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16.09.09

 

Well 49

-20,16418, 126,68125

 

 

 

 

 

 

Wir sind nicht nicht weit entfernt von "meiner Lieblings Desert Oak", wo mich seinerzeit der Dingo ganz herrschaftlich, bereits bei Tageslicht, besuchte ...
Dort werde ich morgen eine "Gedenkminute" einlegen.

Heute abend hatte ich noch eine Weile länger als sonst mit Otto am Feuer gesessen. Und während dieser Zeit immer wieder auf Sternschnuppen geachtet ... immerhin so an die 5 ... 6 waren innerhalb einer 1/2 Stunde zu sehen. alle nicht besonders spektakulär, aber so viele hatte ich in den letzten Monaten meistens (oder überhaupt?) nicht gesehen...

 

Ich merke deutlich, der Abschied von Australien rückt immer näher.

 

17.09.09

 

Halls Creek

 

CSR die dritte ist beendet. In der Dämmerung kamen wir heute in Halls Creek an - kurz vor 18:00 Uhr

Ich werde 2 Nächte hier verbringen, dann Richtung Darwin, evtl. mit einem Abstecher zum  Litchfield NP.

Als wir uns Halls Creek von Süden näherten, hingen dicke Wolken am Himmel und es begann zu regnen. Der erste Regen hier (in Halls Creek - wo Wassermangel herrscht) seit ein paar Monaten. Normalerweise regnet es hier erst im Dezember, und dann auch nicht so ergiebig, wie in den nördlicheren Gebieten. Der Boden war so trocken, dass er garnicht richtig nass wurde. Die Luft roch nach feuchter Luft und es sind jetzt am Donnerstag um 23:30 immer noch ca. 30 Grad - schwülwarm.

 

 

18.09.09

Halls Creek

Auch heute hängen dicke Wolken am Himmel. Lt Campgroundchef beginnt der Monsum unerwartet früh. Wenn das der Fall sein sollte, wäre nun jeden Nachmittag mit Regen zu rechnen, vorausgesetzt, die Großwetterlage bleibt, wie sie gerade ist.  

Regen immer nachmittags - wie es wohl zu dieser Regelmäßigkeit kommt?

 

19.09.09

Wyndham

Heute bin ich nur auf der Straße gewesen, dem "Great Northern Highway Number 1" heading to Kununurra via Warmun- and Doon Doon Roadhouses, bis Wyndham, auf einem Campground, den ich vom letzten Jahr her noch kenne.

 

Dort war seinerzeit ein eigentlich wilder Esel, der die Besucher des Campingplatzes besuchte. Er hat mich auch heute wieder begrüßt, allerdings geht es ihm nicht besonders gut. Er hustet sich die Seele aus seinem Leib, in ganz kurzen trockenen Hustenstößen - so ca. 2 x pro Sekunde. Wie wenn er auch keine Luft mehr bekäme. Der arme Esel!
Schon lange bevor er zu sehen war, konnte man ihn hören. Die junge Dame der Rezeption hat vor ihm dahingehend gewarnt, nicht hinter ihn zu geraten - er könnte ausschlagen. Ansonsten wäre er schon ok, würde insbesondere nicht beißen. Fressen würde er alles und entsprechend hartnäckig betteln. Gibt man ihm was zu knabbern, erklärt er dich zu seinem Eselsbruder und man wird ihn nicht mehr wieder los ...

Das Wyndham Endstation wurde, hing damit zusammen, dass ich zeitlich relativ spät an der Abzweigung / Ecke Northern Highway Richtung Kununurra bzw. Wyndham angekommen war. Dort gab es auch einen Hinweis auf eine Farm mit Campmöglichkeit Richtung
Wyndham und dann 6km rechts rein in einen NP. Die Farm habe ich dann vergeblich gesucht - dafür den "Telegraphenhügel" gefunden, der schon im ersten Weltkrieg und dann später im zweiten und bei Versenkung der deutschen "Emden" und der australischen "Sydney" eine größere Rolle im Bereich Kommunikation gespielt hat. Außerdem einen Billabong mit einer
Unzahl an Vögeln. Nur keine Farm .... So fuhr ich weiter bis hierher und ... falls es morgen zeitlich nicht zu spät wird, werde ich hiesige Krokodil-Farm besuchen, die sich gerade im Aufbau befindet.

 

Der Eingangsbereich ist nett gestaltet, viele üppig wachsende Pflanzen. Eine vormals graue lange Betonwand wurde von Kindern im Stile von Aboriginee-Malerein gestrichen worden.
 

Im Aufbau ist die Farm, weil,  nach dem Tode des Vorbesitzers die Farm pleite ging und andere Kroko-Farm Betreiber den gesamten Bestand an Krokodilen und anderen Reptilien aus der Konkursmasse weggekauft hatten. Ein Konsortium mehrerer Investoren fand sich, die die Farm neu aufbauen und weiter betreiben wollen. Die standen nun vor dem Nichts, keine Anfangsbestand mehr da... Vom Personal des letzten Jahres ist nur noch der Typ da, der im letzten Jahr eine Tour durch den Park, inkl. Fütterung durchführte. Das soll auch der einzige und bzgl. Crocs erfahrendste Mitarbeiter sein, der schon beim verstorbenen Vorbesitzer dort gearbeitet hat .. .. Inzwischen sind genügend männliche und weibliche paarungsfähige Crocs vorhanden. Das bedeutet jedoch noch immer nicht, daß die Farm auch Umsätze erwirschaften kann. Denn, um Kroko-Leder verkaufen zu können, worum es letztendlich ja geht, müssen die gezüchteten Krokodile 2-3m lang sein, damit die croc-Haut und auch das Fleisch verkauft werden können. Das bedeutet 3-4 Jahre täglich füttern, damit sie rasch wachsen  .. Ab dem kommenden Jahr kann nun erstmals begrenzt etwas verkauft werden.

 

Fazit: Man muss einen langen finanziellen Atem haben ... Abnehmer sind zu 100% die Franzosen, die alles Croc-Leder verarbeiten und dann teuer verkaufen. Von den 23 Croc-Arten weltweit ist das Leder der australischen Salties das beste, was man haben kann.


Es ist 19 Uhr Perth-Zeit und es ist schwül warm, aber es hat nicht geregnet. Auch hier wird normalerweise erst im Dezember mit Regen gerechnet Und wenn der dann beginnt, dann schüttet es aus allen Eimern, anders als in Halls Creek, wo es wohl nur nachmittags regnen würde. Wie unterschiedlich das Klima innerhalb weniger 100 km Distanz sein kann....

 

Hier regnet dann in drei Monaten gleich fürs ganze Jahr. Deshalb gibt es hier (wie ja auch in Darwin) keinen Wassermangel. Das auf dem Boden herumliegende Laub ist total vertrocknet und raschelt lautstark bei Windstössen.


Gestern Mittag und heute früh hatte ich Kontakt zu einem jungen Japaner, der seit ein paar Monaten von Cairns aus per Fahrrad unterwegs ist ... Cairns .... Australien Rundtour / immer an der Küste entlang, wenn ich ihn richtig verstanden habe ... wieder zurück bis zum Ausgangspunkt Cairns. Nächstes Jahr im März/April will er es geschafft haben.
Er zeltete mit einem superleichtent Zelt 20m von mir entfernt und wir kamen ins Gespräch. Sein englisch war grauenhaft schlecht, dazu der japanische Dialekt ... Habe zwei Fotos von ihm gemacht, die ich seiner Mama per E-Mail schicken soll. So haben wir das vereinbart. Mache ich in Darwin.

Vorvorgestern bei der letzten CSR Outback Uebernachtung an Well 49 - hing ein eingewachsenes Aluschild in einem Baum: Transcont Camel Expedition Camp 57 DK ...(Datum)...2004. Habe es aufgenommen. "DK" steht für Dennis Katzer. Was für ein Zufall!!! Dessen Expedition hatte ich damals im Internet verfolgt. Er hat mit einigen Kamelen erfolgreich den ganzen Kontinent Australien (deshalb "Transcont") von West nach Ost gequert. Durch Gebiete, die vermutlich noch nie einen weißen Menschen gesehen haben.

Hatte bereits vor Monaten, kurz nach der ersten Canning Stock Route Durchquerung, die Frontscheibe des Autos austauschen lassen (müssen), wegen eines langen Risses. Wenige Tage nach dem Scheibenaustausch flog ein Stein in die nagelneue Scheibe mit Folge "Loch", was mich ziemlich genervt hatte, da die zweite Scheibe von der Versicherung nicht bezahlt wird. Hatte bis jetzt nichts machen lassen. Heute nun flog von einem entgegenkommenden Fahrzeug, einem dicken Laster mit Caterpillar Raupe hinten drauf - der nächste Stein mit Folge eines zweiten "Lochs" in die Scheibe. Will versuchen, die Scheibe in Darwin mit Acrylglas reparieren zu lassen. Das zweite Loch hat kleine Risse - ich hoffe, dass die Reparatur möglich ist. Sonst muss ich eine neue Scheibe selbst bezahlen ... Ärger!
 

 

20.09.09

 

Timber Creek

-15.48136, 128.11528

 

In 10 Tagen fliege ich ab Darwin zurück in meine "alte Welt". "Kloss im Hals" stellt sich ein, wenn mir dies durch den Kopf geht ...   Mehr wegen des Abschiedes von allem hier, als das was zurück in "alte Welt" bedeuten kann.

Dies hier war eigentlich eine "neue Welt" für mich, denn die bisherige "andere" Welt befindet sich für mich doch eher unter Wasser, nicht in der Wüste .... Vielleicht ist die Wüste auch ähnlich dem unter Wasser sein???
Habe hier ein verdammt freies Leben geführt - monatelang sehr viel unter freiem Himmel / nachts unter dem unglaublich klaren Sternenhimmel im Swag und in fast menschenleeren
Gebieten bis hinein in etliche Wüsten / ohne Paperwork und Steuerberater - geführt. Das wird vorbei sein. Wie kann das gehen?



BIN in Timber Creek - dem Ort mit der Brücke über den Creek mit den Süßwasserkrokodilen  und den vielen fliegenden Hunden in den Bäumen... Ein tolles Konzert am Abendhimmel.

Der Campgroundbesitzer des Timber Creek hatte mir letztes mal, als ich hier war auf meine Frage hin 50A$ für jeden km (oder war es je Std.?), den ich den Timber Creek flussabwärts
schwimmen würde angeboten ... bei 3,5 km mit den Freshies bis zum Victoria River mit Salzwasserkrokos drin wären das 175 A$. Ob sein Angebot noch gilt? Man weiß wahrscheinlich nicht genau, ob und wie weit auch Salties den Timber Creek flussauf vorhanden sind ... das ist das Risiko der 175 A$ haben oder haben aber nichts mehr damit anfangen können ...
 

 

 

 

21.09.09

Nitmilluk

-14.31841, 132.42084

Habe gestern die Zeitzone übertreten, von West Australien in die Northern Territories und vergessen, die Uhr um 1,5 Stunden vorzustellen In Timber Creek hatte ich mich nach dem Aufwachen gewundert, dass die Leute dort scheinbar um 5 Uhr allesamt aufstanden. Tatsächlich war es bereits 06:30 Uhr. Wir haben jetzt also wieder 7,5 Std Zeitdifferenz.

 

Da noch 4 Übernachtungen vor Darwin anstehen, werde ich die nächsten zwei Nächte  nochmals auf dem Nitmiluk Wallabi-Platz sein, die anderen beiden Nächte im Litchfield-NP.


War heute nur bis hierher und nicht z.B. nach "Edith Falls" gekommen, da es wieder mal spät geworden war. Edith Falls wäre wegen des Sees attraktiv, hier im Nitmiluk ist es nur der Swimming Pool, der heute von einer Hundertschaft junger Leute belagert war, die mit zwei großen 4WD-Bussen gekommen waren ... Habe mich trotzdem durch das Wasser gewühlt ...

Unterwegs nach Nitmiluk habe ich doch tatsächlich Klaus Menzel mit seinen beiden Kamelen, dem halben Suzuki und einem Hund wieder. Die Welt ist doch klein. Es war das dritte mal, dass ich ihn traf.

 

Klaus war von Timber Creek auf dem Highway unterwegs in meiner und hoch erfreut, als er mich sah!!! In Timber Creek musste er ins Hospital, weil er von einer Redback Spider in den Fuß gebissen wurde - so wurde den Symptomen entsprechend gemutmaßt. Die Redback  war wohl in seinem Schuh, als er den anzog.   ... Nach einigen Stunden wurden seine Schmerzen im Fuß und Bein so groß, dass er direkt für drei Tage ins Krankenhaus musste, wo er ein Antiserum gespritzt bekam. Er sagt, die ganz starken Schmerzen wären fort, aber er würde immer noch was spüren. Seine (Klaus's) Kamele waren derweil auf dem Timber Creek Campground - angebunden. Auch sein Hund. Er telefonierte aus dem Krankenhaus nach Alice Springs, wo er jemanden kennt, der wiederum jemanden in Timber Creek kannte, der sich bzgl. Futter und Wasser um die Tiere kümmerte.

 

Klaus hat auch einen neuen Hund.  Sein alter wurde von einer Schlange gebissen. Er hätte die Schlange auch noch gebissen und in die Luft geschleudert. Klaus meinte, sein Hund könnte auch mit der Schlange "gespielt" haben. Der Schlangenbiss war aber rasch tödlich - der Hund hätte nicht mehr lange gelebt ... noch so 20-30 min. Glücklicherweise schneller als nach dem Fressen eines der gegen verwilderte Hunde und Füchse ausgelegten Köders.

 

Seinen Kamelen ist die Luft im Norden Australiens zu feucht/heiß schwül. Sie verlieren ihr Fell und es kommt schwarze(!) Haut zum Vorschein. Auf dieser schwarzen Haut können sie interessanterweise Sonnenbrand bekommen. Deshalb hat eines der Kamele eine Decke umgehängt bekommen ... Nicht die Wärme macht ihnen zu schaffen, sondern die Luftfeuchtigkeit hier oben. Deshalb nimmt Klaus die nächste Gravel Road Richtung Süden.


Die Kamele sind 11 und 12 Jahre alt, können bis zu 40 Jahren alt werden. Also könnten / werden sie ihn überleben, so Klaus. Klaus selbst ist 62 Jahre alt. Seine Zukunftspläne gehen derzeit nur .... in den Süden, wo es nicht so feucht-heiss ist ... Weiter denkt er nicht, so seine Aussage diesmal.


Wollte mir nach Ankunft Nitmiluk eine neue Olivenöl-Flasche zwecks Steak-Grillen oben aus Kiste  Nr. 2 holen - der Nahrungsmittel-Kiste. Nach Öffnen der Kiste schlägt mir oben auf dem Autodach ein wirklich unguter Geruch entgegen und die ganze Kiste ist innen inkl. des gesamten übrigen Inhalts eklig verschmiert und verdreckt. Die große Weithals-Flasche mit
Schraubverschluss - Inhalt Tomatensauce - hatte sich geöffnet, war liegend ausgelaufen, in der Hitze sehr dünnflüssig geworden und hat sich - bei den vielen Korrugations wie im Mixer - überall in der Kiste, an den anderen Dosen und Suppentüten gleichmäßig verteilt und war dann teilweise angetrocknet. Ausserdem kam wohl Staub von vor mir fahrenden
Fahrzeugen oben in die Kiste rein, der überall innen drin auf dem Tomatenkleber guten Halt fand. DAS war eine Schweinerei ...
 

Habe 2/3 des Inhaltes entsorgen müssen, die Alu-Kiste Nr. 2 ist nun nur noch dürftig bestückt. Sowas Ähnliches hatte ich zuletzt auf der CSR unten in einer Pappkiste mit dem Honig, der in die Pappkiste hinein ausgelaufen war. Zum Glück nur lokal und begrenzt. Ich war trotzdem "sauer" und nicht süss vom Honig, wie anzunehmen wäre....

Verhungern brauche ich trotzdem NICHT!
 

 

22.09.09

 

Nitmiluk

Habe heute die Ranger(innen) von Nitmiluk wegen der vermeintlichen "Tiger Snake", mit der ich eine Begegnung hatte, gefragt. Auch die haben mir, wie der Ranger vom Cape Keraudren, erklärt dass es sich nicht um eine Giftschlange, sondern um eine "Woma Python" gehandelt hatte, und zwar ein Jungtier ... obwohl sie ja schon ganz schön groß war ...

 

Die Woma Python, wird bis 3 m lang, ist, wie Pythons es halt sind, ungiftig - man sollte sich aber trotzdem nicht beißen lassen (wer tut das schon gern?) Sie frisst alles an Reptilien (Eidechsen und auch andere Schlangen (ob auch Giftschlangen = unbekannt)) und Säugetiere (Mäuse, Beuteltiere), auch Vögel. Beißt zwar auch zu, tötet aber durch zerdrücken / zerquetschen und erdrosseln. Letzteres war uns sicher vorher schon bekannt.

Zur Geschwindigkeit von Giftschlangen hieß es, sie könnten sehr schnell sein - wenn sie hinter Beute her oder aggressiv / gereizt wären. Besonders wichtig: Theoretisch könnten sie auf 4 m Distanz ... bis zur "rettenden" Autotür ... auch schneller sein als ich. Sie könnten auch nach oben in die (noch) geöffnete Autotür hinein stoßen, wenn sie dort die Bewegung orten
würden. Außerdem müsse man die eigene Schrecksekunde einbeziehen, wenn sie durchstarten würde - dann wären es nur noch 2 m bis zum Start der eigenen Flucht. "Beruhigende" Vorstellung. Empfohlen wurde erneut, bei einer Giftschlange - überraschend
direkt vor einem befindlich oder auftauchend - sich überhaupt nicht zu bewegen. Dann würde sie nicht beißen. Sich daran im Fall des Falles tatsächlich zu halten oder - noch härter - Kinder im Vorhinein dies einzubleuen ... geht das?


Giftschlangen ohne besonderen Schutz oder erfahrene Begleitung zu reizen ... davon soll man tunlichst absehen. Wie gut, dass die Tiger eine Python war, denn ich hatte sie letztendlich ja mit einem Stock "geärgert".
Manchmal bin ich vielleicht zuuu mutig(?) ... oder unbedarft unvorsichtig?
 

 

 

23.09.09

 

Tjaynera Falls im Litchfield NP
-13.,248542, 130.744645

Den Nitmiluk Wallabi Schwimmbad Platz habe ich endgültig verlassen.
 

Meine Nachbarn, junge Leute aus Frankreich hatten abends deutlich hörbar Musik laufen. Eintönige, elektrische Musik.  Am ersten Abend hatten sie sich mit Ballantines zugeschüttet - aber richtig. Bis nach Mitternacht inkl. Musik ... Mich hat das nicht gestört, war zunächst noch auf, dann noch wach. Andere australische Zeltnachbarn (die 7-Uhr zu Bett-Geher?) fragten mich am nächsten Morgen, ob ich wüsste, was das für Eumel wären. Der eine Franzose war gestern früh so gut wie tot, es ging ihm, weil er viel zu viel getrunken hatte, richtig schlecht. Eigentlich wollten sie eine Kanu-Tour machen, haben sie, zwecks Ausnüchterung auf heute verschoben (verschieben müssen). Auch so was gibt es hier, weitab von Ballermann und Skihütte.
 


Einige Zeit lang fur ich dann auf dem Highway, der von Alice Springs nach Darwin führt, nordwärts. Bin dann so bald wie möglich links abgebogen "in die Gebiete" um von Süden in den Litchfield NP einzufahren - ein reinrassiger Track mit einigen "Flußdurchfahrten  (nur für 4WD-Fahrzeuge / keine Wohnmobile).
 

Drei weitere Parteien mit insgesamt 4 Fahrzeugen übernachten außer mir auf diesem Platz, der allerdings auch nicht viel mehr Stellplätze hat. Jeder Stellplatz ist mit inzwischen innen verfaulten / hohlen Holzpfählen eingegrenzt - großzügiger Zuschnitt -  mit eiserner Feuerstelle versehen. Für alle Gäste auf diesem Platz ein Toiletten-/Waschhaus MIT DUSCHE!  SENSATION!   Ringsherum befindet sich ein ziemlich dichter Wald und Hügelhänge mit Unmassen an Steinen bis dicht an den Platz heran. An einem Hügel steht ein paar Meter erhöht ein großer runder Wasserbehälter (=Duschwasser). Es gibt eben viel Wasser hier.
Erwachsene berappen 6,60 A$ / Nacht im Umschlag in Metallbox.


Eine halbe Std vor erreichen des Campgrounds Tjaynera Falls musste ich derart verwinkelt einen Fluss zwischen Bäumen queren, so dass ich die Durchfahrt vorher zu Fuß gecheckt habe. Für die Durchfahrt der "Reynolds River Crossing" stand auf einem Schild: "Snorkel recommended". Es hat ein paar Sekunden gedauert, bis mir einfiel, welcher Schnorchel gemeint war --- der vom Auto.
So viel Wasser führte der Fluss momentan zwar nicht, aber er strömte ganz schön und es ist vorstellbar, dass diese Flussdurchfahrt wirklich abenteuerlich werden kann, wenn es mal mehr geregnet hat ... In die Auffahrt das Flussufer hinauf auf der anderen Seite war von Vorgängern bereits Baumstämme in die tiefen Löcher reingelegt worden, so kaputt gefahren war die Stelle.

Hatte keine richtige Vorstellung, was den Litchfield NP eigentlich ausmacht. Riesige Termitenhügel, das hatte ich vorher schon mal gehört ... und findet man bestätigt. Habe eines von den vielen Termitenhochhäusern direkt neben dem Auto aufgenommen - der Hügel ist gigantisch, ca. doppelt so hoch wie das Auto ...
Zwar wesentlich kleiner als der Kakadu NP ist der Litchfield, aber so scheints - touristisch dennoch erschlossen, aber weniger besucht. ... Zugang / Durchfahrt nur über Tracks. Wohnmobile bleiben draußen .. Außerdem sehr viele Fluss-/Creekläufe inkl. Wasserfällen. Und richtige dicke Bäume. Gefällt mir fast besser als der Kakadu NP mit seinem Tourismus, Schnellstrassen, Reisebusse, deren Insassen die Plätze überschwemmen und den gesperrten Tracks dorthin, wo es auch noch viel zu sehen geben würde....

Es ist 21 Uhr Darwin-Zeit. Wenn ich mich auf dem Campground hier umsehe, was sehe ich? Nix mehr. Kein Licht mehr von den anderen Mitmenschen ... nur noch etwas Gemurmel tönt von irgendwoher rüber. Der Erste hatte, glaube ich, bereits um 19 Uhr die Schotten seines Zeltes runtergelassen, det fiel mir uff.
 

Was mir auch auffällt, ist eine große, dicke schwere Torpedo-Stab-Heuschrecke o.ä., die meine Lampe am Auto seit 15 min torpediert. Bis ich das Licht ausmache, darf sie noch üben ..

Denke mal, dass sich im Dunkeln hinter mir Känguruhs betätigen ... so raschelt es im Laub. Hier können sie sich nicht lautlos bewegen - es liegt zu viel Zeugs unter den Bäumen herum.
 

Auch war eine der riesendicken äußerst giftigen (Aga-)Kröten hier. Sie ist davon gehüpft, als ich ihr mit einem Stück Holz zeichensprachig dieses verständlich gemacht habe. Hier, in den Northern Territories hat man offenbar den Kampf gegen diese Kröte fast aufgegeben. Ihre Ausbreitung/Vermehrung scheint nicht aufzuhalten zu sein.

 

Jetzt, spätabends, in totaler Dunkelheit kommt doch tatsächlich noch ein Fahrzeug!!! Mit Trailer. Der kann mit Sicherheit genau so wenig sehen, wie ich, wenn ich so spät irgendwo auf einem Platz ankomme   - DER Grund mit, warum ich mir vorne die Zusatzscheinwerfer habe anbauen lassen -   Und wie schön die anderen Frühschläfer jetzt alle wieder wach gemacht werden!!! Einer - nein - EINE läuft mit Taschenlampe voraus und dirigiert. Sie stellen sich in die Lücke neben meinem Platz.  Der Mann, ca. mitte 30 kommt und fragt, ob er sich meine Lampe ausborgen könnte.  Hatte mich schon gewundert, wie sie dort mit der einen Funzel und eingeschalteten Autoscheinwerfern (allerdings falsche Richtung) versuchten im Dunkeln ihr Zelt aufzubauen. Er sagte was von "being late .." und seiner Lampe, die ... nicht da / nicht funktioniert / jedenfalls NICHT den Zeltaufbau unterstütze.  Habe ihm meinen U/W-Brenner gegeben. Jetzt sammeln sich bei ihnen dort 20m entfernt im Flutlicht alle fliegenden Objekte der Nacht. Und ich habe meine Ruhe vor Mücken, Flattermännern, etc., zu mir kommen sie nicht mehr ...
Der Grund ihres späten Kommens: 1) Sie hatten einen Platten zur Unzeit (das Thema kommt mir irgendwie bekannt vor, wenngleich auch nicht zur Unzeit) 2) sind mit ihrem Trailer beim Reynolds River Crossing (siehe oben)  hängen geblieben. Zunächst mit dem Trailer an einem der dicht stehenden, im Flussbett zu umfahrenden Bäume und dann im zerfahrenen Untergrund der Auffahrt am anderen Flussufer - um die Bäume herumzukommen, hatte ich auch OHNE Trailer bereits meine Schwierigkeiten.

 

Die Familie besteht aus Mann, Frau und drei Kindern, die nun sehr müde sind.
Ein Junge - 9 Jahre, ein weiterer Junge - 6 oder 7 Jahre und das Mädchen - 4 Jahre alt.
Sie sind auf 2-jähriger Australien Rundreise. Sie kommen von Adelaide.
Ist damit wohl wieder ein Fall für "Schule unterwegs", zumindest für die beiden Jungs ...

 

 

24.09.09

Litchfield NP

Morgen fahre ich zum "Hidden Valley" nach Darwin. Und damit Finito Amore Australia. Unweigerlich.


Aber noch gilt: die "Tjaynera Falls" wollen mit einer halben Stunde Fußmarsch durch einen tropischen Urwald, der teils fast wie in Mataranka [aber ohne Holzsteg] ausgebildet ist, erst erreicht sein. Dann kommt DIE Belohnung. Ein phantastisches Rund von ca. 200m Durchmesser mit steilen Felswänden unterschiedlicher Struktur ringsum. Aus einer Ecke der Felsorgie, geschätzt aus 100m Höhe, kommt der Wasserfall herunter geprasselt - mit einer dicken Felsenstufe dazwischen, an der sich das Wasser schon mal bricht.

 

Schwimmt man hinüber zum Wasserfall und befindet sich unter ihm, trommelt  einem das Wasser auf dem Körper, zieht einem fast die Haut ab. Das Gewässer ist vermutlich sehr tief - weil außer klarem grünen Wasser kein Grund zu sehen ist. Senkrechte Felsen fallen auch unter dem Wasserspiegel  weiter lotrecht abwärts ... wäre was für "mit Tauchgerät".
 

Meine Camp-Nachbarn mit ihren drei Kindern waren gleichzeitig mit mir in dem gigantischen Naturpool. Auch das kleinste - das 4-jährige Mädchen - schwamm mittels Auftriebskörpern in Begleitung von Papa uns Mama ganz um den See herum bis zum Wasserfall. Dort half Papa allen seinen Kids auf die Felsen direkt neben dem Fall ... gar nicht so einfach bei den
glitschigen Felsen. Auch dort eine Weile lang zu bleiben ohne abzurutschen ... a special task. Fand ich gut! Seit Nils und Nina fällt mir sowas auf. Warum wohl?


Die Mutter der Kinder ist übrigens während der Reise gleichzeitig Lehrerin der beiden Jungs. Kurz bevor sie (geplant 2 Jahre) zurückkommen, wird / ist auch das Mädchen schulpflichtig. Sie (die beiden Aussies) sagen, eine solche Reise, mit dem daneben von den Eltern zu
leistenden Schulunterricht, wäre für das betreffende Kind wertvoller, als der übliche Schulunterricht. Das kann ich mir gut vorstellen, haben die Kinder doch auch neben dem Unterricht ständig "Input" von außen, von der Natur, Leben ohne Fernseher und Playstation, etc,, für das Leben halt. Auch sind sie sehr viel aufnahmebereiter für alles mögliche, als wir Erwachsenen uns überhaupt vorstellen können, wenn es nur nicht stupide, als langweilige Paukerei "rübergebracht" wird,

 

Habe den 9-jährigen einfach mal gefragt, wo er lieber zur Schule gehen würde, "at home" "to school" or ...?"  His answer with no delay: "At my mama". She is teaching me." Keine Frage also, was er als die angenehmste Unterrichtsmethode empfindet.  Würde man dieses in Deutschland vorschlagen, würde man seitens der Lehrer und der Schulleitung vermutlich nur ein Kopfschütteln als Antwort erhalten.  In Deutschland, und auch in ganz vielen (den meisten?) Ländern ist dieses "Lernen" an der Natur, durch eigene Erfahrungen, etc. und dessen unschätzbarem Wert verloren gegangen. Stattdessen sitzen 6-jährige brav oder auch nicht, auf ihrem Hintern und lernen an theoretischen Modellen, oft ohne das kurz später z.B. in der Natur, in Bewegung, nacharbeiten, -prüfen, -empfinden zu können. Der Ausgleich zwischen sitzen/lernen und Bewegung/lernen ist fast nirgendwo mehr so gut möglich, wie in Australien, wenn man es denn nutzt. Die Kinder In den Industrienationen haben oft keinen Bezug mehr zur Arbeit des Vaters, weil er in den meisten Fällen außer Haus arbeitet, und die Kinder nicht teilnehmen können (anders früher auf einem Bauernhof, oder andere Gewerke, die zu Hause ausgeführt wurden. Auch können hier die Kinder meist nicht einfach die Haustür aufmachen und im Wald, oder auf einem freien, sicheren Platz, zusammen mit vielen anderen Kindern, die ebenfalls nur die Haustür aufmachen brauchen, spielen. Das ist wohl der Preis unserer Gesellschaft, Bevölkerungsdichte, Hochhäusern, etc.

There are different models of teaching children in a case like this, but I do not know more.

Auf trockenen Weg unerreichbar - neben dem Wasserfall ... mehrere dicke Quarzadern, teils S-förmig gefaltet ... daneben eisenhaltiges Gestein, alles höchst goldverdächtig. Dort aber mit Goldfindegerät hinzukommen, ist so gut wie unmöglich. Das alles befindet sich vom Wasser aus zwar zum Teil in erreichbarer Höhe ... mindestens brauchte man ein Boot und dann am
Besten eine Profi-Kletterausbildung mit Seilführung der Methode "trust the rope" / wobei beide Hände frei zum prospecting sein sollten .... Nicht ausgeschlossen, dass die Quarzadern sich auch unter Wasser fortsetzen, wer weiss ... Nach dem Lokalisieren der 25kg/m Goldader ergibt sich eine Aufgabe zum Knobeln ... wie die nnn x 25kg/m Gold aus den massiven Felsen rausholen? Der Platz liegt in einem Nationalpark - dem Litchfield NP und es kommen zwar wenige Besucher, weil eben so remote .. aber sie kommen vorbei mit schöner Regelmäßigkeit. Prospecting in NP's ... officially not allowed. Und jedem 25 Kilo
mitgeben? spricht sich zu schnell rum ...

Die Frage ist, ob der Swag [und damit ggf. einiges mehr] nochmals nass werden wird oder nicht. Wolken stehen am Himmel. Egal, dann wird er halt nass. Der Swag ist nur noch mit Trick 17 einigermaßen dicht zu kriegen. Hatte schon berichtet, dass der Reißverschluss nicht mehr schließt. Normalerweise ziehst du den Reißverschluss von unten nach oben zu, nachdem du hineingeschlüpft bist. Das Hineinschlüpfen funktioniert (noch), nicht aber den Reißverschluss normal zu schließen.


Letzteres ist völlig inakzeptabel, da dann alles Kruppzeugs nachts in deinen Swag reinkommen könnte, z.B. Cane Toads, grüne Ameisen, 100.000 verschiedene
Arten Käfer, Ross River Virus verbreitende Moskitos, Rotrücken-Spinnen und andere Spinnen, kuschelige Pythons, die dich umarmen und viele verschiedene auch giftige Schlangen, keine Kamele ... die sind zu groß / passt nicht mal der Kopf durch das Loch
im Reißverschluss rein in den Swag, auch keine Kängurus ... die springen drüber weg .... und stolpern manchmal über die zwei Schnüre, die den Swag halten sollen ... Da lachst Du dich dann selbst nachts im Swag kaputt, wenn du das Känguruh fluchen hörst ... Darfst nur nicht zu laut lachen, sonst könnte das Känguruh dies auf sich beziehen und es wäre ihm ein
Leichtes, dir mit seinen sehr kräftigen Hinterbeinen durch den Swag hindurch derart schwungvoll in den Hintern zu treten, dass du km-weit ... vielleicht sogar samt Swag bis zum Tjaynera Falls durch die Luft fliegst ...

 

Der Reißverschluss hat doppelte Zipper, so dass auch von oben, vom Kopfende aus nach unten zu den Füssen hin zugezogen werden kann - was noch funktioniert. Nur - man kommt mit den Händen in dem engen Swag nicht bis zu den Füssen herunter. So habe ich mir einfallen lassen, die untersten 40cm des Swag von Außen mit sehr großen/kräftigen dicht gesetzten Wäscheklammern zu klammern. So verbringe ich diese und die nächste (letzte ) Nacht im Swag in Australien. Und dann ... good bye swag!°! Very often You allowed me to stay directly under the stars ... resulting in unforgettable nights.


Unglaublich: letzte Nacht begann es drei mal zu regnen!! Das war das erste mal seit Mai diesen Jahres auf der Canning Stock Route, das mich nach mehr als 4 (vier) Monaten Regen im Swag erwischte. Hatte die wasserdichte obere Schicht nach unten zu den Füssen hin zusammengefaltet und nur noch das Moskitonetz über mir. Musste diese obere Schicht zurückrollen, um nicht echt nackt im Regen zu liegen .... Der Regen hielt sich mit drei Schauern bei kurzen Zwischenpausen im Rahmen (kein tropischer Dauerregen, dann hätte ich wohl aufgeben und ins Auto umziehen müssen), die klitschnasse lange Hose und die zum
Trocknen aufgehängten Handtücher sagten aber alles über die gefallene Regenmenge. Auf der Erde war nichts davon zu sehen, alles aufgesogen. Lediglich alle Spuren inkl. der Autoreifen waren verwischt.
Muss überlegen, was bzgl. next night sinnvoll ist ... von Anfang an obere Swag-Schicht drauf lassen? Ist "eigentlich" zu warm. Werde das wasserdichte Teil so am Fußende drapieren, dass es leicht drüber zu ziehen sein wird, für den unwahrscheinlichen Fall. dass, ...  Und wenn ... who cares? Außerdem - keine Hose oder Handtücher draußen liegen lassen
oder aufhängen ... sieht schon wieder nach Regen aus. Also doch ... Monsun kommt früh, vielleicht diese Nacht schon heftiger? Es gibt ja Leute, die behaupten, vor Dezember gäbe es hier überhaupt keinen Regen ... Aber was ist es dann, was vom Himmel herunterkommt?  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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