassers .. Singvögel ... einfach herrlich.

Will hier den Reifen flicken, bevor ich morgen weiterfahre. Dies, weil der Reservereifen - Stand unverändert der von Halls Creek ist. Dort hatte ich ja bei Toyota als zweiten Ersatzreifen mangels original "Dunlop Road Gripper" einen von einer anderen Reifenmarke "Hankook" bekommen; diesen will ich nach Möglichkeit garnicht auf die Felge aufziehen, weil Britz diesen Reifen nicht annehmen. Sobald ich also, wie heute, eine Panne habe, ist der einzige komplette Ersatzreifen weg ... habe in dem Moment überhaupt keinen fix und fertigen zweiten Ersatzreifen mehr, was in ungünstiger Position eines nächsten Platten unschön wäre ...
Den nagelneuen "Hankook" kann ich vielleicht in Nullagine, Marble Bar oder einem anderen Nest gegen einen Dunlop tauschen.

 

24.08.09 Eel Pool: -21.68384, 121.12357

Der Coolbra Pool ist wirklich wunderschön, allerdings auch höllisch laut. >
>As reported already, this night I am at "Coolbra Pool". Viel Wasser, viele Vögel und offenbar sehr viele Frösche. Die Vögel sangen mir bis zum Sonnenuntergang ihre Lieder vor. Aber nach Einbruch der Dunkelheit legten die Frösche los. Ein ohrenbetäubendes Gequake, so um die 110 Dezibel laut. Das ging wohl die ganze Nacht durch, denn um 0:40 waren die Frösche immer noch nicht heiser. Danach bin ich wohl eingeschlafen.

 

Auf der Fahrt zwischen Telfer Mine und Nifty Mine bin ich einer Tiger Snake begegnet. Habe einige Zeit mit ihr "verbracht". Insbesondere sind ein paar Fotos entstanden. Ein schönes Tier, wenn da nicht ihre sonstigen Eigenschaften wären ... Aber leider muss ich aufgrund der Begegnung an den generell für Giftschlangen in Australien gemachten Angaben zweifeln. Zumindest diese Schlange verschwindet überhaupt nicht, wenn man "fest auftritt". "Trittschall
verscheucht die Schlangen, bevor man sie sieht" ... eine Mähr jedenfalls für den Typ Tiger Snake. Im Gegenteil, wenn ich das versuchsweise praktizierte, schien sie umso mehr interessiert, hob immer wieder mal kurz den Kopf aus dem Gebüsch um sich zu
orientieren / evtl. mich zu orten(?). Beobachtete mich aus Lücken der Gebüsche heraus - habe sie dabei aufgenommen ... Und kroch dann - übrigens ein wunderschönes gelb-braun quergestreiftes, ca. 1,3 m langes Tier - ... Meter für Meter, immer neue Deckung suchend --- AUF MICH ZU. Warum??? Sie tat das, ohne von mir bis dahin provoziert worden zu sein. Ich bewegte mich einfach nur, mal leise, mal kräftig auftretend. Wir Menschen gehören bestimmt nicht zu deren Beuteschemata. Sie machte bis dahin keinen aggressiven Eindruck auf mich, schien eher "interessiert" zu sein - jedenfalls mir näher zu kommen; evtl. hatte sie noch nie mit einem Menschen zu tun. Schwierig für mich als Menschen, sie hinsichtlich der usprägung ihres Interesses einschätzen zu können ...
Vertrauensbildung hin oder her ... Kann eine Schlange "link" sein? Ich war (und bin) mir nicht im Klaren darüber, wie schnell sie auf 3-4m, die ich mindestens Abstand hielt, sein könnte. Ich hielt das für sicher. Die Autotür stand sperrangelweit offen; wäre nur schlecht, wenn sie zuerst drin gewesen wäre ... Was hätte sie aus Interesse gemacht, wenn ich mich ganz ruhig und mich nur mit langsamen Bewegungen vor sie hin auf einen Stuhl gesetzt hätte??? Mir ihre Giftmischung verraten? Mich einmal kräftig ... "umarmt" kann man ja nicht sagen, sie hat ja keine Arme. Nach laaanger Überlegung habe ich mich nicht vor sie hingesetzt ...

Provoziert habe ich sie schliesslich auch. Mit einem gebogenen ca. 4m langem Stock. Damit konnte ich sie z.B. hinten am Schwanz oder vorn am Kopf berühren. Das mochte sie nicht, besonders nicht am Kopf. Ich gebe zu, das war nicht nett von mir.
Ich weiß auch, dass "man" das überhaupt sein lassen soll - aber irgendwo schlummert der Verhaltensforscher ... Zischend kam der Kopf hoch und attackierte das Stockende. Schluss mit lustig .. she wasn't amused about that at all. Schliesslich hatte sie die faxen dicke mit mir bzw. meinem Stock und suchte ziemlich eilig das Weite. Gleichzeitig auch für mich das Zeichen zum Aufbruch…


…und ich traue kaum, es auszusprechen ... heute ..... Reifen Nummer 8 ist kaputt. Zum Glück WIEDER erst nach eintreffen am Ziel.
Der alte reifen, den ich in Halls Creek "umsonst" dazubekommen hatte, ist - mit NEUEM Schlauch undicht. Verliert jetzt in wenigen Minuten die Luft.


Fahre morgen nach Nullagine. Dort gibt es vielleicht einen Reifenservice, mal sehen ...was die momentan für mich tun können.
Wo ich zur Zeit "stecke"? In fact, I'm not stucked, I am ... see below.
Bin heute an einem Platz namens "Eel pool".
Auf einer Karte findet man das am besten von der Linie Nullagine - Marble Bar Luftlinie 100km östlich. Liegt am Oakover River, der nun nur noch aus "Pools" besteht. Da fließt kein
Wasser, aber es gibt Oasen. Diese hier ist bestimmt etwa 10km lang und bis zu 600m breit. Ein einziger Urwald mit den zugehörigen Geräuschen ...

Tauchen am Ningaloo Riff ist gestrichen ...
Werde mich die kommenden 2 1/2 Wochen im Pilbara Gebiet (Nullagine ... Marble Bar) aufhalten, bevor ich mich Otto anschließe.
 

 

25.08.09 Port Hedland

Nachdem in Nullagine keine passenden Reifen erhältlich waren und es auch in Marble Bar keine gibt, blieben Port Hedland und Newman als nächste sichere Adressen. Beide Orte lagen weit entfernt von meinen Vorstellungen. Bin dann nach Port Hedland gefahren, liegt ja „nur“ ca. 300 km vom Eel Pool entfernt - grummel. Lliegt immerhin nördlich und ich kann den Indischen Ozean nochmals sehen ... Ist doch auch was!!! Außerdem gibt es einen "Woolworth"-Supermarkt; da muss ich hin! Pumpernickel vielleicht??? Falls ja - werfe ich
alles mein anderes, wabbeliges, weißes Brot FORT. Yoghurt? Fruit Mix? All diese und andere gesunde Lebensmittel findet man weiter östlich nicht in den Shops.

Bin solchen Trubel, wie hier in der Stadt vorhanden, momentan nicht mehr gewohnt. Viel zu viel Verkehr, Campground knackevoll, alles steht dicht an dicht. Da ich erst mit Einbruch der Dunkelheit hier einrollte, habe ich den ersten von mehreren Campgrounds angefahren, mir  eine Cabin (Luxus) genommen, zwei Schaschlikspieße gekauft und das wars ... WAS für eine Qualität hat da doch ein exklusiver Platz unter einer großen kräftigen Wüsteneiche!!! Wirklich! Die Touristen hier wissen gar nicht, was sie verpassen .... oder Gott sei dank?

Auf dem Weg hierher beobachtete ich Richtung Port Hedland aus ca. 50km(!) Entfernung sowas wie einen Atompilz. Unten der Stamm, in halber Höhe eine sich mit dem Wind ausbreitende Wolke und oben weit darüber hinausragend ein Pilzdach. Habe das
fotografiert. Dachte zunächst, das sei ein Brand im Hafen von Port Hedland, bis ich mich bestimmter Technik erinnerte und im Abstand von ca. 10 gefahrenen Kilometern zwei Peilungen gemacht habe. Ergebnis der Kreuzpeilung war - der Ort liegt etliche
km entfernt östlich von Port Hedland im Inland. Im Laufe der Zeit löste sich das Gebilde auf und es blieb nur noch die sich immer weiter ausbreitende Wolke in halber Höhe. Hatte nicht die Zeit, an den betreffenden Ort soweit möglich näher heran zu fahren. Was das nun war, bereits aus ziemlich großer Entfernung zu sehen - ein geheimer Atomtest, ein Flugzeugabsturz, ein explodierter Bunkertank, ein Meteoriteneinschlag… - I do not know. Nehmen wir Vorletzteres an?

 

27.08.09 - Cape Keraudren

Bin heute an einem besonderen Ort, den ich vom letzten Jahr her bereits kenne. Ein Zeltplatz, direkt am Indischen Ozean, auf einer kleinen Klippe. Im letzen Jahr hatten wir, mit dem Wohnmobil Sorge, ob wir überhaupt dort ankommen würden, denn die Zufahrt, ca. 10 km ist ein richtiger Track unbefestigt, mit Löchern, Felsen, sandiger, z.T. auch matschiger Untergrund, etc. für den Landcruiser allerdings kein Problem.

 

Unterhalb der Klippe erstreckt sich eine riesige Bucht, die bei Ebbe trocken läuft. Dann kann man kilometerweit durchs Watt gehen. Muscheln, Fische, Krabben, alles mögliche ist dort zuf inden
 

Am Ufer/Strand findet man skurile Gesteinsbildungen. Wirklich sehenswert. Einige sahen aus, wie ein Eierkarton, jedoch mit bis zu 40 cm tiefen Mulden. Wer da zu Fuß rübergeht, kann sich ganz leicht die Knochen brechen. Daneben dann klobige Felsen, bis 2 m hoch, mit irren großen Löchern

 

Auch findet man eine Slipanlage, wo, bei Flut, kleinere Boote zu Wasser gelassen werden können. Die Slipanlage ist mit angelieferten eisenhaltigen Steinen befestigt. Teilweise sind die Steine gebändert, Tigeraugensteine.

 

Mein Swag hängt richtig an der kante oben auf einer Klippe mit laaaaaanger Leine, fest in dem scharfen Gestein verankert und zwar macht er den gleichen Eindruck, wie die Windsäcke, die man an Flughäfen sieht und die die Windrichtung anzeigen. genau so hängt der Swag mit Kopfteil / Öffnung im Wind. Und der bläst wie verrückt. Falls der Swag abhebt, wenn ich drinliege, werde ich eine gute Aussicht haben.
Vielleicht bleibe ich zwei Tage hier. Der Platz, die Aussicht, traumhaft. Wenn der Wind noch nachlässt …

Der neue Parkranger, mit dem ich ins Gespräch kam, sagte, es sei ein Känguruh-JAHR: Alle Weibchen hätten Junge. Man soll in der Dämnerung oder Dunkelheit gaaanz langsam fahren, nicht schneller als 30 km/h.

 

29.08.09 - Marble Bar

Habe meinen exorbitant exponierten indian ocean cliff lookout verlassen
(ist das nicht unglaublich zutreffend ausgedrückt!!!). Das, nachdem ich
einen letzten Gang durch das halbleere "Watt" gemacht habe. Gestern
hatte ich die Mangroven besucht sowie einen hindurch fließenden Creek,
der Brackwasser führt (während Flut läuft Salzwasser rein). Da drin
schwamm eine Seeschlange - die ich aufgenommen und dem Ranger gezeigt
habe. "Needs special care" hat er gesagt, sei besonders giftig, aber überhaupt nicht agressiv. Allerdings: Sollte jemand mit Sandalen durchs Wasser waten und drauftreten, dann allerdings ...

Mein Domizil für diese Nacht - Samstag, der 29te September 2009 – ist ein Stück weit im Inland der Campground von Marble Bar. Durch Marble Bar war ich vor ein paar Tagen auf dem Weg nach Port Hedland hindurch gefahren. Es ist fast genau so ein Nest wie Nullagine. Aber die ganze Gegend ist Gold-verseucht ... so sagt man. Hatte bei Durchfahrt beim Mining Registrar in Marble Bar nachgefragt, wo man fossicking / prospecting machen kann. Antwort: 4km im Umkreis von Marble Bar ist alles privat, no access. Dann könnte ich die und die Strasse hinter dem Roadhouse rechts reinfahren, nach einiger Zeit würde sich die Strasse (gravel road) gabeln. Dort sollte man sich links halten, würde das schon an den Reifenspuren sehen, die da rein gehen und käme in ein Gebiet, . welches nicht irgendwem veräußert wurde und 2. letzte Woche jemand dort Gold gefunden hätte, es gäbe dort also Gold.

Diese ziemlich unpräzise Beschreibung erlaubte mir vor ein paar Tagen nicht, die betreffende Gegend auch zu finden. Von Gabelung der Straße z.B. keine Spur ... Nehme an die Registrarin war selbst niemals dort ... Vielleicht versuche ich es morgen nochmals. Vermute allerdings, dass diese Auskunft ALLEN nachfragenden Durchreisenden gegeben wird....... Was es also wert ist dort zu suchen, das frage ich mich ...

Auf dem Weg hierher wollte ich von Nordwesten (oben links) nach Südwest (unten rechts) durch ein Gebiet fahren, dessen Zentrum etwa auf Position -20,468132, 120,068790 liegt. DAS muüsst ihr euch mal per Google ansehen! Die Gegend sieht aus wie eine geologische Verwerfung. Offensichtlich gibt es dort massenhaft Mineralien / Metalle zu holen, denn es befindet sich dort eine Mine nach der anderen - teils in Betrieb, teils "abondend". Wollte dort einfach durchfahren, z.B. eine stillgelegte Mine besuchen - unmöglich, das ganze Gebiet ist von den Zufahrten her gesperrt ... Man kommt nicht rein.

 

30.08.09 Marble Bar

Heute habe ich Keath kennengelernt. Er ist der Manager und gleichzeitig Koch in einem der beiden Roadhouses, hier in Marble Bar. Als ich ihn traf, saß er vor dem Roadhouse und machte gerade Pause. Fragte ihn, ob ich am Abend bei ihm etwas zu essen bekommen könnte. „Na klar“, sagte er mit Begeisterung. „und was ich denn gern essen würde“ "The best steak ever with prawns" War meine Antwort. „Du wirst das beste Steak haben, was Du je gegessen hast, mit Prawns in Koblauch!  Ausserden hätte er noch  eine leckere Nachspeise. Na, hört sich das nicht gut an?  


Er fragte mich, was ich bis zum Abend machen würde. Erklärte ihm, dass ich wenigstens ein 1 Gramm Stück Gold mit nach Hause nehmen möchte, und danach suche.  Keath sagte mir daraufhin, wo ich hinfahren sollte. Die Corrund Road 16 km weit fahren, dann…usw.. „Wenn
du Glück hast, dann  findest du Gold.“
Ich fahre also, finde die von Keath beschriebene Stelle jedoch nicht. Irgendwo, wo es mir passend vorkam, bin ich dann vom track aus einer kaum sichtbaren Spur folgend ein paar Meter weiter den >Berg  rauf gefahren. Von dort aus bin ich dann bewaffnet mit Suchgerät, Nageleisen,  Schaufel, Hammer plus gefundenem Meissel losgeturnt ... Gold suchen. Eine  phantastische Landschaft mit jeder Menge Quarzgängen im Gestein und oben an  den Berg-/Hügelflanken etliche alte teils mehrere Meter tiefe und 5-10m  breite Löcher - in den Fels gehauen ... sprechen nur >eine Sprache ... G O L  D!!!
Insgesamt bin ich dort ca. 5 Std teils außer Sichtweite vom Auto, da hinter Bergflanken, herumgeturnt - meistens mit der Suchspule dicht über der Erde oder in Quarzfelsspalten. Hatte wirklich große Schierigkeiten mit der  Kompensation der Grundmineralisierung, "ground reject" genannt. Ich wußte  mit den Signalen nicht richtig umzugehen, sie waren unklar. Die  Mineralisierung des Bodens DORT scheint besonders hoch zu sein. Das Gerät  (oder ich mit dessen Einstellung) war damit - vielleicht überfordert. Einige Sachen habe ich dann sinnlos  zeitaufwendig ausgebuddelt, darunter zwei metallene Markierungen früherer Goldsucher, einen Nagel, usw. Schließlich fand ich dann einen Punkt, wo  ich bis jetzt nicht weiß, ob ich da wieder nur Probleme hatte, Die Mineralisierung des Bodens zu kompensieren ... oder einen Fund hatte.  Nachdem ich 20cm tief gebuddelt hatte – sehr schwierig mit allen mir zur  Verfügung stehenden
Werkzeugen - war nur noch nackter Fels zu sehen. Dieser  Fels war nicht zu knacken. Ich musste aufgeben. Nehme an, dass darunter der  gesuchte 25kg Goldklumpen liegt ... Das wird es dann wohl sein .. und bleiben.  Das Gerät liefert über dem Fels nach wie vor ein deutlich hörbares Signal.  Aber ich soll wohl kein Glück in dieser Richtung haben…

 

Als Entschädigung servierte Keath mir heute zum Dinner ein wirklich superbese Steak. Keine Sehnen - kein Fett. Dazu einen  frischen gemischten Salat und Pommes Frites. Obwohl er Bedienungspersonal  hat, kam er selbst aus der Küche, um mir das ARRANGEMENT
(einfach Essen  kann man nicht sagen) zu servieren. Die Prawns – ein paar vorneweg als Vorspeise serviert, mit Knoblauch Sauce und Knoblauch Brot, und reichlich weitere Prawns später auf dem Steak. „A new dinner creation“ sagte er mir. Dieses hier  war nur vergleichbar mit einem Essen, das ich einmal bei Philadelphia in einem „steak & lobster" Restaurant bekommen hatte,              Unvergesslich.
 

Zwei  Tische weiter fragten mich die Gäste welches Gericht das sei. Ich mußte sagen, you can't
find it on the menu - but you may ask. Die Frau des Pärchens fragte tatsächlich und bestellte das gleiche Menu Als Nachspeise gab es einen eiskalten grünen Wackelpudding (Waldmeister?) mit zwei dicken Kugeln  Vanilleeis. Wenn ich jetzt daran denke, bekomme ich immer noch Lust
auf mehr...  

 

Als ich bezahlen wollte, kassierte Keith selbst. Er nannte mir einen Preis, einem der in der Menu-Karte verzeichneten Steak-Gericht Preise entsprechend, und sonst nichts. Ich sagte ihm, dass das nicht sein könne, aber er beharrte darauf – er berechnete den mit Sicherheit höheren Preis für die prawns nicht, auch nicht die Nachspeise ... und auch nicht meine Getränke. Irgendwie muss er einen Narren an  mir gefressen haben.

 

01.09.09 Marble Bar

Muss noch etwas in Marble Bar bleiben. So lerne ich nebenbei den Ort besser kennen. Gegenüber des Campground steht das Shire-Gebäude mit einem wirklich pompösen Sitzungssaal mit edlem Gestühl. Auf meine Feststellung diesbezüglich hin wurde mir (ehrfürchtig mit gesenkter Stimme) erklärt, hier würde das Council tagen ... Dann gibt es ein wirklich ehrwürdiges Government-Gemäuer, bestens restauriert und gepflegt, benutzt als Polizeistation und Mining Registrar. Es gibt zwei Roadhäuser mit "Supermarkt" (na ja), ein technisch perfekt ausgestattetes Telekommunikationsoffice kombiniert mit Touristen-Info, den ganzen Ort voller Mining Companies, einen Pub, --ABER ES GIBT UEBERHAUPT KEINE BANKFILIALE UND KEINEN ATM (GELDAUTOMATEN). Witzig, damit hatte ich nicht gerechnet.
Vielleicht gibt es gar kein Gold hier, keine wirklichen Mining Companies und das Ganze ist nichts als Hollywood Filmkulisse??? Deshalb bin ich gestern Abend auch dem Police Officer im Roadhouse Restaurant wieder begegnet, er wird der Regisseur dieser ganzen Schau sein... der hatte nämlich von seiner Rolle als Dorfpolizist die Uniform ausgezogen ... Mich hat er inzwischen heimlich als Touristen in seine Crew aufgenommen. May be I will be payed by him ...

 

02.09.09Marb le Bar

Bin auch heute Nacht noch in Marble Bar. Der Grund: konnte bisher keine Möglichkeit finden, keinen Shop, keinen Service, der für meinen abgerissenen Elektrot-Draht des einen Scheinwerfers einen Konnektor hat - so ein anzuklemmendes oder zu lötendes Drahtende mit Loch, das über die Schraube gelegt wird, bevor die Mutter sich darauf setzt ... nee, gedreht wird. Anlöten kann ich das dann schon selbst ... Ohne dem Draht brennt die Laterne nicht.
Deswegen bin ich heute nicht aus dem Ort herausgekommen und hatte Gelegenheit, mich über weiteres aufzuregen:

 

Momentan vergrabe ich mich wiederholt in DIE Aboriginee Frage Australiens. Es geht mich ja nichts an und ich habe auch als temporär im Land befindlicher Ausländer eigentlich nichts dazu zu sagen, aber dass sich ein persönlicher Eindruck diesbezüglich bei mir gebildet hat und weiter (um)bildet, das ließ und lässt sich nicht verhindern. Mitten in Marble Bar in Steinwurf-Nähe zum althistorischen altehrwürdigen Government Gebäude mit dem Mining Registrar und der Polizeistation liegt eine von den Abo-Bewohnern selbst zerstörte Aboriginee Community. Alle Häuser samt Klimaanlagen, Waschmaschinen, etc., .. einfach zerstört. Niemand wird dafür zur Rechenschaft gezogen. Stattdessen ist denselben Abos ein paar km weiter eine komplett neue Community hingebaut worden - für 4 - 6 Mio A$. Zu hören ist, das auch dort die allseits und vielfach im Land zu beobachtende bekannte Zerstörung ebenfalls bereits erheblich fortgeschritten ist ....


Hier läuft etwas gründlich schief in Australien. Die Regierung zahlt in ein immer größer werdendes Problem - das Anwachsen des Problems wird bezahlt. Der reinste Wahnsinn, unter internationalem Druck von unbedarften Ausländern (der UN) versuchen die scheint’s hilflos der Situation gegenüberstehenden Australier, den Abos ihre Seelen abzukaufen. Ohne  Gegenleistung, Verantwortung seitens der Aboriginees mit Geld freikaufen, das wird derzeit praktiziert. Royalties von Minengesellschaften und Zahlungen von Regierungsseite an Abo-Organisationen, dazu Ausstellung von kostenpflichtigen Permits für die Erlaubnis, bestimmte Gegenden betreten oder befahren zu dürfen (ich nenne dies den "permit-bullshit") - ich wiederhole, alles ohne Gegenleistung, Verantwortung seitens Aboriginees. So wird es versucht - mit Null Ergebnis, denn funktionieren kann dgl nicht. Wie sollen sie denn lernen, Dinge zu wertschätzen, wenn sie so behandelt werden. Sie werden als Außenseiter behandelt, und mit Geld und materiellen Dingen versucht ruhig zu stellen. Wer würde da nicht rebellieren?

Zunächst habe ich die zerstörte Abo Community in Marble Bar besucht und fotografiert - auch den pompösen Erinnerungsstein zum Eröffnungszeitpunkt samt Namen der Honoratioren, die die Abo-Community einweihten .... Dann bin ich 300m weiter in die Polizeistation hineinspaziert und habe gefragt, wer das gemacht hat (die Häuser und alles dazugehörige zerstört) und warum das geschehen ist und was dagegen unternommen wurde .. DAS war ein interessantes Gespräch!!! Und das abenteuerlich dreinschauende Gesicht des Police Officers!!! Er war voll meiner Meinung, ihm sind jedoch die Hände gebunden.

 

Habe dann heute früh im Roadhouse gefrühstückt.Und wer steht mit seiner Minna draussen an der Dieselzapfsäule? My police officer. Er begrüßt mich schon von weitem mit "Hello Helmut"! Er erinnerte sich sofort an meinen Namen!!! Ich glaube, in Marble Bar könnte ich jetzt besoffen herumfahrend von der Polizei kontrolliert werden ... would be no problem --- „aih, its YOU, Helmut. Have a nice drive ....“ 

 

Bei aller Problematik, die ich nicht verniedliche - ich sehe sie, die Blackfellows, als das, was sie sind ... Mitmenschen, die gründlich anders sind und mehrere Generationen lang anders sein werden, als wir "Whites" und sich in einer kaum vorstellbaren Ausnahmesituation befinden." Ihr glaubt es nicht, diese scheint’s verniedlichende Formulierung wird manchen Australiern schon stinken, denn viele sehen die Thematik realistisch radikal, sehen überhaupt keine Lösung mehr und trauen sich nicht, sich darüber öffentlich zu äußern.

 

Später, im Shire of East Pilbara - Aussenstelle Marble Bar (the largest Shire in the world), beim Elektriker des zweiten Roadhouse, bin ich bezüglich meines Scheinwerfers endlich fündig geworden. Inzwischen ist der Konnektor angelötet, die Laterne brennt.  Hurraa!!

 

 

03.09.09-Caravine Gorge

-21.480972, 121.027913

where I am: Caravine Gorge at the Oakover River.

Fas die ganze Tour von Marble Bar bis hierher, mit Ausnahme der letzten 15km, war ich auf der Asphaltstrasse unterwegs. Habe mehrfach angehalten und an verdächtigen Hügelflanken und in interessanten trockenen Creek-Betten nach ... nach, nach was gesucht?. Nach Gold natürlich, but .... schluchtz, es ist mir wohl nicht gegönnt!!!
Das gibt es doch nicht. Zwischendurch während der Suche habe ich gedacht, "Du hat jetzt ein kleines Stück von dem gelben Zeugs verdient, also  ...". aber ... nix da! Ein Stück Baustahl, etwas Draht, Schrauben, Nägel, usw., das ja, aber sonst nix ...

Hatte 1/2 Stunde vor Ankunft in der Caravine Gorge bei einer Durchfahrt durch den Oakover River flussabwärts meinen Augen nicht getraut. In der Ferne sah ich auf dem Wasser des Flusses drei schwarze Schwäne. Ungefähr in 200m Entfernung weitere schwarze
Schwäne, Kormorane und ... kaum zu glauben, Pelikane!


Dieser Ort, den ich heute angefahren habe, unwissend was mich erwarten würde, hat seine Überraschungen. Bei Anfahrt an den Fluss Unmassen an weichem Kiessand. Schon 200m vor dem Flussufer - alles voller weicher Kiessand (da sieht man, welche Ausmaße der Fluss während der Fluten annimmt). Für mich heißt das jetzt aber erst einmal: Gas geben oder im Sand stecken bleiben. Beim ersten kurzen Orientierungsstop hing ich dann auch schon fest,
sofort. Musste mich (bzw. die Räder) ausgraben und Luft ablassen, um hier weiterzukommen. Am gegenüber liegenden Flussufer: steil aufragende vielleicht 50m hohe Felswände. Ein tolles Eckchen, diese Caravine Gorge!
Der Fluss ist auch jetzt noch sehr breit - geschätzt 50m - und voller Wasser, Farbe grün. Diesseits geht das Flussufer steil/schräg ins Wasser - da auf der anderen Seite die Felssteilwand ist, muss das Wasser auch seeeehr tief sein. Das Vorhandensein der schwarzen Schwäne und der Pelikane spricht dafür, dass das Wasser permanent das ganze Jahr über vorhanden ist und nie austrocknet. Das ist bemerkenswert, da ca. 300km
Luftlinie von der Küste entfernt.

Zum gegenüber liegenden Flussufer sind zwei Leute per mitgebrachtem Paddelboot rübergefahren. "Er" angelte von einem kleinen Vorsprung aus an der Steilwand, "sie" machte Fotos und hatte eine Staffelei und großen Zeichenblock dabei. 30m über den beiden hatte ich Gelegenheit, längere Zeit ein großes Känguru per Fernglas zu beobachten, das quer von links nach rechts durch die Felswand marschierte. Das Känguru lauschte gelegentlich zu den sich unterhaltenden Leuten nach unten. Die Leute unten haben das Känguru über sich nicht gehört, nicht gesehen, nicht bemerkt. Hatte befürchtet, das Tier könnte vielleicht Felsbrocken versehentlich oder etwa absichtlich???-grins) herrunterstossen ... nichts dergleichen. Es bewegte sich traumwandlerisch sicher mit längeren Zwischenstops immer weiter der Wand entlang. Es sah durchs Fernglas so aus, wie wenn ein paar Füße eines kleinen Kängurus aus dem Beutel hingen und manchmal auf der Erde schleiften ... Für ein Felsen-Wallabi, die es ja gibt, war das Muttertier meiner Meinung nach zu groß.

Obwohl die Felswand jenseits des Flusses viel vom Himmel bedeckt, ist der Abendhimmel hell - der Mond scheint fast als Vollmond und hängt als Laterne östlich am Himmel. Und da das Wasser nah ist ... sind es auch die Stechmücken!!! I tell You! Ohne einschmieren nicht zum Aushalten. Außerdem wird sehr empfohlen, sich wegen des Ross River Virus nicht stechen zu lassen ... bzw. alles mögliche präventiv dagegen zu tun. Dös moach I.

Marble Bar liegt - obwohl nur 6 Fahrstunden entfernt von hier - weit hinter mir. Bin froh, dort weg zu sein. Diese ewige Warterei dort. Wie Becketts "Warten auf Godot", der dann niemals kommt ....  Mein "Godot" kam ja dann, aber wann .....? Es gab auch nette Begegnungen, mit Keath z.B., auch gestern noch mit Dale, einem Radfahrer, Lehrer, der 6 Monate Australien rund radelt ...
 
Habe hier an der Caravine Gorge an beiden Seiten up- and down the River Camp-Nachbarn - Abstand sehr weit, so dass man sich so gerade eben noch hören kann, wenn an hinhört .... Mit denen up River hatte ich Kontakt. Sind mit zwei Fahrzeugen hier. Großvater, zwei Familien mit kleinen Kindern. Ein Kind mit Windeln ... und Baby-Geschrei. Großvater hat Feuerholz per Motorsäge und Auto geholt - Holz hinter dem Auto herangeschleppt.  Damit hat er sich dann kurz vor deren Campplatz auch festgefahren ...
Jetzt, wo es dunkel ist, beleuchtet das Riesenfeuer sogar die 50m entfernt liegende Felswand flackernd mit ... Fantastisch.


Habe heute ganz darauf verzichtet, ein Lagerfeuer vorzubereiten. Hätte wohl auch per Auto etwas holen müssen. Auch die nächstgelegenen abgestorbenen Bäume haben bereits Bekanntschaft mit australischen Motorsägen gemacht, da ist mit der bloßen Hand nichts mehr zu holen ...
Es ist ganz "komisch". Wenn ich irgendwo an einem solchen oder anderen Platz OHNE Nachbarn, also ganz ALLEIN bin, dann habe ich meine Sinne eine ganze zeitlang auch auf unbekannte, möglicherweise Gefahr bedeutende(?) Geräusche und Bewegungen gerichtet. Solche sind immer wieder vorhanden, z.B. von den im Dunkeln in der Nähe herumhüpfenden nachaktiven Känguruhs. Das meine Sinne teils auf "hab acht" geschaltet sind, ist nicht der Fall, wenn auch andere Parteien mit dort sind, mit denen
ich möglicherweise auch noch gesprochen habe (optional, nicht Voraussetzung). Im Falle ALLEIN: Erst wenn ich im Swag eingeschlafen bin, ist das wirklich vorbei - dann sehe und höre ich NICHTS mehr. Bin nicht gern so ganz ALLEIN irgendwo in der Pampas. Diese Erfahrung habe ich wiederholt gemacht.

 

Der Mensch ist eben ein Herdentier. In der Gruppe hören viele Ohren, sehen viele Augen, und irgendwie verlässt sich jeder auch etwas auf den anderen,  denkt "wo andere sind, ist es sicher". Auch ist man in der Gruppe stärker. Wenn  man jedoch allein ist, muß man allein aufpassen, dabei sichert man die Umgebung  ständig. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen, kann man nicht mal eben  Hilfe holen, also ist man bemüht, jedes Risiko
auszuschalten.

Wenn man dann noch in einer Umgebung ist, mit der man nicht ganz vertraut ist, ist das alles auch ganz gesund und natürlich. Welcher "Nicht-Buschmann" > kann schon wirklich die Gefahren erkennen, schon weil ihm die Verhaltensweisen  von Tieren, Giftigkeit von Tier und Pflanze, deren Risiko und der Umgang damit,  nicht bekannt ist. Und Australien birgt hier ja eine ganze Reihe von Gefahren  und Merkwürdigkeiten.. Das fängt ja schon bei den Ameisen an. Von den vielen  hundert Arten sind einige hoch aggressiv, andere nicht. einige
kann man  z.T. essen, gelten als Delikatesse, andere wiederum können einen so  beißen/stechen/anpinkeln, daß man wochenlang starken Schmerz verspürt. Einige  leben in Bäumen, unter denen man sitzt, andere unter der Erde, usw.
 

Auch haben wir "Zivilisierten" ein gewisses Misstrauen/Grundangst vorerst allem neuen gegenüber aufgebaut. Wir malen uns Notsituationen aus, wollen uns  bestmöglich gegen alle Zwischenfälle absichern, etc.
 

 

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