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03.09.09 -Gunovaggi – Well 33 –

-22.34190, 124.77534

after a BIG jump You can find me at Gunovaggi an der CSR.

Well 33 ist der zu Kunavaritji gehörende, mittels Windrad richtig funktionierender QUALITÄTSTRINKWASSERBRUNNEN. Das Wasser wird zunächst aus der Tiefe in einen kreisrunden auch oben geschlossenen geschätzt 30 Kubikmeter umfassenden
Wassertank gepumpt. Aus dem Tank kann man aus einem tief unten angebrachten Wasserhahn, an dem man seinen Wasserschlauch anschließt, Trinkwasser abfüllen. Wenn der Tank voll ist, läuft das überschüssige Wasser in einen Überlaufteich - zur größten Freude
aller möglichen 2- und 4-Beiner. Als ich um 22 Uhr hier ankam - um es mir hier ca. 100m entfernt vom Brunnen für die Nacht bequem zu machen, ließen sich gerade ein paar Kamele aus dem Überlaufteich volllaufen.... Leider habe ich sie durch meine Ankunft zunächst mal gestört und sie gallopierten davon. Denke, sie werden wiederkommen. Höre schon ihr tiefes Magenbrummen ... Von solchen Wasserstellen hält man besonders viel Abstand mit seinem Nachtlager, damit die durstigen Tiere nicht dazu gebracht werden, aus Vorsicht die Wasserstelle nicht aufzusuchen, bzw. man  nicht von einer Herde Kamelbullen in seinem Zelt oder Swag überrannt zu werden (alles schon passiert).

Auf der Fahrt hierher hatte ich abends Vollmond und .... konnte die größte Sternschnuppe beobachten, die ich in den vergangenen 5 Monaten gesehen habe. Diese Schnuppe flog in Fahrtrichtung, wohin ich das Tagesziel hatte. Ich habe sie während des Fahrens durch die Frontscheibe gesehen. Sie war gross, leuchtend und langsam, fast wie ein feuriger Ball.
 

 

04.09.09 - Well 31

22.52561, 124.40723  

HEUTE habe ich auf dem "Platz" (einfach genügend Platz unter Bäumen, hauptsächlich Eukalyptusbäume mit ganz weißer Rinde (Geistereukalypten) bei Well 31 ein Paar getroffen, die hier zur Nachmittagszeit anhielten, um dann weiter nach Kunavaritji zu fahren. Diese Leute erzählten mir aus einem Gespräch heraus, dass Australier, wenn sie das - was sie über die Aboriginees denken - aussprechen, sie oft als rechtsradikal angesehen würden. Deshalb würde sich niemand trauen, den Mund aufzumachen. Bzgl. der Schulkinder erzählte die Frau von einem stringenten Schul-Projekt in Queensland, in einer Gegend, in der nicht viele Aboriginees leben würden - aber schulpflichtige Kinder gäbe es. Sie würden an der örtlichen Universität unterrichtet. Man hätte die Kinder ganz gut unter Kontrolle, aber: Das nicht zum Unterricht erscheinen gäbe es auch dort.
Jedes Kind muss regelmäßig nachweisen, dass es zusammenhängend stets eine Woche oder zwei zur Schule gegangen ist. Ist das nicht ununterbrochen der Fall, werden den erziehenden relatives; "Eltern" kann man schlecht sagen, die haben meistens mit dem
betreffenden Kind gerade nicht viel am Hut; die Sozialzahlungen gestrichen. Das Problem sei nun, verwaltungsmäßig Nachzuhalten, wer eigentlich gerade das Kind betreuen würde. Es gäbe dafür keine Infrastruktur. Außerdem würde es lange dauern, bis nach Einstellung der Sozialzahlungen eine Reaktion erfolgt, nämlich die Rückkehr des Kindes in der Schule. Den Betreffenden ("Eltern") würde das manchmal erst nach längerer Zeit auffallen, nämlich dann wenn der Kaufmann, bei dem sie ihr Hammelfleisch kaufen, bei Vorlage ihrer Savingskarte nichts mehr verkauft. Und selbst dann wäre es noch ein weiter Weg,
bis verstanden wird, das die Zahlungen erst mit dem Erscheinen des Kindes in der Schule wieder aufgenommen werden ...    
Inzwischen ist das Kind mit einem anderen Erwachsenen aus dessen "Familie" - ohne jede Mitteilung "Dass" und "WOHIN" - anderswo hin gezogen. Und niemand weiß, wohin. Das Verständnis für die weiße Kultur, die Schulbesuch für Kinder unabdingbar sieht, ist nicht vorhanden.

Hier, am Well 31 - gibt es einen eingefallenen Brunnen und viele grüne Pflanzen in weitem Abstand ringsum, sowie große, schattenspendende Bäume.
 

Neben dem Brunnen stehen die Reste einer alten Rindertränke. Den habe ich abgedichtet und etwas Wasser hineingefüllt. Auf die Idee das zu tun, kam ich, nachdem ganz große Wespen meinen Wagen hinten nach Wasser absuchten und sogar in das Griffloch der Schieblade reinkrochen, weil sie darin die Feuchtigkeit von Waschlappen witterten ...
Die Tränke hatten sie bald geortet und bedienten sich dann [auch] dort. Der Wagen blieb leider weiterhin Ziel von Untersuchungen, aber nicht mehr so sehr.
Die Tränke wurde dann auch von ein paar wenigen kleinen Vögeln entdeckt, die munter korrespondierten und sehr scheu waren.
 

 

06.09.09

 

Well 26 -  -22.91635, 123.50565

Dies ist ein exklusiver Platz mit ostasiatischem Badespass, sanften Mandelaugen, entspannende Massagen, fließend warmen und kaltem Wasser, ähhhh, ne doch nicht ganz sooo... aber es gibt eine Handpumpe, die fördert frisches Trinkwasser. Auch gibt es eine Toiletteneinrichtung, wie an den 24h Parkplätzen. Das ist äußerst selten an der CSR, so viel ich mich erinnere (ausser in Kunavaritji, klar - da gibt es Plumsklos im "Ort") nur noch an einer einzigen Stelle, den Durba Springs.

 

 

Well 26 wurde vor einigen Jahren - 1983 - von 25 Leuten in 8 Tagen mit Stahldraht Kabeltrommel und großen Handkurbeln restauriert. Auch der Brunnen in der Tiefe wurde erneuert. (So stehet es in der CSR Karte). Der original nachgebaute Stahleimer oder besser Wasserkübel, an sich ist ein schweres Monstrum und fasst geschätzt 50 Liter.
Es ist ALLEIN irre schwer bis nicht machbar, den vollen Eimer vom Brunnenloch weg zu bekommen. Der hängt ja, wenn er voll Wasser hochgekurbelt ist, direkt über dem Brunnen .... geschickt, nicht war?  Habe es versucht - einen Eimer voll hochgekurbelt, was ganz gut geht und oben über dem Brunnenrand so lange hin- und hergeschwungen, bis er halb leer war und mit Schwung auf der Kante abgesetzt werden konnte. Sooo haben die sich das nicht gedacht. Nehme an, es ist mindestens eine zweite Person vorgesehen, um problemlos an das kühle Nass zu kommen, oder mir fehlt der zündende Gedanke,
Dafür, dass der erneuerte Brunnen bereits wieder 26 Jahre alt ist, macht er noch einen ganz guten Eindruck.

 

Leider ist das Wasser, was sich hier offensichtlich im Überfluss unter der Erde befindet, für die Kamele usw. nicht erreichbar. Der Brunnen ist mit dicken Bohlen eingezäunt und
das Brunnenloch oben mit zwei schweren Eisenplatten mit Griff und Scharnieren abgedichtet. Wenn man Wasser raufholen will, muss man mindestens eine der Abdeckplatten öffnen. Das können nur erwachsene Menschen. Kein Mensch aber holt hier Wasser für Kamele, Vögel o.ä. rauf. Oder etwa doch??? Wenn ich mir die Tränke ansehe, scheint da vor nicht allzu
langer Zeit auch Wasser drin gewesen zu sein.


Habe in den vergangenen Tagen mehrere tote Kamele gesehen - überwiegend kleinere. Meine Vermutung: Diese wurden im Gegenteil zu anderen Gebieten nicht erschossen, sondern hatten Wassermangel.

 

Es wird die Meinung vertreten, dass die wilden Tiere mit dem auskommen müssen, was sie ohne menschliches Zutun finden können. Bei menschlichen Helfern, die sich eine Zeitlang entsprechend betätigen, würden die Tiere davon abhängig und wären erledigt, wenn diese ausbleiben. Künstliche Wasserversorgung und Fressen würde zur lokalen tierischen Überbevölkerung führen. Da ist wohl was dran ..
Aber wenn es monatelang keinen Tropfen Regen gibt, und wir Menschen (künstlich) Wasser mit uns führen, warum dann den Tieren diese in bestimmten Gegenden (nicht Caravine Gorge) geradezu tödliche Zeit nicht überbrücken helfen, wenn man das kann, und die Tiere vorher durch die „Hilfe“ der Menschen so lange an einem Platz geblieben sind, dass sie es unmöglich schaffen würden, so weit zu wandern, bis sie wieder in fruchtbarere Gegenden kommen, ohne zwischendurch zu verhungern oder zu verdursten?

 

Bei Well 33, zu Kunawaritji gehörend, wird ja kontinuierlich Wasser per Windrad raufgepumpt - solange Wind weht. Der Überlauf geht in einen kleinen Teich, der ohne Windrad und anhängender Pumpe nicht existieren würde. Der Teich lockt Unmengen an Vögeln an und erlaubt deren erhöhte Vermehrung. Natürlich sind auch Kamele und alles andere Getier mit von der Partie ... Dafür ist in DER Gegend auch wirklich Leben, man sieht und hört außer Desert Oak Musik auch andere Töne. Das Wasser am Well 33 - auch und insbesondere für Tiere - ist eine Dauereinrichtung, die von Kunavaritji - Graham - in Betrieb gehalten wird. Die VIELEN Tiere dort werden demnach "künstlich" ernährt. Und alle freuen sich ....
Der letzte Brunnen, bei dem ich vorbeikam und pausiert habe ist Well 27. Am Well 27, der nicht restauriert wurde, aber in ca. 6m Tiefe Wasser führt und nur provisorisch / mit Resten der früheren Tiertränke abgedeckt ist, habe ich kleine Finken mit ganz rotem Schnabel beobachtet. Es waren nicht viele, vielleicht 10-12 Stück. Diese Vögel flogen durch ein Loch seitlich der Abdeckung in den Brunnen runter und kamen kurze Zeit später wieder hoch. Da sie ungefähr so Flugkünstler wie Meisen sind, schaffen sie das wohl. Zumindest hoffe ich das und es bleibt keiner unten ...
Wie "natürlich" ist nun die brüchige Brunnenabdeckung? Was habe ich gemacht? Ein paar Eimer Wasser raufgeholt und in die vorhandene Tränke, bzw. einen Tei davon getan. Darin hatte bereits jemand vor mir die Seiten mit Sand und Steinen dicht gemacht ... Die mit Wasser gefüllte Tränke haben die Finken dann nach kurzer Zeit entdeckt und heftig diskutiert ...  bevor sie dann davon getrunken haben. Vorher schon hatten auch hier die großen gelb-schwarzen Wespen das Wasser gewittert.
 

Bin heute oben in einem Dünental - "Nest" gewesen, das sich zwischen zwei hohen Dünenkämmen befindet. Man kann dort, ohne im Sand stecken zu bleiben in das "Nest" einfahren und anhalten. Eine traumhafte Scenerie! Es gibt kein Wasser dort, dafür jede Menge .. Sand!!! Habe ihm den Namen "double dune nest" gegeben; dessen Position ist -22.703605, 123.714176 Vielleicht übernachte ich in den nächsten Tagen dort (überhaupt oder einmal), bevor Otto kommt. Fahre aber nun (morgen) erst einmal weiter südlich nach "Georgia Bore", mal sehen wann ich dort sein werde - morgen oder am Tag darauf. Lasse mir unendlich viel Zeit. Heute bin ich erst um 11 Uhr losgekommen ...
Zeitlich gesehen sieht es momentan so aus: Bei Georgia Bore befindet sich eine Handpumpe, mit der man sauberes Trinkwasser pumpen kann. Das werde ich tun und alle meine Trinkwasservorräte auffüllen. Werde dann aber nicht weiter südlich - Otto
entgegen - fahren. Bei Georgia Bore mache ich kehrt und fahre langsam schon mal wieder nordwärts (also "zurück") und lasse Otto von hinten "auflaufen" ... Hinterlasse bei Georgia Bore einen Brief an Otto, in der Tag/Uhrzeit meines dort gewesen seins, etc.  vermerkt sind.

Erste Verbindung wird UHF Funk sein - ich werde sie schon lange vor deren Eintreffen über Funk miteinander reden hören ... auf deutsch.

Otto will zwischen dem 11.-13.09. zwischen Georgia Bore und Kunavaritji sein. Da bin ich jetzt schon und habe auf diesem Teilstück bis deren Eintreffen eine Menge noch vor. Z.B. in der "Slate Range" habe ich weit oben unter dem Dach / unter der Oberkante der Felsen ein großes Loch gesehen. Per Fernglas sieht es so aus, wie wenn es vonn Abo's benutzt worden sein könnte .. wenn ja, vielleicht neue SENSATIONELLE 3D-Zeichnungen? eine Schatzkammer??? Ist aber wohl nicht so leicht zu erreichen, das Ding ...  Geht ziemlich steil rauf.

 

07.09.09

Giorgia Bore -23.05857, 123.01730

Georgia Bore ist nahe der Abzweigung des Talawana Track, der von Süden in den Rudall River NP hineinführt. Vorher liegt bereits im NP noch Parrngurr Aboriginal Community, auch Cotton Creek genannt. Dort hausiert der 4 A$/Ltr-Diesel Mann. Dort will ich aber nicht mehr hin, muss auch nicht, weil genug Diesel bis zurück nach Kunavaritji an Bord.
Habe nahe Well 23 beim "Capricorn Roadhouse Fuel Dump" gesehen, dass "Otto Tours" dort 2 Fässer à 200 Liter Diesel liegen hat; die kann man beim Capricorn Roadhouse ca. 8 Wochen bevor man bei Well 23 vorbeikommt, wieder ordern / ein neuer Truck steht zur Verfügung. Der alte Truck war nach 20 Jahren Dienstzeit ausgebrannt, deshalb war das Angebot eine Weile lang nicht vorhanden. Das 200 Liter Fass Diesel kostet 500 A$ inkl. Anlieferung, d.h., der Liter kostet dannn 2,50A$. Rauspumpen muss man dafür selbst .... Bei 400 Litern spart man gegenüber Kunavaritji 70 Cent/Liter x 400 = 280 A$. Das lohnt sich also

No more south orientation ... Von jetzt an gehts nordwärts.

 

Auf dem Track hierher gab es durch starken Wind in den letzten Tagen und dadurch, dass niemand sonst auf ihm gefahren ist, teils jungfräuliche Strecken zu fahren ... Track war verweht inkl mit solchen Riffelmarken, wie man sie auf den Dünen sieht.
Wo dies der Fall war, ging das Fahren ganz sanft, jungfräulich eben ... Auch auf den Dünenüberfahrten gab es oben teils Sandverwehungen, einmal fast einen Meter hoch und sehr steil. Es war beim Hinüberfahren nicht so einfach zu sehen, wo der verwehte Track auf der anderen Seite der Düne eigentlich weitergeht ... zauberhaft. Es war Klasse, dies so zu fahren. Bisher habe ich so etwas noch nicht erlebt. Auch eine größere Anzahl Kamelfamilien war unterwegs. Einmal, zwischen zwei weiter voneinander entfernten Dünen, sah ich in 100m Entfernung eine Kamelfamilie, auch ein kleineres dabei. Die hatten mich noch nicht wahrgenommen. Habe gestoppt, Motor ausgemacht, bin im Wagen sitzen geblieben, Fenster runter, Tele drauf und habe gewartet. Dann kamen sie, wieder und wieder zu mir aufblickend immer näher. Waren auch neugierig. So ca. 20m vor meinem Wagen überquerten sie dann den Track. Solange man im Auto sitzt, wittern sie keine Gefahr. Konnte auf diese Weise Top-Fotos machen, besser als alle anderen Kamelfotos zuvor!

Habe aus 100m Entfernung die Pumpe des Georgia Bore im Blickfeld. Vor der Pumpe wurde ein aufgeschnittener Plastikkanister im Erdreich versenkt, so dass beim Pumpen überlaufendes oder auch extra dafür gepumptes Wasser für Interessenten in diesen Plastikkanister läuft und nicht versickert.

 

Nachdem ich angekommen bin, hatte ich erstmal frisches Wasser getankt - alle Behälter sind voll. Und damit auch der versenkte Plastikkanister. Mein Weggehen von der Pumpe war das Startzeichen für alle möglichen anwesenden Tieren zum „saufen“. Schon als ich noch am Pumpen war, kamen die bereits bekannten rotschnäbeligen Finken bis auf 1,5- 2 m an mich heran ... so groß war deren Durst. Was dann insbesondere alles angeflogen kam, die verschiedensten Vogelarten, zuletzt einige Kakadus. Die halten die Pumpe jetzt besetzt. Auch ein Dingo ließ sich blicken. Der Dingo hat wohl 10min lang an dem Behälter gehockt. Immer wieder blickte er auf, ob irgendjemand etwas gegen seine Anwesenheit hat ...

 

Wenn ich mir die Tränke ansehe, sieht es so aus, wie wenn da vor nicht  allzu langer Zeit auch Wasser drin war. Habe in den vergangenen Tagen  mehrere tote Kamele gesehen – überwiegend kleinere. Meine Vermutung: Diese wurden im Gegendsatz zu anderen Gebieten nicht erschossen, sondern waren verdurstet oder verhungert.


Es wird die Meinung vertreten, dass die wilden Tiere mit dem auskommen müssen, was sie ohne menschliches Zutun finden können. Bei menschlichen Helfern, die sich eine Zeitlang entsprechend betätigen, würden die Tiere davon abhängig und wären erledigt, wenn diese Hilfen ausbleiben. Künstliche Wasserversorgung und Futter würde zur lokalen tierischen  Überbevölkerung führen. Das ist mit Sicherheit auch die richtige Einstellung. Nur so folgen die Tiere ihren alten Wanderrouten, immer dorthin, wo es gerade Futter und Wasser gibt. Das gilt für alle Zugtiere in aller Welt. Nur muß der Mensch sich konsequent daran halten und nicht künstlich eingreifen.

 

Denn wenn monatelange Dürre herrscht, und z.B. Wasser in Tränken bereitgestellt wird, bleiben die Tiere so lange, bis es im weiten Umkreis kein Futter mehr gibt. Dann müssen diese Tiere weite Strecken ohne Futter/Wasser überwinden, bis sie wieder in Gebiete kommen, wo etwas zu finden ist, weil alles andere jahreszeitlich bedingt entweder verdorrt, weggefressen oder ausgetrocknet ist. Eine unendliche Qual.

 

In dieser Gegend, bei Well 33, wird ja kontinuierlich Wasser per Windrad raufgepumpt -  solange Wind weht. Der Überlauf geht in einen kleinen Teich, der ohne Windrad  und anhängender Pumpe nicht existieren würde. Der Teich lockt Unmengen von Vögeln an und erlaubt deren erhöhte Vermehrung. Natürlich sind auch Kamele und  alles andere Getier mit von der Partie ... Dafür ist in DER Gegend auch  wirklich Leben, man sieht und hört sie überall.  Die VIELEN Tiere dort werden demnach "künstlich" ernährt, und alle freuen sich, bis der letzte trockene Grasbüschel gefressen, das letzte Samenkorn gefunden wurde .... – der nächste Regen aber noch wochen-/monatelang lang auf sich warten lässt.

 

 

10.09.09

 

-22,709840, 123.713747

 

Der Ort meines himmlischen Daseins - ist im "double dune nest", mitten im einem unendlichen Dünengebiet. Wäre mal interessant für mich zu sehen, was Google Earth dazu sagt ... Man müsste in der Umgebung viele Dünen, und hier, am betreffenden Ort einen dicken großen Dünenzug sehen, der immer wieder mal mit einem Baum bewachsen an der betreffenden Stelle nahezu kreisrund "unterbrochen", ein einen Kessel bildet.


Nordwestlich 12km entfernt liegt der Lake George und südlich davon Lake Winifred; zu beiden Lakes führt kein Track. Nördlich davon liegt ein weiterer Lake. Man weiß nur aus der
Karte bzw. von George und Winifred, dass die beiden erstgenannten Lakes sich dort befinden. Ggf. könnte man durch das Anlegen eines neuen tracks mit Autos dort hinkommen, mit Kamelen auf jeden Fall.          .... Aber was soll man dort? ? ? ?


Sieht man sich die Lage aller Lakes großräumig an, dann fällt auf, dass sie mit ca. 65 km Durchmesser kreisförmig nach Nordwesten hin offen angeordnet sind. Was fällt Euch dazu ein??

 

Rückwärts blickend / eingeschoben:. In der Nähe der Slate Range war mir per Karte eine "Singularität" aufgefallen,  irgendwas "anderes", als üblich. Position:  -22,907063, 123,600250
Auf meiner Fugawi  Satellitenbild Karte ist dort ein ca. 300x600 m großes, ovales Gebilde, mit gleichmäßigen Rändern, wie sonst weit und breit  nirgendwo zu sehen. Ein Salzsee? Ein alter Meteoritenkrater, früher Wasser führend, später versalzen und ausgetrocknet? Hat jemand eine Idee dazu?

 

 

 

11.09.09

 

-22.709840, 123.713747

 

Habe im Double Dune Nest, neben dem Dingo, nachts noch einen weiteren "Besucher" gehabt. Dieser war denn auch mit oder DER Grund, weshalb ich dort bereits nach der einen Nacht ziemlich eilig "abgehauen" bin.  Dieses kommt den dunklen Befürchtungen ziemlich nahe, die unbewußt abends / nachts beim Alleinsein gelegentlich vorhanden sind und zur "hab acht" Haltung führen. Niemals WIRKLICH angenommen und doch passiert's:

Heute morgen, nach dem ersten Kaffee sehe ich mich so in meinem Double Dune Nest um ... will gerade der inzwischen höher stehenden Sonne ein wenig entkommen und mich oben auf der Düne im Schatten von Büschen, auf einen dort bereits gestern deponierten Stuhl / Hocker, setzen, da sehe ich im Sand ... eine Fußspur. Es sind die Abdrücke von nackten, schmalen Füßen zu sehen. Die Abdrücke stammen von einem Menschen, allerdings nicht von mir.  


Dieselbe Düne runterkommend, wo ich gerade rauf will. Größere Spuren im Sand gibt es dort ausschließlich von Kamelen. Kängurus gibt es wegen Wassermangel hier nicht.
Außerdem hatte der Wind die meisten Spuren - auch auf dem Track, von den letzten Autos zugeweht; es war also wirklich eine frische Fußspur.

 

Mönsch, da habe ich mich erstmal umgeguckt, ob das überhaupt sein kann .... Dann
systematisch versucht rauszubekommen, woher kommend und wohin gehend. Woher kommend ließ sich ziemlich weit westlich auf dem dort verlaufenden Dünenkamm schnurstracks / durchs nächste Tal auf die nächste Steigung ziemlich geradeaus rückverfolgen, bis ich nicht mehr weiter gehen wollte.

 

Es war eine einzelne Person, das war an der Spur erkennbar. Um das Auto und den Swag herum war nicht mehr viel von der Spur ausmachen, weil vom Vortag einiges festgetreten war und ich selbst nach dem Aufstehen mit noch halbgeschlossenen Augen ein paar mal Rumgelaufen war, ohne dies zu ahnen. Die Spur führte dann quer über den CSR Track links seitlich die gegenüber liegende Düne hinauf. Dort war die Spur auf halber Höhe nicht mehr zu verfolgen. Sie war ab einem Punkt x, nahe Büschen / Spinifexgras einfach nicht weiter vorhanden. Evtl. absichtlich verwischt? Dan (1/8 Aboriginee) hat mir mal gezeigt, wie er seine Spur verwischte, weil er nicht wollte, dass illegale Goldschürfer sehen könnten, dass jemand vor Ort war. Bin dann einfach 10m weiter dahinter im Kreis herum gegangen, um die Spur evtl. wiederzufinden ... zero. Nur Kamelspuren ..

Nun wurde mir etwas heiß, weniger wegen der höher stehenden Sonne, als der Möglichkeit, der Typ (ich sage mal "der Typ", es könnte natürlich auch eine Frau gewesen sein), könnte noch in der Nähe sein und mich beobachten.

 

Nichts von meinen Habseligkeiten wurde angerührt, nichts entwendet. Trotzdem ist mir ein wenig gruselig. Da denkt man, man ist in der Wildnis, weit und breit kein Mensch, und dann läuft da jemand, vermutlich ein Aboriginee, genau durch mein Lager und ich merke das nicht einmal. Vielleicht hat mein Schnarchen sie angelockt??? Ich hätte mir gewünscht, die Möglichkeit gehabt zu haben, diesen Menschen kennen zu lernen.

Durch diese Arie fühlte ich mich heute irgendwie ständig beobachtet, insbesondere auch dadurch, das es mir nicht möglich war, eine weiter wegführende Spur zu finden. Unter diesen Umständen hier in diesem wunderbaren Dünennest, wie von mir ursprünglich gedacht, auch die nächste Nacht zu bleiben, falls Otto nicht im Laufe des Tages käme, war ich weiter entfernt als die Erde bis zum hintersten Winkel des Universums.

 

Deshalb bin ich jetzt - 11.09. um 17:30 Uhr Perth-Zeit auf dem "nameless 20 halbstarke desert oaks" - Platz 2,5 km vor Thring Rock. Koordinaten: -22,565852, 123,895280


Habe erneut Besuch - hier: Während ich dies schreibe, kam soeben - lautlos - ein junger Dingo im Abstand von 4m jenseits meines Swag vorbei und beschnüffelte die dort stehenden Eimer und das Metallsuchgerät ... Der Dingo hatte ein offenes freundliches Gesicht, wenn Dingos das haben können ... . Hatte ihm ein paar Kekse zugeworfen.. das kannte er nicht / das Werfen .. interpretierte das als Aggression und verschwand.

 

Ich sehe mich momentan verstärkt als Bestandteil der Natur ... Ich BIN Bestandteil der Natur und meines Wissens ist im weiten Umkreis kein "natürliches" Wasserloch vorhanden. Ich verfüge über viel mehr Wasser als ich benötige. Der Dingo bekommt also Wasser von
mir hingestellt, weil er das braucht.

Da fällt mir bzgl. des Dingos die Parallele zu dem Typ Abo von letzter Nacht ein ...der hätte - friedliche Absichten angenommen - von mir auch was bekommen. Zu trinken und ggf. auch was zu essen ... Da er sich aber nicht gezeigt hat...       

Morgen gehts zum Well 33, dem Kunavaritji Well mit dem vielen Wasser.

 

 

 

12.09.09

 

-22.50674, 124.14187

 

Das Lagerfeuer brennt schon am Well 30, wo ich nun mit Otto, Ludger, Karl-Heinz und Irene hingefahren bin. Koordinaten: -22,50674, 124,14187
Die Herrschaften kamen gegen 13:30 in mein Lager eingerollt, nach vorherigem UHF Kontakt. Alles ganz nette Leute.


 

 

13.09.09

 

Well 33

 

-22,341830, 124,775628

Hier war ich bereits drei mal vorher.
1. mit Otto erste CSR Tour Wiluna-Halls Creek
2. mit der deutschen Familie von Norden kommend
3. von Marble Bar kommend .. Otto entgegen
 

Well 33 - Das ist wenige km von der Kunavaritji Aboriginee Community entfernt, wo morgen früh um 8:00 Auftanken und Einkaufen ansteht.
 

 

14.09.09

Well 38

-21.943115, 125.512475

 

 

Der Reißverschluss meines Swags macht. Er geht manchmal beim Verschließen auf(!). Folge ist, dass der Swag seitlich offen stehen kann, obwohl soeben zugezogen. Das macht "Freude". So kann nachts alles mögliche Getier hereinkrabbeln und sich zu mir zum kuscheln legen...

 

15.09.09

 

-21.17656, 126.06207

Sind in Dune Nest II gelandet. Eher aus Verlegeneheit, da wir den für die Übernachtung geplanten Platz nicht mehr erreicht haben / es war zu spät geworden.


Der Platz in den Dünen liegt dort, wo ca. 100 Dünen in einer Linie überfahren werden ... Das steht dann morgen früh an. Vorher müssen die Fahrzeuge aus dem "Nest" heraus, zurück auf den Track gebracht werden - was hoffentlich bei niedrigerem Reifendruck (Reifen sind morgens noch kalt) und noch kaltem Dünensand gut und schnell geht. Heute am späten
Nachmittag / Abend haben wir uns im weichen heißen Sand festgefahren.

Da bereits vorher Holz gesammelt wurde, hatte der "Feuermeister" Karl-Heinz keine Mühe, ein prima Feuer zu entfachen, auf dem später per Grillplatte gegrillt wurde.

Hatte übrigens Graham, den Verwalter der Kunavaritji Community gefragt, welcher Mensch mich neulich nachts besucht haben könnte. Graham schien zunächst überrascht: "das sei sehr ungewöhnlich." Dann sagte er, wahrscheinlich ein Mitglied eines in der Great Sandy Desert noch immer lebenden Aboriginee Stammes. Sie würden niemandem "etwas tun", seien friedfertig und sehr darauf bedacht, nicht mit Weißen zusammenzutreffen. Sie würden den Weißen aus dem Wege gehen, wüßten wo diese sich im Umfeld  befinden, wozu die Tracks und Strassen da sind. Sie wüßten teils mehr realistisches über "uns Weiße", als wir annähmen, wären andererseits aber auch überhaupt nicht weiter informiert und wollten auch nichts von uns wissen. Deshalb sei es "normal", das derjenige sich nicht doch noch gezeigt .. mich vielleicht verdeckt weiter beobachtet hätte...

 

 

 

 

 

 

 

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